E-Lastenrad: Alles über die praktischen Packesel

Frau mit E-Lastenrad und Hund

Ein E-Lastenrad ist ein motorisiertes Fahrrad mit einer zusätzlichen Transportfläche oder Transportbox. Damit kannst Du Deine Kinder zum Kindergarten fahren, Einkäufe erledigen, Deinen Hund mit auf große Fahrt nehmen oder schwere Lasten transportieren. Gerade in der Stadt steigen immer mehr Menschen komplett vom Auto auf ein Cargo-E-Bike, wie die elektrischen Lastenräder auch heißen, um. Dazu zählen auch HandwerkerInnen und HundebesitzerInnen.

In der Stadt kommen die Vorteile solcher Bikes am besten zum Tragen: Sie benötigen weniger Platz als ein Auto und im städtischen Stop-and-go-Verkehr sind sie in den meisten Fällen schneller und vor allem wendiger. Außerdem sind sie günstiger, sauberer und leiser.

Natürlich ist ein E-Lastenrad auch zum Pendeln oder für lange Fahrten und Ausflüge in die Natur bestens geeignet. Dann bietet die Ladefläche genügend Platz, um etwa allerlei Leckereien für ein Picknick im Wald einzupacken. Ganz nebenbei bieten die Räder jede Menge Fahrspaß.

Meistens ist übrigens ein Pedelec gemeint, wenn von einem E-Bike die Rede ist. Das gilt auch für unseren Kaufratgeber. Pedelec steht für Pedal Electric Cycle. Der Motor unterstützt Dich nur, wenn Du selbst in die Pedale trittst. Es fährt – von manchen Modellen mit einer Anfahrhilfe bis 6 Kilometer pro Stunde (km/h) abgesehen – also nicht von alleine. Außerdem schaltet sich der Motor ab einer Geschwindigkeit von 25 km/h ab. Dafür gilt ein Pedelec rechtlich als Fahrrad.

Im Gegensatz dazu gibt es S-Pedelecs oder Speed-Pedelecs. Diese unterstützen Dich bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Sie fahren aber auch ganz ohne Tretunterstützung bis zu 20 km/h. In Deutschland sind S-Pedelecs aufgrund rechtlicher Bestimmungen kaum verbreitet.

Diese 3 Fragen solltest Du Dir vor dem Kauf stellen

E-Lastenräder gibt es in vielen Variationen und für unterschiedliche Zwecke. Die folgenden 3 Fragen helfen Dir, das richtige Modell zu finden:

Welches E-Lastenrad-Modell eignet sich für mich?

E-Lastenräder helfen Dir in vielen Situationen im Alltag, bei der Arbeit oder in der Freizeit. Welches Modell das Richtige für Dich ist, hängt vor allem davon ab, wozu Du es nutzen willst.

Familien können etwa einen Familienausflug planen, wenn die Kleinen noch keine langen Distanzen mit dem Fahrrad schaffen. Dafür sind sogenannte Long Johns oder Trikes gut geeignet. Gleiches gilt für alle, die schwere Lasten oder sperrige Gegenstände transportieren möchten. Immer mehr HandwerkerInnen wählen diese Art der Beförderung, um zu ihren KundInnen zu kommen.

Wer mit seinem Lastenrad nur einkaufen will, kann sich auch für einen Backpacker oder ein Post- oder Bäckerfahrrad entscheiden. Gerade letztgenannte sind klassische Fahrräder für Kuriere. Backpacker kommen einem normalen E-Bike sehr nahe und eignen sich auch gut für Pendler.

Wenn Du ein Lastenrad für Ausflüge mit Deinem Hund suchst, kommt es auf dessen Größe an. Kleine Hunde passen in eine Box auf einem Postfahrrad. Für größere Hunde empfiehlt sich ein Long John oder Trike mit großer Transportbox.

Wie viele Räder sollte mein E-Lastenrad haben?

Cargo-Bikes sind entweder 2- oder 3-rädrig. Das hat großen Einfluss auf die Fahreigenschaften. Die 2-rädrigen Backpacker und Postfahrräder mit elektrischem Rückenwind fahren sich fast wie normale E-Bikes, weil sie ähnliche Maße haben. Long Johns haben ebenfalls 2 Räder, aber einen verlängerten Radstand. Am Anfang ist es etwas ungewohnt, damit zu fahren. Daran gewöhnst Du Dich aber schnell.

