Ratgeber ParfümKarl Lagerfeld hat einmal gesagt: „Es gibt keinen Luxus ohne Parfum“. Tatsächlich tragen rund zehn Prozent der deutschen Frauen täglich Parfüm und auch die Männerwelt ist dem beliebten Duftwässerchen schon längst nicht mehr abgeneigt. Ein Parfüm soll zu Ihrem persönlichen Wohlbefinden beitragen und Ihre Persönlichkeit unterstreichen. Die Auswahl der Eau de Toilette ist heutzutage jedoch schier überwältigend und daher scheint es oft nicht leicht, den richtigen Duft für Sie zu finden.
Was ist ein Parfüm? Das Wort Parfüm leitet sich aus den beiden lateinischen Wörtern „per“, was so viel bedeutet wie „durch“, und dem Wort „fumum“ welches mit „Rauch“ übersetzt werden kann, ab. Es besteht aus einem flüssigen Gemisch, welches einen hohen Alkoholgehalt aufweist (rund 80%). Weitere Bestandteile dieses Gemisches sind destilliertes Wasser und ätherische Öle pflanzlicher oder tierischer Herkunft. Allerdings werden immer mehr synthetisch hergestellte Duftstoffe den Parfüms beigemischt. Insgesamt spricht man von „Riechstoffen“, wenn es um die verschiedensten ätherischen Öle geht, egal ob natürlich oder synthetisch hergestellt. Heute werden etwa 220 natürliche Duftstoffe und über 3000 synthetische Essenzen zur Herstellung industrieller Parfüms gebraucht.
Die Geschichte des ParfümsDie Historie des Duftwassers geht bis in die Zeit der Pharaonen zurück. Die Menschen haben früh bemerkt, dass Gerüche beim Verbrennen von Kräutern, Hölzern etc. entstehen. Die ersten Aufzeichnungen, in denen die Rede von der Herstellung eines Parfüms ist, gehen auf das Jahr 7.000 v. Chr. zurück. Ägyptische Priester verwendeten die verschiedensten Düfte, um ihre Salben damit zu versetzen. Durch die Verbrennung gutriechender Stoffe ehrten sie zudem ihre Götter. Außerdem wurden die Körper der damaligen verstorbenen Pharaonen mit duftenden Essenzen einbalsamiert, bevor sie in ihre letzte Ruhestätte gebracht wurden.
Amphore zur Lagerung von Parfüm im alten ÄgyptenIm Laufe der Zeit entwickelte sich die Herstellung des Parfüms immer weiter. Im Mittelalter gelang es erstmals, durch Destillation ein Rosenwasser herzustellen. Im Jahre 1190 wurde dann die Gilde der Handschuh- und Parfümmeister gegründet, wodurch das Berufsbild des Parfumeurs zustande kam. Das Parfüm trat seinen Siegeszug durch ganz Europa an und zog den König Louis XV. von Frankreich geradezu in seinen Bann. Er war nicht der einzige des Hochadels, der sich durch die verschiedensten Düfte betören ließ. Industriell hergestellt wurde das Parfüm dann gegen Ende des 19. Jahrhunderts und seitdem ist es nicht mehr vom Weltmarkt wegzudenken.
Die verschiedenen Produktklassen
Wenn Sie sich nun in einer Parfümerie Ihrer Wahl umsehen, dann werden Sie feststellen, dass die einzelnen Fläschchen und Flakons unterschiedlich beschriftet sind. Am häufigsten wird Ihnen wohl das „Eau de Toilette“ begegnen. Darüber hinaus gibt es aber auch noch das „Eau de Parfum“ und das „Extrait Parfum“. Der Unterschied zwischen diesen dreien Varianten ist jeweils die Konzentration an Duftstoffen innerhalb der Mischung.
Das „Eau de Toilette“ besteht zu 6-9% aus Riechstoffanteilen. Das bedeutet, dass diese Art von Parfüm noch relativ dezent in ihrem Duft daherkommt.
Das „Eau de Parfum“ ist dagegen schon etwas kräftiger mit einem Duftstoffanteil bis zu 14%. Hier reicht schon eine kleinere Menge, um denselben Effekt wie beim Eau de Toilette zu erzielen. Auf der anderen Seite ist diese Variante aber auch teurer.

