Kühlen & Gefrieren Produktberater

Lange haltbare Lebensmittel und angenehm kühle Getränke in warmen Monaten: Das sind die Vorteile, die Kühl- und Gefrierschränke zu einem festen Bestandteil in jedem Haushalt machen. Welche Unterschiede es bei den verschiedenen Modellen gibt, und worauf Sie beim Kauf eines neuen Geräts achten sollten, lesen Sie in diesem Produktberater.

Die wichtigsten Eigenschaften in Kürze

Die wichtigsten Eigenschaften eines neuen Kühlgeräts, auf die in den folgenden Absätzen detailliert eingegangen wird, lassen sich mit den Worten "energiesparend, geräumig, leistungsstark und sinnvoll ausgestattet" zusammenfassen.

Kühl- und Gefrierkomb:Alleskönner in der Küche!
Kühl- und Gefrierkomb: Alleskönner in der Küche!

Außerdem sollten Sie daran denken, dass Ihr neuer Kühlschrank seinen Dienst für einige Jahre (im Schnitt zwischen 10 und 15) zuverlässig verrichten muss - und gerade bei Billigangeboten ist das oft nicht der Fall. Eine große Schwäche dieser sehr günstigen Geräte, bei denen es sich gerne auch um Auslaufmodelle mit veralteter Technik handelt, ist die konstante Einhaltung der gewünschten Temperatur im Innenraum. Wegen schlechter Isolierung oder minderwertiger Kompressoren entwickeln sich diese Modelle zudem gerade bei extremen Umgebungstemperaturen zu lauten Stromkillern, und machen damit nicht nur jede Ersparnis beim Kauf sehr schnell wieder zunichte, sondern belasten auch die Umwelt und Ihren Geldbeutel dauerhaft. Investieren Sie also lieber ein wenig mehr beim Kauf, damit Sie auch in ein paar Jahren noch zufrieden mit dem Gerät sind.

Unser Tipp: Lesen Sie vor dem Kauf auch die Testberichte und Nutzermeinungen bei billiger.de zum jeweiligen Modell, wo auf solche Schwächen der Geräte, aber auch ihre Vorteile, explizit hingewiesen wird.

Bauarten und Fassungsvermögen

Kühl- und Gefrierschränke, sowie kombinierte Geräte, werden zunächst in Standgeräte und Einbaugeräte unterteilt.

Platzsparend: unterbaufähiges Tischgerät
Platzsparend: unterbaufähiges Tischgerät

Bei den Standgeräten gibt es die so genannten Tischgeräte mit einer Höhe von ca. 85 cm (also wie ein Tisch) und in der Regel 60 cm Breite, wobei es auch schmalere und breitere Modelle gibt. Diese Geräte sind grundsätzlich dazu gedacht sind, freistehend aufgestellt zu werden. Geräte dieser Bauart, die zusätzlich unterbaufähig sind, haben eine abnehmbare Abdeckung, so dass sie unter eine Küchenarbeitsplatte gestellt werden können. Die Lüftung muss dann gegebenenfalls durch Aussägen einer Austrittsöffnung in der Arbeitsplatte sichergestellt werden. Bei einigen Modellen, die meist als spezielle "Unterbaugeräte" ausgewiesen werden und zum Teil keine vollständige Verkleidung haben, erfolgt die Lüftung dagegen über den Sockel des Geräts. Tischgeräte sind zum Teil auch dekorfähig, das heißt sie sind mit einem Rahmen ausgestattet, in den sich eine zur restlichen Küche passende Dekorplatte einsetzen lässt. Das gesamte Fassungsvermögen der Tischgeräte inklusive eines möglichen integrierten Gefrierfachs liegt in der Regel zwischen 120 und 150 Litern, was für kleine Haushalte bis zu zwei Personen in der Regel ausreicht.

Als Beistellgeräte (von manchen Herstellern auch nur als Standgeräte) werden freistehende Kühl- und Gefrierschränke bezeichnet, die eine Höhe von über 85 und bis zu ca. 180 cm haben. Diese bieten natürlich einen größeren Nutzraum, sind dafür aber auch nicht unterbaufähig. Das Fassungsvermögen beträgt je nach Höhe mehrere Hundert Liter und ist damit optimal für Familien oder größere Wohngemeinschaften. Auch hier gibt es dekorfähige Modelle.