Ein 1-spuriges Modell ist auf jeden Fall die richtige Wahl für alle, die einen sportlichen Fahrstil bevorzugen und ein wendiges E-Lastenrad suchen. Trikes haben 3 Räder. Es gibt Varianten mit 2 Rädern vorne oder hinten. Damit hast Du einen größeren Wendekreis. Ein Trike ist die richtige Wahl, wenn Du lieber gemütlich fährst.

Welchen Akku braucht mein E-Lastenrad?

Fährst Du mit Deinem E-Lastenrad öfter lange Strecken, bei jedem Wetter oder in hügeligem Gelände? Dann empfiehlt sich ein E-Bike, bei dem der Motor in der Mitte oder hinten angebracht ist. Dein Akku sollte eine Kapazität von mindestens 500 Wattstunden (Wh) und damit eine große Reichweite haben. Inzwischen gibt es Modelle mit 2 Akkus, was die Reichweite verdoppelt.

Allgemeine Informationen zu E-Bikes findest Du in unserem gleichnamigen Ratgeber.

Welche E-Lastenrad-Typen gibt es?

Lastenräder mit Elektroantrieb gibt es in unterschiedlichen Varianten. Hier findest Du Eigenschaften, Vor- und Nachteile der einzelnen Modelle.

Long John: 2-rädrige E-Lastenräder

Long John 2-rädrige E-Lastenräder

Long Johns sind E-Lastenräder mit 2 Rädern und einem verlängerten Radstand. Die meisten Räder dieses Typs sind um die 2,5 Meter (m) lang. Die meist recht große Ladefläche befindet sich zwischen Lenker und Vorderrad. Damit hast Du Deine Kinder oder Ladung immer im Blick. Wie alle 2-rädrigen Modelle bleibt ein Long John nicht von alleine stehen.

Manche Cargo-Bikes haben eine integrierte Transportbox, teilweise mit Sitzen und Sicherheitsgurten für Kinder. Modelle ohne Transportbox sind dagegen etwas flexibler, wenn es darum geht, sperrige Gegenstände zu transportieren. Selbstverständlich kannst Du bei diesen Varianten eine eigene Transportbox befestigen. Gerade Transportboxen aus Holz geben den Rädern ein gewisses Retro-Flair. Andere Materialien für die Boxen sind vor allem widerstandsfähige Kunststoffe oder Metall.

Trotz des verlängerten Radstands sind Long Johns wendig, schnell und relativ einfach zu fahren. Weil sie 1-spurig sind, benötigen sie deutlich weniger Platz beim Parken und im Verkehr, als 2-spurige Cargo-E-Bikes. Außerdem ruckeln 1-spurige Lastenräder nicht so stark. Schließlich fährt 1 Rad weniger über den Bordstein als bei Bikes mit 3 Rädern. Das ist gerade auf längeren Fahrten ein Vorteil – besonders für Passagiere, seien es Kinder oder Hunde.

Long Johns sind perfekt für Familien mit kleinen Kindern. Für diesen Zweck ist ein Modell mit eingebauter Box, Sitzen und Gurten am besten. Es gibt Boxen für bis zu 4 Kinder. Hier finden auch größere Hunde Platz. Wer den Wocheneinkauf mit dem E-Lastenrad statt mit dem Auto erledigen will, trifft damit ebenso eine gute Wahl.

HandwerkerInnen transportieren damit Werkzeug und andere Materialien im Handumdrehen und ohne anstrengende Parkplatzsuche zu ihren KundInnen. In diesem Fall eignet sich ein Bike mit großer Ladefläche.

Hier noch einmal alle Vor- und Nachteile von Long Johns:

Vorteile Nachteile
Schnell und wendig Steht nicht von alleine
Große Ladefläche
Vielseitig einsetzbar

Trikes: 3-rädrige E-Lastenräder

Trikes 3-rädrige E-Lastenräder

3-rädrige E-Lastenräder haben entweder vorne oder hinten 2 Räder statt 1. Dort befindet sich auch die Transportbox. Dadurch sind Trikes etwas kürzer als Long Johns und in der Regel um die 2,2 m lang. Auch Trikes wird mit Boxen aus Holz ein charmanter Stil verliehen. Das 3. Rad macht diese Modelle insgesamt stabiler, auch wenn es gerade am Anfang ungewohnt ist, damit zu fahren.

