Ratgeber Halbakustische GitarrenHalbakustische Gitarren sind spezielle E-Gitarren, die seit 1956 erhältlich sind. Es handelt sich dabei um Gitarren mit einem abgerundeten Korpus, der im Gegensatz zur E-Gitarre ganz oder größtenteils hohl ist. Die meisten halbakustischen Gitarren verfügen über zwei längliche Schalllöcher, oft in F-Form, die beim Spielen für die Resonanz sorgen sollen. Der Korpus selbst ist flacher als der einer Vollresonanzgitarre und im Durchschnitt etwa 5 cm dick. Abhängig vom Hersteller und vom Modell besteht der Korpus aus gepresstem Span oder Ahornholz und ist in unterschiedlichen Farben lackiert. Die meisten dieser Gitarren sind nicht komplett hohl, sondern verfügen über einen Massivholzbalken, den sogenannten Sustain-Block, der etwa 8 bis 10 cm breit ist und vom Halsansatz durch den Korpus verläuft. Dieser Balken soll ein Aufschwingen der Decke und akustische Rückkopplungen in höheren Tonlagen verhindern, wenn Sie die Gitarre an einen Verstärker anschließen.
Fast alle Halbakustik-Gitarren verfügen über zwei Tonabnehmer und eine dazugehörige Regler-Einheit, mit der Sie den Tonabnehmer wählen, beziehungsweise einblenden und die Lautstärke regulieren können. Dabei handelt es sich zumeist um Drehknöpfe unter der Brücke der Gitarre. Die elektrische Regler-Einheit ermöglicht den Anschluss eines Verstärkers, wodurch der Einsatz dieser Gitarren sehr flexibel ausfällt.
Halbakustische Gitarren kaufenWie bei vielen anderen Instrumenten auch hängt der Kauf einer halbakustischen Gitarre vom Spielgefühl ab. Probieren Sie daher einige Modelle aus und beachten Sie folgende Überlegungen:
- Halbakustische Gitarren eignen sich vor allem für die
Musikstile Rock, Pop, Jazz und Blues.
- Sie können die
Gitarre ohne Verstärker spielen, dann ist sie allerdings leiser als ein Vollresonanz-Modell.
- Die Einschnitte im Korpus,
Cutaways genannt, beeinflussen die Handhabung der Gitarre.
- Eine mehrere
Tausend Euro kostende Halbakustik-Gitarre ist für Einsteiger selten empfehlenswert.
Der Preis einer halbakustischen Gitarre hängt nicht nur vom Hersteller ab, sondern auch von den verwendeten Materialien und der Verarbeitung. Präzise Regler und gute Stimmmechaniken sind bezeichnend für höherwertige Modelle.
Pioniere der Halbresonanzgitarren
Die Firma Höfner hat die ersten
Halbresonanzgitarren in Umlauf gebracht. Diese kamen hauptsächlich im Rock'n'Roll und Jazz zum Einsatz. Seither sind Jahrzehnte vergangen und noch immer erfreuen sich hochwertige
Halbakustik-Gitarren von Höfner großer Beliebtheit und gelten neben den ebenso anerkannten und beliebten Modellen von Gibson als Pioniere der halbakustischen Gitarren.
Während Höfner mittlerweile auch günstigere Serien produziert, die auch für Anfänger attraktiv sind, gibt es weiterhin die erlesenen Jazz-Gitarren, die durch eine sehr gute Verarbeitung und einmaligen Klang überzeugen. Der Hersteller setzt bei diesen Modellen auf massive Hölzer wie Fichte, Ahorn und Ebenholz und verziert den Hals mit hübschen Block-Inlays. Diese Varianten verfügen meist über einen einzelnen Humbucker-Tonabnehmer und zwei Regler. Halbakustik-Gitarren, die nicht nur für Jazz geeignet sind, besitzen zwei Tonabnehmer und weisen eine sehr vielfältige und sehr gute Klangqualität auf.
Klassische Halbakustik-Gitarren
Halbakustik-Gitarren von Gibson zählen zu den unangefochtenen Klassikern. Sie sind seit 1958 erhältlich und präsentieren sich als hochwertig verarbeitete und äußerst wohlklingende Vertreter unter den halbakustischen Gitarren. Viele Musiker, die vornehmlich halbakustisch spielen, greifen zu einer Gibson. Der Preis fällt entsprechend eher hoch aus.
Selbstverständlich verzichtet der Hersteller bei der Produktion auf minderwertige Materialien und fertigt die Instrumente aus guten Hölzern wie Ahorn und Mahagoni. Humbucker-Tonabnehmer und präzise Regler verstehen sich von selbst. Die Schalllöcher in F-Form verleihen den Halbakustik-Gitarren von Gibson ihre bezeichnende Optik. Besonders beliebt sind ältere Modelle oder aber Neuauflagen, die klassischen Varianten aus den Fünfzigern und Sechzigern nachempfunden sind. Auch Custom oder Signature Models von Musikern sind erhältlich, kosten aber in aller Regel noch einmal deutlich mehr.