Gut getarnt: Einbaufähiger Kühlschrank

Einbaufähige Kühlschränke, die es in einer Reihe verschiedener Höhen gibt, sind für den nahtlosen Einbau in die Kühlschranknische einer vorhandenen Küchenzeile gedacht: Bei den dekorfähigen Einbaugeräten gibt es dafür einen Rahmen für eine zur Küchenfront passende Dekorplatte, während bei den integrierbaren Geräten eine Originaltür der Küchenmöbelfront auf der Gerätetür montiert wird. Beachten Sie beim Kauf eines solchen Geräts vor allem die genauen Maße der Nische in Ihrer Küchenzeile.

Luxuriös: Side-by-Side-Kombination
Luxuriös: Side-by-Side
Kombination

Eine weitere Gruppe bilden die im oberen Preissegment angesiedelten Side-by-Side-Geräte, die zwei nebeneinander liegende Türen haben und mit etwa 90-120 cm Breite deutlich mehr Volumen bieten als die Geräte in den bisher beschriebenen gängigen Bauarten. Hinter der breiteren Tür verbirgt sich der normale Kühlbereich, hinter der anderen der Gerfrierbereich. Diese Side-by-Side-Kombinationen sind zudem häufig mit einer zwar luxuriösen aber auch sehr energiehungrigen Eismaschine ausgestattet, die an die Wasserleitung der Küche angeschlossen wird und Ihnen so Eiswürfel, Crushed Ice oder gekühltes und gefiltertes Eiswasser liefert, zum Teil sogar, ohne dass Sie die Tür öffnen müssen. Selbst Modelle mit einer integrierten Hausbar, also einer Klappe in der Tür, oder einem speziellen Weinlagerregal sind in dieser Kategorie verfügbar. Und mit dem gesamten Fassungsvermögen von 500 bis 600 Litern sollte auch eine Großfamilie zurecht kommen. Der größte Nachteil dieser Kühlkolosse, neben dem gewaltigen Platzbedarf, ist der vergleichsweise hohe Stromverbrauch: In Energieeffizienzklasse A++ ist derzeit keines der Geräte zu finden, und in Klasse A+ nur sehr wenige.

Interessant bei der Wahl des Geräts ist außerdem der Türanschlag, also auf welcher Seite sich die Scharniere der Tür befinden. Diese sind bei manchen Modellen auch variabel, so dass Sie die öffnungsrichtung der Tür Ihren Bedürfnissen anpassen können.

Energieeffizienz- und Klimaklassen

Die meisten modernen Kühl- und Gefrierschränke und Kombinationen liegen heute in einer der drei Energieeffizienzklassen A, A+ oder A++. Die Einteilung in diese Klassen ist neben dem tatsächlichen Stromverbrauch auch vom Nutzinhalt und den Temperaturbereichen der einzelnen Fächer abhängig. Geräte der Klasse A+ benötigen dabei etwa 25% weniger Energie als Geräte der Klasse A, in Klasse A++ sind es sogar rund 50% weniger. Schon allein wegen der weiter steigenden Strompreise sollten Sie also zu einem Gerät der Klassen A+ oder noch besser A++ greifen - auch wenn die Anschaffungskosten ein wenig höher sind.

Zusätzlich zu den Klassen wird bei jedem Gerät der tatsächliche Stromverbrauch in Kilowattstunden pro Jahr angegeben, und auch der genauere Vergleich des Verbrauchs bei Geräten mit ähnlicher Ausstattung lohnt sich nicht nur für die Umwelt, sondern auch für Ihren Geldbeutel.

Die verschiedenen Klimaklassen geben an, in welchem Umgebungstemperaturbereich ein Gerät betrieben werden darf oder sollte. In Deutschland werden hauptsächlich Geräte der ersten beiden Klassen angeboten.

SN (Subnormal): +10 °C bis +32 °C, geeignet für die Aufstellung im Keller
N (Normal): +16 °C bis +32 °C, geeignet für die Aufstellung in der Wohnung
ST (Subtropen): +18 °C bis +38 °C
T (Tropen): +18 °C bis +43 °C

Diese Einteilung ist gerade bei Geräten mit mehreren unterschiedlichen Temperaturzonen wichtig, also vor allem bei Kühl- und Gefrierkombinationen, weil es hier bei zu niedrigen Umgebungstemperaturen zu einer reduzierten Leistung oder gar einem Auftauen des Gefrierfachs kommen kann. Statt eine Kombination in einem unbeheizten Raum mit dauerhaften Temperaturen unter +10 °C aufzustellen, etwa in einem sehr kühlen Keller, sollten Sie sich deshalb eher für zwei Geräte entscheiden, einen Kühl- und einen Gefrierschrank, die die auch bei niedrigeren Temperaturen eingesetzt werden können.