Das gilt besonders für Kurven, da Trikes einen deutlich größeren Wendekreis haben als 1-spurige Bikes. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, diesen Wendekreis zu respektieren, da die eigentlich stabilen Trikes in Kurven sonst instabil werden können.

Am meisten trifft das auf Räder mit Drehschenkellenkung zu. Dabei dreht sich der Kasten mit dem Lenker, was sehr gewöhnungsbedürftig ist. Leichter fahren sich 3-rädrige Lastenräder mit Achsschenkellenkung, bei denen der Kasten gerade bleibt. Daneben gibt es die Neigetechnik: Der Fahrer legt sich wie bei einem Motorrad in die Kurve. Gerade diese Trikes brauchen etwas Übung, sind dafür aber die wendigsten der 2-spurigen Varianten.

Trikes ruckeln etwas mehr und sind damit besonders für Passagiere etwas ungemütlicher. Auf unebenen Wegen und Straßen sitzen FahrerIn und Passagiere entsprechend schief auf dem Sattel oder in der Box. Auf längeren Touren ist das auf Dauer recht unangenehm.

3-rädrige Lastenräder eignen sich für alle, die eine eher langsame Fahrweise bevorzugen und auf Stabilität setzen. Für Familien ist ein Trike die richtige Wahl, wenn sie vor allem kurze Wege mit ihren Kindern als Passagiere fahren. HandwerkerInnen finden unter dieser Variante Modelle mit besonders großen Ladeflächen und Transportboxen.

Alle Vor- und Nachteile von Trikes hier noch einmal als Übersicht:

Vorteile Nachteile
Auch bei niedriger Geschwindigkeit stabil Kann in Kurven bei hoher Geschwindigkeit instabil werden
Ideal für kurze Wege Großer Wendekreis
Modelle mit besonders großer Ladefläche Ruckelt stärker als 2-rädrige Modelle
Gewöhnungsbedürftig

Bäcker- oder Post-E-Lastenfahrrad

Bäcker- oder Post-E-Lastenrad in einem Blumenfeld

Ein Bäcker- oder Post-E-Lastenfahrrad mit elektrischem Rückenwind ist ein E-Lastenrad, das einem normalen Pedelec sehr nahekommt. Das gilt für das Aussehen sowie für das Fahrverhalten. Der Unterschied ist die zusätzliche Ladefläche über dem Rad vor dem Lenker. Der Rahmen ist so konstruiert, dass er auch vorne größere Lasten aushält. Dazu kommt ein Gepäckträger hinten. Für bessere Sicht und höhere Stabilität ist das Vorderrad oft kleiner als das Hinterrad.

Elektrische Postfahrräder benötigen durch ihre Bauweise nur sehr wenig Platz im Vergleich zu anderen Cargo-E-Bikes. Dadurch sind sie schnell und wendig.

Durch die Ladefläche über dem Vorderrad wirken sie ein bisschen wie die Oldtimer unter den E-Lastenrädern: würde- und stilvoll.

Auf der vorderen Ladefläche kannst Du eine Transportbox oder -kiste befestigen. Diese Fläche ist groß genug für den Einkauf oder um zum Beispiel einen kleinen Hund zu transportieren. Die Mitnahme von Kindern ist hier nicht vorgesehen. Für Kuriere ist diese Variante hingegen sehr gut geeignet.

Alle Vor- und Nachteile von Bäcker- und Post-E-Lastenrädern findest Du hier:

Vorteile Nachteile
Fährt sich fast wie ein normales E-Bike Weniger Ladefläche im Vergleich zu anderen E-Lastenrädern
Schnell und wenidig Transport von Kindern nicht möglich
Platzsparendes E-Lastenrad Ruckelt stärker als 2-rädrige Modelle

Backpacker oder Longtail-Rad

Backpacker oder Longtail-Rad

Backpacker sind die elektrischen Lastenräder, die einem normalen E-Bike am nächsten kommen. Sie sind mit einem besonders langen Gepäckträger ausgestattet. An diesem kannst Du große Packtaschen befestigen und auf manchen sogar 2 Kindersitze hintereinander anbringen.

