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Ratgeber
Ratgeber Noten

Ob Kinderlieder, Weihnachtslieder, Volkslieder oder unterhaltsame Lieder für lustige Runden mit Freunden und Bekannten – für alle Lieder brauchen Sie Noten. Egal ob Sie Gesang musikalisch begleiten möchten oder Ihr Instrument im Mittelpunkt des Auftrittes steht. Und wer die Noten nicht auswendig kennt, oder neue Stücke erlernen möchte, sollte sich früher oder später ein Notenbuch zulegen. Doch was sind Noten überhaupt und wie sind sie entstanden?

Was sind Noten?
Noten sind grafische Zeichen, anhand derer man die Länge und die Höhe eines Tones ablesen kann. Das Wort Note leitet sich von „nota“ ab, was aus dem mittellateinischen kommt. Noten ermöglichen es uns, Töne schriftlich aufzuzeichnen und für Musikstücke für die Ewigkeit festzuhalten.

[Schon in der Schule lernen Schüler, wie Noten gemalt werden und was sie im Notensystem bedeuten. Noten bestehen immer aus einem rundlich-ovalen Kopf und einem Notenhals. Entweder wird der Kopf ausgemalt oder ist hohl – je nachdem, ob es sich um eine halbe oder eine ganze Note handelt. Zusammen mit dem Notenschlüssel, der Platzierung im Notensystem und dem vorgegebenen Takt entsteht so ein Lied, das sich von verschiedensten Musikern wiederholen lässt. Die Notation ist also das grafische Festhalten von musikalischen Parametern. Dabei geht es um die Tonhöhe, die Tondauer oder auch die Tonlautstärke.

Die Vorform der Noten
Würde es keine Noten geben, hätten wir keine Möglichkeit, Musik schriftlich festzuhalten und für kommende Generationen aufzuzeichnen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Menschen früh probierten, Musik schriftlich darzustellen. Schon die Ägypter nutzten Noten. Doch die erste, voll entwickelte Notation entstand erst zwischen 200 und 100 Jahren vor Christus. Dabei handelt es sich um eine griechische Notation. Die Menschen verwendeten Buchstaben, um die Höhe eines Tones darzustellen. Damit die Musiker wussten, wie lang ein Ton gespielt werden sollte, wurden verschiedene Symbole über den Buchstaben abgebildet. Diese Symbole standen für die Tondauer.

Aus der Zeit ist allerdings nur eine Komposition vollständig erhalten. Das so genannte „Seikilos-Epitaph“. Die “Seikilos-Stele“ ist ein altgriechischer Grabstein, der in Tralles in Kleinasien, gefunden wurde. Auf diesem Grabstein verewigten die Menschen eine Notation. Sie meißelten die Vorform der Noten in den Stein. Sogar der zugehörige Text ist noch erhalten. Das „Seikilos-Epitaph“ ist daher eines der ältesten Musikstücke, die vollständig erhalten wurden.

Noten als Erinnerungsstütze
Doch als das römische Reich fiel, ging die griechische Notation verloren und wurde kaum noch verwendet. Da die verschiedenen Völker ihre Musikstücke darstellen wollten, entwickelten sich außerhalb von Europa verschiedene Notationssysteme. In China, Japan und Indien wurde versucht, Musik anhand von Notationssystemen schriftlich festzuhalten. Doch das Bestreben, für die Nachwelt Musikstücke festzuhalten, trieb die Menschen damals nicht an, Noten zu entwickeln. Viel eher wollten die meisten Völker eine Erinnerungsstütze haben, um ihre improvisierte Musik nicht wieder zu vergessen. Die Notenschrift war also nicht unbedingt für Nachwelt gedacht, sondern für sich selbst.

Das Terzliniensystem
Auch in europäischen Klöstern waren die Mönche im Bereich Noten nicht untätig. Mitte des neunten Jahrhunderts entwickelte sich eine Musikschrift für gregorianische Choräle. Damals wurden Neumen als Symbole benutzt. Neumen sind grafische Zeichen, Figuren oder Symbole, die in Klöstern verwendet wurden. Verschiedene Ordensgemeinschaften hatten auch verschiedene Neumen.