Halbakustische Einsteigermodelle
Nicht nur für Anfänger bieten verschiedene Hersteller
halbakustische Einsteiger-Gitarren. Bei den Herstellern handelt es sich oftmals um Tochterfirmen namhafter Hersteller, welche die Gitarren aus preisgünstigeren Materialien produzieren lassen. Die Preise dieser Semiresonanzgitarren liegen zwischen 200 und 500 Euro. Die Ausstattung und die Verarbeitung
günstiger Einsteiger-Gitarren im Halbakustik-Bereich sind ebenfalls gut, allerdings kann der Klang variieren und fällt oftmals nicht ganz so imposant aus wie bei teureren Modellen. Für professionelle Musiker sind sie daher weniger geeignet. Doch Einsteiger und ambitionierte Gitarristen können mit diesen Gitarren lange spielen. Stabile Hölzer und ansprechende Designs sind ebenso selbstverständlich wie auch ordentliche Tonabnehmer und Regler.
Darüber hinaus gibt es noch weitere halbakustische Gitarren, deren Form mehr an E-Gitarren erinnert. Die Cutaways und die Form des Korpus sind weniger rund, so dass die Gitarren markanter und kantiger wirken. Auch der Klang kann anders ausfallen, so dass die Instrumente insgesamt auch für etwas härtere Rockmusik noch geeignet sind.
Auf zum Gitarrenunterricht!
Man ist nie zu alt, um ein Instrument spielen zu lernen, heißt es immer wieder. Dass das nicht unbedingt auf jedes Instrument zutrifft, leuchtet ein. Doch Gitarre spielen zu lernen ist auch für Erwachsene noch möglich. Die Gitarre ist ein weit verbreitetes Instrument und eignet sich sehr gut zum gemeinsamen Musizieren, beispielsweise mit Freunden. Auch in Kindergärten singen und spielen Erzieherinnen oft mit den Kindern, um ihnen bereits eine musikalische Früherziehung zu ermöglichen. Sofern es sich um Akustik- oder Halbakustik-Gitarren handelt, können Sie das Instrument überall hin mitnehmen, zum Beispiel an den See, zum Lagerfeuer oder einfach zu Freunden ins Haus.
Musikschule oder Privatlehrer?Für Kinder und Jugendliche bieten sich
Gitarrenstunden in der Musikschule an. Diese finden meistens in kleinen Gruppen statt, deren Teilnehmer ähnlich gut spielen beziehungsweise einen ähnlichen Wissensstand aufweisen. Auch als Erwachsener können Sie
Gitarrenunterricht in einer Musikschule nehmen. Ebenso können Sie sich auf die Suche nach einem sympathischen Lehrer machen, der Ihnen Einzelstunden gibt. Der Vorteil dieser Variante ist, dass sich Ihr Gitarrenlehrer voll und ganz auf Sie konzentrieren kann und Sie sich seine Aufmerksamkeit nicht mit anderen Schülern teilen müssen.
Eine Gitarre kaufenZu Beginn des Unterrichts spielen Sie vermutlich mit einem Instrument, das Ihnen Ihr Lehrer oder auch ein Freund zur Verfügung stellt. Je besser Sie allerdings spielen, umso notwendiger erscheint der Kauf einer eigenen Gitarre. Lassen Sie sich am besten von Ihrem Lehrer beraten, welches Instrument am besten für Sie geeignet ist. Dann können Sie eine eigene
Gitarre kaufen und auch in der Freizeit ungezwungen damit spielen. Eine Tasche oder ein Koffer sind empfehlenswert, damit Sie das gute Stück unbeschadet transportieren können. Falls Sie Halbakustik- oder
E-Gitarre spielen lernen, sind ein Kabel sowie ein Verstärker notwendig.
Lieblingslieder spielenBegleitend zum Unterricht können Sie lernen, Ihre
Lieblingslieder zu spielen. Im Internet finden Sie Tabulaturen für die Gitarre, die Ihnen das Nachspielen ermöglichen. Außerdem gibt es Notenbücher mit bekannten Liedern der vergangenen Jahrzehnte sowie mit aktuellen Hits. Das ist besonders praktisch, wenn Sie mit Ihren Freunden singen und spielen möchten. Auch Ihr Gitarrenlehrer kann mit Ihnen Ihre Lieblingsstücke üben und Ihnen zugleich wertvolle Tipps geben, wie Sie Ihr Spiel und die Interpretation des Songs verbessern können.
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