Ansonsten fahren sie sich wie ein herkömmliches Rad mit Elektroantrieb. Damit eignen sich Longtail-Räder für alle, die ein praktisches und wendiges E-Bike für den wöchentlichen Einkauf suchen. Auch die Räder wirken schnittig und kompakt.

Es gibt sie sogar als Klapprad, was sie besonders platzsparend macht. Das ist zum Beispiel gut für Pendler*innen, die einen Teil der Strecke mit dem Zug oder der Bahn zurücklegen wollen. Manche Backpacker lassen sich hochkant auf den Gepäckträger stellen. So passen sie in einen Aufzug und Du kannst Dein Rad bequem in Deine Wohnung oder ins Büro bringen. Das macht diese Variante zu einem perfekten Citybike mit elektrischer Unterstützung.

Im Folgenden haben wir für Dich nochmals alle Vor- und Nachteile von Backpackern aufgelistet:

Vorteile Nachteile
Kommt normalen E-Bikes am nächsten Weniger Ladefläche im Vergleich zu anderen E-Lastenrädern
Platzsparende Klappvarianten
Schnell und wendig

Welches ist die beste Position des Motors bei einem E-Lastenrad?

Motoren bei E-Lastenrädern sind entweder am Hinterrad, in der Mitte oder am Vorderrad angebracht. Für alle gilt: Markenmotoren haben ihren Preis. Dafür sind sie zuverlässiger, haltbarer und leistungsstärker. Es empfiehlt sich, unbedingt darauf zu achten.

  • Mittelmotor
    Am beliebtesten ist der Mittelmotor, der gleichzeitig am meisten kostet. Er treibt im Gegensatz zu den anderen beiden Varianten das Tretlager selbst und nicht das Vorder- bzw. Hinterrad an. Der größte Vorteil dieser Variante ist der tiefe Schwerpunkt, was das Fahrgefühl und die Balance deutlich verbessert. Auch die Traktion, also die Zugkraft, ist bei einem Tretlagermotor stark. Außerdem stört der Motor nicht, wenn Du eines der Räder ausbauen willst. Diese Variante belastet Kette und Kettenräder etwas stärker.
  • Hinterradmotor
    Hinterradmotoren haben eine noch bessere Traktion als Mittelmotoren und eignen sich damit für eine sportliche Fahrweise. Beim Fahren fühlt es sich so an, als würdest Du von hinten angeschoben. Ein weiterer Vorteil: Die Motoren sind sehr leise. Etwas komplizierter wird es dagegen, wenn Du das Hinterrad ausbauen willst.
  • Vorderradmotor
    Vorderradmotoren sind in erster Linie günstig und werden dementsprechend in eher billigen E-Lastenrädern eingesetzt. Wir sind es gewohnt, dass der Antrieb bei einem Fahrrad von hinten kommt. Ist der Motor vorne, ändert sich das. Es fühlt sich an, als würde das Rad gezogen. Räder mit Frontmotor haben eine schlechtere Traktion. Das spürst Du vor allem, wenn es nass ist oder Du auf einem losen Belag wie Schotter fährst. In solchen Situationen kann das Vorderrad leicht weg- oder durchrutschen.

Wie groß ist die Reichweite des Akkus eines E-Lastenrads?

Die tatsächliche Reichweite eines Akkus hängt von vielen Faktoren ab. Meist liegt sie zwischen 60 und 110 km. Grundsätzlich gilt, je mehr Wh der Akku hat, desto weiter kommst Du damit. Die Kapazität heutiger Akkus liegt meist zwischen 250 und 600 Wh. Es gibt auch E-Lastenräder mit 2 Akkus, was die Reichweite verdoppelt. Eine vollständige Ladung kostet zwischen 9 und 15 Cent und dauert in der Regel zwischen 1,5 und 6 h.

Was beeinflusst die Reichweite eines E-Bike-Akkus?

Großen Einfluss auf die Reichweite eines E-Bike-Akkus haben die Umstände, die auch sonst unsere Geschwindigkeit mitbestimmen.

