Ratgeber Arbeitsspeicher-KühlungFast in jedem deutschen Haushalt steht ein PC. Die verbauten Komponenten werden immer leistungsfähiger. So nutzen wir unseren PC heute nicht nur zum Erstellen von Dokumenten, zum Surfen im Internet oder zum Ansehen von Filmen, sondern auch zur Videobearbeitung oder zum Spielen. Viele aktuelle Anwendungen benötigen jedoch eine hohe Rechenleistung und damit auch eine besonders leistungsfähige Hardware. Neben Prozessor und Grafikkarte rückt auch der Arbeitsspeicher immer mehr in den Fokus. Die Speicherbausteine dienen als schneller Zwischenspeicher und tragen damit viel zur Gesamt-Performance des PC-Systems bei. Zwar müssen die RAM-Riegel in der Regel nicht gesondert gekühlt werden, möchten Sie jedoch ein Extra an Leistung aus den kleinen Speichersteinen zaubern, so kann es sinnvoll sein, über einen Arbeitsspeicher-Kühler nachzudenken.
Je leistungsfähiger ein RAM-Riegel ist, desto mehr Wärme produziert der Speicherstein. Möchten Sie die werksseitig eingestellte Taktfrequenz manuell erhöhen, so kann es sein, dass die bereits verbaute Kühlung nicht mehr ausreicht. Um die Stabilität Ihres PC-Systems zu erhalten, müssen Sie nun zu einem zusätzlichen Kühlsystem greifen. Je nach Leistung des RAM-Riegels können Sie hier auf verschiedene Möglichkeiten zurückgreifen.
Dieser Ratgeber gibt Ihnen einen kleinen Einblick in die Kühlung des Arbeitsspeichers und informiert Sie darüber, welche Kühlung für Ihren PC die richtige sein könnte.
Die Aufgaben des Arbeitsspeichers
Um festzustellen, warum der RAM Ihres PCs unter Umständen gekühlt werden muss, lohnt sich ein Blick auf die Funktionsweise des Arbeitsspeichers.
Der Arbeitsspeicher dient als Zwischenspeicher vieler vom PC angeforderten Daten. Starten Sie beispielsweise ein bestimmtes Programm, werden viele für den Programmstart notwendigen Informationen zunächst im Arbeitsspeicher abgelegt. Dies ist auch der Grund, warum ein Programm, welches Sie kurz zuvor schon einmal gestartet haben, beim zweiten Start deutlich schneller zur Verfügung steht. Während der PC beim ersten Programmstart alle notwendigen Daten von der Festplatte laden musste, greift der Computer beim zweiten Start auf die bereits im Arbeitsspeicher vorbereiteten Daten zurück. Aufgrund der elektronischen Arbeitsweise ist der Arbeitsspeicher deutlich schneller als die meist mechanische arbeitende Festplatte. Daher erfolgt ein Zugriff auf im Arbeitsspeicher hinterlegte Daten auch wesentlich flotter als der Zugriff auf Daten, die auf der Festplatte gespeichert sind.
Grundsätzlich gilt: Je größer der Arbeitsspeicher ist, desto mehr Daten kann der PC für den schnellen Zugriff vorbereiten. Falls Sie also häufig speicherhungrige Anwendungen ausführen, lohnt es sich, den PC mit einem entsprechend großen Arbeitsspeicher auszustatten. Die Zugriffszeiten auf einzelne Dateien oder Programme verkürzen sich deutlich und der gesamte PC arbeitet merklich schneller.
Wann ist eine RAM-Kühlung sinnvoll?
Die Leistungsfähigkeit eines RAM-Riegels hängt von mehreren Faktoren ab. Jeder Arbeitsspeicher verfügt über eine maximale Taktfrequenz. Diese bezeichnet die Geschwindigkeit, in der eine Dateneinheit pro Sekunde übertragen wird. Verfügt ein RAM-Riegel über einen Takt von 1.333 MHz, so werden bis zu 1.333.000.000 Dateneinheiten pro Sekunde übertragen. Der zweite Faktor, welcher die Leistungsfähigkeit eines RAM-Riegels wiedergibt, sind die sogenannten Timings, auch Schaltzeiten genannt. Diese geben an, wie viele Takte der Arbeitsspeicher benötigt, bis er eine bestimmte Information abgerufen und an den Prozessor weitergegeben hat.