Kühlen, Gefrieren oder beides?

Bei der Wahl eines neuen Geräts stehen Sie zunächst vor der Frage, ob Sie ein Gefrierfach benötigen. Ist die Antwort nein, dann können Sie sich mit einem simplen Kühlschrank begnügen und müssen sich nur noch für eine bestimmte Höhe und Ausstattung des Geräts entscheiden.

Tischgerät
Tischgerät

Möchten Sie dagegen Tiefkühlkost lagern, ist die gängigste Variante gerade in kleinen oder Single-Haushalten der Kühlschrank mit integriertem Eisfach, das aber meist nicht sonderlich geräumig und leistungsfähig ist, und außerdem verhältnismäßig viel Strom benötigt. Zum Einfrieren von Lebensmitteln sollte ein Gefrierfach zudem 4 Sterne haben (siehe Tabelle unten), und das ist nicht bei allen integrierten Fächern der Fall. Dafür finden sich die integrierten Gefrierfächer aber schon in kleinen Tischgeräten, die in fast jeder Küche untergebracht und zudem als Arbeitsplatte genutzt werden können - oder unter einer solchen Platte Platz finden.

Mehr Geräumigkeit und eine besseres Gefrierfach (meist auch mit 4 Sternen) bieten Ihnen dagegen Kühl- und Gefrierkombinationen mit getrennten Türen. Diese Geräte benötigen zwar mehr Platz, sind aber deutlich energieeffizienter und bieten auch kleinen Familien genügend Fassungsvermögen.

Gefriertruhe
Gefriertruhe

Richtig viele Lebensmittel (zum Beispiel aus dem eigenen Garten) können Sie schließlich in einem separaten Gefrierschrank oder einer etwas energieeffizienteren Gefriertruhe am besten einlagern, und das auch über längere Zeit. Es ist zu empfehlen, solche Gefriergeräte in einem kühlen Raum aufzustellen. Viele Modelle sind auch mit besonderen Schnellgefrierfächern oder -funktionen ausgestattet, dank denen Lebensmittel in einigen Stunden schonend eingefroren werden können. Als positiven Nebeneffekt benötigen Sie dann für Ihren Kühlschrank natürlich kein integriertes Gefrierfach mehr, was wiederum für mehr Platz im Innenraum sorgt und außerdem Strom spart.

Anhand der Sternekennzeichnung für Gefrierfächer (auch als Gefrierklasse bezeichnet) können Sie erkennen, bis zu welchen Temperaturen der Inhalt heruntergekühlt werden kann, und wie lange Sie gefrorene Lebensmittel etwa aufbewahren können.

GefrierklasseTemperaturLagerungsdauer
*-6 °Ckurzfristige Lagerung (mehrere Tage)
**-12 °Cmittelfristige Lagerung (mehrere Wochen)
***-18 °Clängerfristige Lagerung (mehrere Monate)
****unter -18 °Clangfristige Lagerung und Einfrieren von Lebensmitteln

Ausstattungsmerkmale

Für einen kühlen Inhalt sorgen alle Kühlschränke, doch gerade moderne Geräte im oberen Preisbereich sind heute wahre Ausstattungswunder: Die Hersteller werben so auch mit einer ganzen Reihe ausgefeilter Techniken zur Kühlung der Lebensmittel und vielen weiteren Merkmalen bis hin zur Netzwerkfähigkeit des Geräts im komplett vernetzten Haushalt. Diese umfangreiche Ausstattung hat allerdings auch ihren Preis - und ist kaum für jeden wirklich nötig.

In den folgenden Absätzen werden die wichtigsten Ausstattungsmerkmale herausgegriffen und erklärt. Was bei der Modellwahl leicht für Verwirrung sorgen kann, sind die unterschiedlichen Bezeichnungen der jeweiligen Hersteller für identische Funktionen. Im Folgenden werden deshalb die häufigsten Varianten genannt.

No-Frost und Abtau-Automatik

Ein System zur Frostvermeidung reduziert (durch eine Umluftkühlung) die Feuchtigkeit im Gerät, die sich auf den Lebensmitteln niederschlagen und zur Eisbildung führen kann.