  • Unterstützungsstufe
    E-Lastenräder haben unterschiedliche Unterstützungsstufen. Du wählst also, ob Dich der Motor stark oder nur wenig unterstützt. Wenn Du immer mit der maximalen Unterstützung fährst, musst Du zwar selbst kaum Kraft einsetzen, dafür leert sich Dein Akku umso schneller.
  • Äußere Umstände
    Weitere Kriterien sind Gegen- oder Rückenwind und ob Du auf ebener Strecke oder in bergigem Gelände fährst. Auf einer gut asphaltierten Straße ist der Rollwiderstand deutlich geringer als auf unbefestigten Feldwegen.
  • Fahrstil
    Es empfiehlt sich, mit einem kleinen Gang anzufahren. Unterwegs schont aktives Schalten den Akku. Als optimal gilt eine Trittfrequenz von 60 bis 80 Umdrehungen pro Minute.
  • Gesamtgewicht
    Selbstverständlich wirkt sich auch das Gesamtgewicht aus Fahrrad, Fahrer*in und Zuladung stark auf die Reichweite aus.
  • Pflege
    Auch wie gut Du Dein E-Lastenrad pflegst, spielt eine Rolle für die Reichweite. Es empfiehlt sich, gerade die Verschleißteile regelmäßig und zusätzlich nach langen Fahrten im Regen zu reinigen und zu warten.

Wie wird der Akku eines E-Lastenrads geladen?

Laden kannst Du Deinen Akku theoretisch an jeder Steckdose. Manche E-Lastenräder haben fest in den Rahmen integrierte Akkus. Du kannst sie also nicht abnehmen.

Es gibt heute in vielen Städten und Regionen ein gut ausgebautes öffentliches Ladenetz für E-Bikes.

Welche Bremsen sind die besten für ein E-Lastenrad?

Das hohe Gewicht und die elektrische Power stellen hohe Anforderungen an die Bremsen von E-Lastenrädern. Eine hydraulische Scheiben- oder Felgenbremse darf deshalb bei einem E-Cargo-Bike nicht fehlen.

  • Scheibenbremsen
    Bei einer Scheibenbremse ist eine Scheibe mit den jeweiligen Rädern verbunden. Betätigst Du die Bremse, drücken die Bremsbeläge auf die Bremsscheibe und halten diese fest. Dadurch kann sich das Rad nicht mehr oder zumindest weniger drehen – je nachdem, wie stark Du bremst. Scheibenbremsen haben die beste Bremsleistung. Damit sind sie vor allem für eine schnelle Fahrweise empfehlenswert. An einem Lastenrad mit Elektroantrieb sollten sie unbedingt hydraulisch und nicht mechanisch sein. Das erhöht die Bremskraft und Du bremst genauer mit ihnen. Auch bei Nässe behalten Scheibenbremsen ihre hohe Leistung.
  • Felgenbremsen
    Bei einer Felgenbremse liegen die Bremsbeläge an der Felge der Räder an. Wenn Du bremst, pressen sich diese an die Felge an und stoppen so das Rad. Auch Felgenbremsen sollten bei E-Lastenrädern hydraulisch statt mechanisch sein. Nachteile von Felgenbremsen sind die schwächere Bremswirkung bei Nässe und der Verschleiß der Felgen.

Welche Schaltung eignet sich für ein E-Lastenrad?

Lastenräder mit Elektroantrieb gibt es mit Naben- oder Kettenschaltung. Welches die richtige für Dich ist, hängt vor allem von Deinem Fahrstil und der Umgebung, in der Du fährst, ab.

  • Nabenschaltungen
    Nabenschaltungen befinden sich in der Nabe des Hinterrads. Durch ihre geschützte Lage sind sie deutlich wartungsärmer als Kettenschaltungen. Sie haben nur einen Schalthebel, was das Schalten vereinfacht. Außerdem kannst Du damit auch im Stehen den Gang wechseln, wenn Du zum Beispiel an einer roten Ampel stehst. Du musst, was das angeht, also weniger vorausschauend fahren. Reparaturen an der Nabenschaltung sind dagegen komplizierter. Ein Nachteil, der insbesondere bei E-Lastenrädern zum Tragen kommt: Die Schaltungen halten hohe Belastungen nicht so gut aus wie Kettenschaltungen. Das kann bei zu starken Motoren oder wenn Du dauernd in hügeliger Umgebung fährst, zu Defekten führen.
  • Automatische Nabenschaltungen
    Es gibt auch automatische Nabenschaltungen. Diese schalten so, dass Du immer mit einer bestimmten Trittfrequenz fährst. Das schont den Akku und das Material, weil der Motor beim Schalten kurz gedrosselt wird. Gerade für Einsteiger und alle, die auf hohen Komfort stehen, sind automatische Schaltungen praktisch. Dafür sind die Schaltungen etwas schwerer und teurer als andere.
  • Kettenschaltungen
    Kettenschaltungen haben insgesamt eine größere Übersetzungsbandbreite als Nabenschaltungen. Das bewährt sich besonders in hügeligem Gelände. Sie kommen gut mit hohen Kräften durch starke Motoren, bei Anstiegen, voller Ladung oder einer kraftvollen Fahrweise zurecht. Der höhere Wartungsaufwand gleicht sich dadurch aus, dass Kettenschaltungen in der Regel günstiger sind. Kettenschaltungen sind also dann die bessere Wahl, wenn es in Deiner Umgebung viel Auf und Ab geht oder Du generell einen sportlichen Fahrstil bevorzugst.