Die letzte Variante der Duftwässerchen ist das „Extrait Parfum“. Dieses ist dadurch gekennzeichnet, dass es einen sehr hohen Anteil an Duftstoffen beherbergt. Der Anteil schwankt zwischen 15-30%. Bei manchen extremen Varianten können die Riechstoffanteile aber auch bei 40% liegen. Dies schlägt sich auch deutlich auf den Preis nieder. Es ist die teuerste Art von Parfüms, die es gibt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, wenn Sie einen nicht so großen Geldbeutel besitzen und eher weniger Parfüm benutzen, dann sollten sie auf Eau de Toilette zurückgreifen. Es ist die erschwinglichste Variante von den dreien und bei nicht häufiger Anwendung auch sehr ergiebig.
Wenn Sie täglich Parfüm benutzen, dann empfiehlt sich die Eau de Parfum Variante. Der Riechstoffanteil ist wesentlich höher als im Eau de Toilette. Dadurch ist es zwar teurer, aber Sie werden weniger verbrauchen, um den gleichen Effekt zu erzielen wie beim Eau de Toilette. Deshalb ist es für Vielbenutzer die beste Variante.
Das Extrait Parfum ist sehr stark im Duft, aber auch äußerst teuer. Deshalb ist es eher ungeeignet für den durchschnittlichen Verbraucher. Wenn Sie einem geliebten Menschen mit einer Schwäche für Duftwässerchen jedoch eine besondere Freude machen wollen, dann empfiehlt sich diese Variante als hochwertiges Geschenk.
Eau de Cologne
Das Original Eau de Cologne, oder auch „Echt Kölnisch Wasser“ stellt ein besonderes Duftwasser in der Historie der Parfüms dar. Es ist geschützt und eine beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragene Marke der Kölner Hersteller.
Am bekanntesten ist die Marke 4711, deren Name sie der ehemaligen Hausnummer der Firma Muelhens GmbH & Co. KG in der Glockengasse zu verdanken hat. Im Gegensatz zu den anderen Parfümvarianten weist dieses nur einen Riechstoffanteil von 3-5% auf und ist daher ein sehr dezentes Duftwässerchen. Wenn Sie sich als echter Parfümliebhaber verstehen und des Öfteren Aufenthalte in Köln haben, dann sollten Sie sich das 4711-Stammhaus in der Kölner Glockengasse nicht entgehen lassen.
Duftwirkung und Duftnoten Duftwirkung Der Duft eines Parfüms hat die verschiedensten Wirkungen auf uns. Diese können stark schwanken und sind von der Zusammensetzung des Parfüms abhängig. Welcher Duft der richtige für Sie ist, das entscheiden Sie subjektiv mithilfe Ihres Geruchsinnes. Dieser sagt Ihnen, ob Sie den Geruch für angenehm oder eher aufdringlich halten.
Duftnoten Durch die hohe Auswahl an natürlichen und synthetisch hergestellten Riechstoffen gibt es eine riesige Auswahl an Duftnoten. Diese weisen jedoch alle charakteristische Merkmale auf. Die erste grobe Unterteilung der Duftnoten lässt sich nach Frauendüften und Männerdüften durchführen. Allerdings werden die Grenzen zwischen ihnen immer flüchtiger, so dass es mitunter vorkommt, dass Sie manche Düfte sowohl an Mann als auch an Frau wiederfinden. Die meisten Parfüms setzen sich nämlich aus Kopf-, Herz- und Basisnote zusammen.
Die Kopfnote ist diejenige, die Sie nach dem Auftragen des Parfüms als erstes wahrnehmen. Diese ist sehr intensiv, da sie auschlaggebend für ihren ersten Eindruck ist. Sie setzt sich aus mehreren Duftstoffen zusammen. Nachdem die Kopfnote dann verflogen ist, riechen Sie den Duft der Herznote. Sie bildet den eigentlichen Duftcharakter des Parfüms. Sie ist oft blumig und mit anderen Aromen kombiniert. Als letztes nehmen Sie dann die Basisnote wahr. Sie enthält langhaftende und schwere Bestandteile.
Verwendung Wenn Sie sich dann für einen Duft entschieden haben, sollten Sie ihn unbedingt auf Ihrer Haut testen. Am besten sprühen Sie ihn auf eine gut durchblutete Stelle, wie Handpulsen, am Hals oder hinter Ihre Ohren. Dort entfacht der Duft seine beste Wirkung. Bitte beachten Sie, dass Allergiker oder Kinder auf verschiedene Parfüms sehr unterschiedlich reagieren können. Wenn Sie bereits allergisch auf verschiedene Parfüms reagiert haben, sollten Sie sich vorher unbedingt testen lassen.
Fazit: Es gibt eine schier unendliche Auswahl an Düften. Seien es blumig-feminine, maskuline, orientalische, fruchtige oder klassisch-elegante. Am Ende zählt nur, dass Ihnen der Duft gefällt und Sie sich damit wohlfühlen.