Eine (unterstützende) Abtauautomatik taut den Kühl- und/oder Gefrierraum in regelmäßigen Abständen ab; das anfallende Wasser verdunstet dann außerhalb des Geräts. Geräte mit dieser Funktion haben von vornherein einen etwas höheren Stromverbrauch im Betrieb, bieten dafür aber auch mehr Komfort, weil das manuelle Abtauen entfällt. Der höhere Verbrauch wird außerdem wieder relativiert weil das Wiederabkühlen nach dem manuellen Abtauen ebenfalls für mehr Leistungsaufnahme sorgt, und sich die Energieeffizienz von Kühl- und Gefrierteilen durch die Ansammlung von Eis an den Wänden reduziert.

BioFresh, VitaFresh, PerfectFresh, LongFresh

BioFresh-Gerät mit zwei Frischezonen

Geräte mit einer solchen "Fresh"-Funktion verfügen über einen speziellen Kühlbereich mit einer Temperatur von knapp über 0 °C, bei der die Verfallsprozesse in den Lebensmitteln nur sehr langsam ablaufen. In der Regel gibt es in dieser Zone mindestens zwei Schubladen, für die eine bestimmte Luftfeuchtigkeit eingestellt werden kann. In der "trockenen" Schublade können so Fleisch, Wurst, Käse und andere Milchprodukte optimal gelagert werden, während in der "feuchten" Zone bei über 90% Luftfeuchtigkeit Gemüse und Obst länger "fresh" bleiben sollen.

SuperFrost, SuperCool, CoolPlus

Diese und ähnliche Bezeichnungen stehen für eine gängige Funktion, mit der die Temperatur im Kühl- oder Gefrierbereich deutlich abgesenkt werden kann. Dadurch soll erreicht werden, dass neu ins Gerät gegebene Lebensmittel schneller gekühlt oder eingefroren werden, was die Zellstruktur und damit den Vitamingehalt und das Aroma der Lebensmittel schont. Außerdem wird so auch verhindert, dass sich die bereits im Gerät befindlichen, kühlen Lebensmittel wieder erwärmen oder auftauen.

Zusätzlich ist in manchen Gefriergeräten eine Funktion verfügbar, die dauerhaft für sehr niedrige Temperaturen deutlich unter -18 °C sorgt und so die maximale Lagerdauer von Lebensmitteln noch einmal verlängert – natürlich mit entsprechend gesteigertem Strombedarf.

Weitere Funktionen und Merkmale

Neben den bisher genannten, sehr gängigen und auch durchaus praktischen Funktionen gibt es eine Vielzahl weiterer Ausstattungsmerkmale mit den verschiedensten Bezeichnungen: Ob es sich dabei um ein besonders schickes Design mit Glanzlackierung handelt, ein LCD-Display in Augenhöhe, eine spezielle antibakterielle Beschichtung oder ein ausgefeiltes Kräuter- und Beerenfach - all diese Merkmale zielen darauf ab, die Kühlgeräte komfortabler, ansprechender und leistungsfähiger zu machen. Je ausgefallener die Funktionen und je mehr Technik dabei zum Einsatz kommt, desto höher ist natürlich auch der Preis des Geräts - und ob Ihnen diese Funktionen, die zum Teil kaum mehr sind als technische Spielereien, das Geld wert sind, sollten Sie sich vor dem Kauf gründlich überlegen. Spielt Geld bei Ihrer Entscheidung allerdings keine Rolle, dann sind dem Luxus fast keine Grenzen gesetzt und Sie können aus zahllosen Modellen wählen.

Allgemeine Tipps zum Umgang

Egal für welches Modell Sie sich entscheiden, sollten Sie diese allgemeinen Tipps zur Benutzung eines Kühlschranks beachten:

  • Türen möglichst schnell wieder schließen
  • Speisen abkühlen lassen, bevor sie in den Kühlschrank gestellt werden
  • Gekühlte Lebensmittel nur kurzzeitig entnehmen, damit sie sich nicht zu sehr erwärmen und dann wieder heruntergekühlt werden müssen
  • Nicht neben Herd oder Heizung aufstellen und direkte Sonneneinstrahlung vermeiden
  • Rückseite des Geräts regelmäßig entstauben
  • Lüftungsgitter und –schlitze an der Rück- oder Oberseite des Geräts freihalten
  • Geräte ohne Abtau-Automatik regelmäßig abtauen; dabei nicht am Eis kratzen, um Beschädigungen der Beschichtung zu vermeiden
  • Dichtungen sauber halten