Welche Ausstattung gibt es für ein E-Lastenrad?

Für Lastenräder mit Elektroantrieb gibt es jede Menge Ausstattung für unterschiedliche Zwecke.

  • Anfahr- und Schiebehilfe
    Ein voll beladenes Cargo-E-Bike wiegt bis zu 250 kg. Das kann beim Schieben ganz schön anstrengend werden, wenn es zum Beispiel bergauf geht. Deshalb haben manche Modelle eine Schiebehilfe. Mit der Schiebehilfe fahren diese per Knopfdruck bis zu 6 km/h schnell. Gleiches gilt für die Anfahrhilfe, die ebenfalls auf 6 km/h begrenzt ist.
  • Kindersitze
    Wenn Du Deine Kinder mit Deinem Lastenrad befördern willst, brauchst Du natürlich geeignete Sitze und Gurte. Empfehlenswert ist in diesem Fall auch ein Regenschutz für die Transportbox, damit die Kinder während der Fahrt trocken bleiben. Babys dürfen ab 3 Jahren in einem Lastenrad mitgenommen werden. Für sie gibt es spezielle Babyschalen und Adapter für Babysitze fürs Auto.
  • Lenkerfeststellung
    Ein praktisches Hilfsmittel ist die Lenkerfeststellung. Diese hält den Lenker in Position, wenn Du Dein E-Lastenrad parkst. So kann dieser nicht umschlagen und Deine Ladung bleibt, wo sie sein soll.
  • Sicherheitsausstattung
    Wegen des hohen Gewichts und der Elektropower ist es mit einem E-Lastenrad besonders wichtig, vorausschauend zu fahren. Ein Außenspiegel hilft, den Verkehr hinter Dir immer im Auge zu behalten. Beleuchtete Transportboxen erhöhen die Sichtbarkeit und damit die Sicherheit der Passagiere. Viele Lastenräder sind außerdem mit besonders lauten Klingeln oder einer Hupe ausgestattet.

Daneben gibt es jede Menge weiteres Zubehör von passenden Kissen über Schutzüberzüge für das gesamte Bike bis zum Sonnendach.

Tipp: GPS-Tracker als Schutz vor Dieben. Ein nützliches Gimmick ist ein GPS-Tracker als Schutz vor Dieben. Manche Modelle sind bereits mit einem Tracker ausgestattet. Daneben gibt es viele GPS-Tracker, mit denen Du Dein Lastenrad nachrüsten kannst.

Wieviel Ladung verträgt ein E-Lastenrad?

Die meisten E-Lastenräder wiegen selbst bereits zwischen 25 und 40 kg. In der Regel sind sie damit zu schwer und vor allem zu sperrig, um sie täglich in den Keller zu tragen. Ausnahmen bilden am ehesten noch Backpacker, die einem normalen E-Bike sehr nahekommen.

Die Zuladung liegt bei den meisten Modellen zwischen 150 und 250 kg. Die Zuladung ist das Gewicht aus Fahrer*in plus Ladung. Manchmal wird auch das zulässige Gesamtgewicht angegeben oder wie schwer welche Ladeflächen genau belastet werden dürfen. Die Transportboxen von Long Johns oder Trikes bieten meist für mehrere hundert Liter (l) Platz. Es gibt auch spezielle E-Lastenrad-Lösungen, die mit bis zu 300 kg beladen werden können.

Was kostet ein E-Lastenrad?