Welche Rolle spielt dies jedoch in Bezug auf die Arbeitsspeicher-Kühlung? Zunächst einmal keine. Wenn Sie den Arbeitsspeicher nicht übertakten möchten, sind die kleinen RAM-Riegel ab Werk mit einer Kühlung ausgestattet, die für die bereits eingestellte Frequenz und Schaltzeit völlig ausreicht. Wichtig ist die RAM-Kühlung jedoch dann, wenn Sie mit dem Gedanken spielen, die voreingestellten Werte zu erhöhen. Denn: Je höher die Frequenz des Arbeitsspeichers ist, desto mehr Wärme produziert der RAM-Riegel. Haben Sie den Arbeitsspeicher übertaktet, die Frequenz also manuell erhöht, kann es durchaus passieren, dass die werksseitig verbaute Kühlung nicht mehr ausreicht. Die Folge: Der Arbeitsspeicher wird zu heiß und das gesamte PC-System läuft nicht mehr stabil. Im schlimmsten Fall nimmt sogar die verbaute Hardware Schaden. Sorgen Sie also im Falle einer Übertaktung stets dafür, dass der Arbeitsspeicher ausreichend gekühlt wird.
Die verschiedenen KühlmöglichkeitenUm die Temperatur des Arbeitsspeichers zu reduzieren, haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Diese unterscheiden sich nicht nur in ihrem Anschaffungspreis, sondern auch in dem notwendigen Aufwand des Einbaus.
Der passive RAM Kühler
Der passive
RAM Kühler ist im Grunde ein großer Kühlkörper, welcher das Konzept der Wärmekonvektion nutzt. Der Kühlkörper besteht aus einem gut wärmeleitenden Material und weist eine große Oberfläche auf. Da die Platzverhältnisse in einem PC-Gehäuse relativ eingeschränkt sind, verfügt der Kühlkörper in der Regel über sogenannte Kühlrippen, welche die Gesamt-Oberfläche vergrößern. Die am Arbeitsspeicher entstehende Wärme wird auf die gesamte Oberfläche des Kühlkörpers verteilt und anschließend an die Umgebungsluft abgegeben.
Eine Passivkühlung ist eine besonders einfache und unkomplizierte Methode, den Arbeitsspeicher zu kühlen. Allerdings ist die Wirksamkeit der Passivkühlung beschränkt. Wenn Sie den Arbeitsspeicher also besonders stark übertakten möchten, kann es trotz Passivkühlung passieren, dass der RAM zu warm wird und Ihr PC-System instabil wird.
Der Arbeitsspeicher-Lüfter
Optisch erinnert der Arbeitsspeicher-Lüfter ein wenig an einen herkömmlichen CPU-Lüfter. Der
RAM-Lüfter ist mit einem Ventilator oder mehreren Ventilatoren ausgestattet, welche einen Luftstrom erzeugen. Dieser Luftstrom transportiert die bei der Verwendung des Arbeitsspeichers entstehende Wärme ab.
Der RAM-Lüfter ist vor allem dann gut geeignet, wenn Sie den Arbeitsspeicher besonders zuverlässig kühlen möchten. Auch bei einer stärkeren Übertaktung sorgt der Arbeitsspeicher-Lüfter für ein korrektes Betriebsklima und trägt damit zur Stabilität Ihres PC-Systems bei. Bedenken Sie jedoch, dass der RAM-Lüfter mit beweglichen Bauteilen arbeitet, welche dementsprechend zu hören sind. So geben die Lüfter ein leises Surren von sich, welches besonders in leisen Arbeitsumgebungen durchaus stören kann. Einige Hersteller bieten RAM-Lüfter mit dem Attribut „silent“ an. Diese Produkte arbeiten besonders geräuscharm und können so auch in leisen Arbeitsumgebungen eingesetzt werden.
Die WasserkühlungFalls Sie den Arbeitsspeicher besonders stark übertakten möchten, können Sie diesen auch mit Wasser kühlen. Die sogenannte Wasserkühlung ähnelt in ihrer Funktionsweise dem Kühlwasser-Kreislauf eines Autos. Die entstehende Wärme wird durch einen ständigen Wasserfluss abtransportiert, wodurch die verbauten Komponenten gekühlt werden.
Die Installation einer Wasserkühlung ist relativ aufwendig und bedarf einiger PC-Kenntnisse. Sie sollten eine Wasserkühlung also nur dann in Betracht ziehen, wenn Sie den Arbeitsspeicher deutlich oberhalb seiner Spezifikationen betreiben möchten. Auch dann, wenn Sie keine Gehäuselüfter installiert haben, kann eine Wasserkühlung eine sinnvolle Investition sein. Für Anwender, die den Arbeitsspeicher gar nicht oder nur leicht übertakten möchten, ist die Wasserkühlung jedoch nicht zu empfehlen, da der Installationsaufwand in keinem Verhältnis zum späteren Nutzen steht.
Sie sehen, es gibt viele Möglichkeiten, den Arbeitsspeicher auf die notwendige Temperatur zu kühlen. Egal für welche Variante Sie sich letztendlich entscheiden, ein kühler Arbeitsspeicher ist ein wichtiger Baustein in einem stabilen PC-System und verdient daher auch eine besondere Beachtung.