Im Laufe der Jahre folgten Linien, um die Neumen besser darstellen zu können. Zunächst wurden zwei farbige Linien entwickelt, so dass man die Töne f und c darstellen konnte. Auch Halbtonschritte (e bis f und h bis) konnten auf diese Weise aufgezeichnet werden. Guido von Arezzo, ein Benediktinermönch, Musiktheoretiker und Lehrer, erschuf Anfang des 11. Jahrhunderts schließlich eine dritte Linie. Diese fügte er zwischen die f- und die c-Linie ein und erfand somit das Terzliniensystem. Er empfahl für bestimmte Musikstücke außerdem die Verwendung einer vierten Linie.

Das westliche heutige Notensystem
Heute besteht das Notensystem aus mehreren waagerechten Linien, die alle parallel sind und den gleichen Abstand haben. Dieses System wird als Rahmen oder Raster begriffen, durch das die Notation der Tonhöhe dargestellt werden kann. Die Noten können entweder auf einer Linie oder zwischen zwei Linien platziert werden. Auf diese Weise wird die Tonstufe der Note dargestellt. Wenn Noten außerhalb der Linien schriftlich festgehalten werden sollen, kann man sich durch Hilfslinien behelfen.

Das Klavier als Orientierung
Neben dem westlichen Notensystem entstanden weitere Systeme. Häufig orientierten sich diese an den schwarzen und weißen Tasten des Klaviers. Sie werden als Klavarskribo bezeichnet, das von Cor Pot aus den Niederlanden entwickelt wurde. Mit diesem System konnte sich Cor Pot allerdings nicht durchsetzen.

Noten sind überall
Heute sind Noten aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Schon als Schüler lernen wir, Noten zu lesen. Unter dem Begriff musikalische Früherziehung werden verschiedene Unterrichtsfächer zusammengefasst. Dabei geht es um die musikalische Frühförderung, die bereits im Kindesalter stattfindet.

In der Regel treffen sich Kinder circa einmal in der Woche in Musikschulen oder Musikvereinen, um eine musikalische Unterrichtsstunde zu erleben. Neben Liedern lernen sie auch Instrumente und Tanzbewegungen kennen. Die Kurse haben meist einen spielerischen Charakter. Durch die Kurse werden verschiedene Ziele verfolgt:

- Ausbau der kindlichen Fantasie und Vorstellungskraft
- Elementare Gehörbildung
- Elementares Instrumentalspiel
- Musikhören
- Instrumentenkunde
- Singen
- Tanz und Bewegung

Auf diese Weise werden Kinder schon früh an Musik herangeführt. Auch in Blockflötenschulen wird früh das Notensystem kennengelernt. Neben der musikalischen Früherziehung gibt es außerdem musikalische Grundausbildung und Erwachsenenbildung. In den letzten Jahren wird die musikalische Seniorenbildung auch mehr und mehr Thema.

Tipps zum Notenlernen
Ob Gitarrennoten, Keyboard-Noten, Piano-Noten, Saxophon-Noten, Klaviernoten, Akkordeon-Noten oder Noten für die Mundharmonika – alle Musiknoten haben eines gemeinsam: sie müssen vom Musiker gelesen und verstanden werden können. Doch viele Menschen quälen sich beim Notenlernen, die verschiedenen Bezeichnungen und die Anordnung der Noten im Notensystem, bleiben einfach nicht im Gedächtnis. Doch es gibt einige Tipps, die das Notenlernen erleichtern.

Das Notenlesen sollten Sie täglich circa fünf bis zehn Minuten intensiv lernen. Nach ein paar Wochen können Sie auf diese Weise schon Noten lesen und sogar Moll- oder Dur-Tonarten erkennen. Am einfachsten ist es, die Noten selbst zu schreiben und zu benennen. Lassen Sie sich von jemandem abfragen: Ihnen werden Noten gesagt und sie müssen diese dann malen. Oder Ihnen wird eine Note vorgemalt und Sie müssen diese benennen. Durch die Wiederholungen prägen sich die Notensysteme besser ein. Am schnellsten lernen Sie das Notensystem aber durch ein Instrument kennen. Note spielen und benennen, Note nennen und spielen. Auch indem Sie Tonleitern vorsingen, bleiben die Noten im Gedächtnis hängen. Mittlerweile gibt es auch mehrere Apps und Online-Programme, die Noten abfragen und Sie Ihnen spielerisch beibringen.

Wenn Sie einmal Noten gelernt haben, sind gängige Weihnachtslieder-Noten, Kinderlieder-Noten oder auch Chornoten keine fremden Symbole mehr für Sie. Dann können Sie Songbooks und Notenbücher lesen und benutzen, um Musik zu machen.

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