Die meisten E-Lastenräder kosten zwischen 3.000 und 6.000 Euro. Manche Modelle reichen aber bis in den 5-stelligen Bereich. Auf Dauer lohnt es sich, mehr auf Qualität als auf einen günstigen Preis zu achten. Bei manchen Komponenten ist das sogar sicherheitsrelevant. Das gilt insbesondere für die Bremsen. Auch der Rahmen, die Gabel und der Lenker sind bei einem Lastenrad mit Elektroantrieb höheren Belastungen ausgesetzt.

Im Betrieb kommen noch Kosten für Inspektion und eventuelle Reparaturen dazu. Der Preis für eine Akkuladung kostet meist nicht mehr als 15 Cent. Versicherung und Steuer wie beim Auto entfallen für Pedelecs.

Tipp: Viele Bundesländer und Städte fördern den Kauf von E-Lastenrädern. Am besten informierst Du Dich, ob Du auf diesem Weg Geld sparen kannst, bevor Du das Modell Deiner Wahl bestellst.

Wie oft muss ein E-Lastenrad zur Inspektion?

Es empfiehlt sich, mit einem E-Lastenrad mindestens 1-mal, besser 2-mal pro Jahr zur Inspektion zur Fahrradwerkstatt zu gehen. Das beugt einem Wertverlust vor und eventuelle Sicherheitsmängel werden schnell entdeckt. Eine Inspektion kostet meist zwischen 60 und 90 Euro.

Dabei kommt das komplette Rad auf den Prüfstand. Inspiziert werden etwa der Verschleiß der Bremsen, die Federung, alle Schrauben, Lenker, Gabel, Felgen usw. Dazu zählt auch der Antrieb, also Schaltung, Tretlager, Motor und Akku.

Tipp: Um die Funktionstüchtigkeit und den Wert eines E-Lastenrads zu erhalten, empfiehlt es sich, dieses regelmäßig selbst zu warten: also Schmutz entfernen, die Kette reinigen und ölen und den Reifendruck prüfen.

Fazit

E-Lastenräder sind sehr unterschiedlich. Die richtige Variante für Dich hängt vor allem davon ab, was Du damit machen möchtest. Eine wichtige Rolle spielt auch Dein persönlicher Fahrstil und in welcher Umgebung Du hauptsächlich fährst. Gerade bei relevanten Komponenten wie Motor, Akku oder Bremsen lohnt es sich, auf Qualität zu setzen.

Für alltägliche Einkäufe eignen sich alle Lastenräder mit Elektroantrieb. Die Unterschiede zwischen den einzelnen E-Lastenrad-Typen mit den wichtigsten Merkmalen findest Du in der folgenden Tabelle:

FAQs

In unseren FAQs findest Du wichtige Fragen und Antworten rund um das Thema E-Lastenrad.

Wie viele Jahre hält der Akku meines E-Lastenrads?

Ein Lithium-Ionen-Akku hält zwischen 500 und 1000 komplette Ladevorgänge. Wird ein Akku bei einem Ladestand von 30 Prozent voll aufgeladen, ist das kein kompletter Ladevorgang und lässt den Akku entsprechend weniger altern. Ein Akku verliert auch Kapazität, wenn er nicht genutzt wird. Im Prinzip lässt sich sagen, dass die meisten E-Lastenrad-Akkus etwa 5 bis 6 Jahre halten.

Erfahre hier mehr über Akkus in E-Lastenrädern.

Wie pflege und lagere ich den Akku eines E-Lastenrades richtig?

Mit der richtigen Pflege und Lagerung kannst Du die Haltbarkeit des Akkus Deines E-Lastenrades steigern. Gerade bei niedrigen Temperaturen empfiehlt es sich, den Akku wenn möglich immer abzunehmen. Die beste Lagertemperatur liegt zwischen 15 Grad Celsius (°C) und 20 °C. Für eine längere Lagerung zum Beispiel über den Winter, empfiehlt sich ein Ladestand von rund 60 Prozent, um eine Tiefentladung zu vermeiden.
Gerade im Winter steigt die Belastung durch viel Dreck und Salz. Wer auch dann unterwegs ist, sollte die Kontakte des Akkus regelmäßig reinigen und einfetten.

Hier kannst Du mehr darüber erfahren, wie Du den Akku Deines E-Lastenrades lädst.

Wie lange dauert es, bis der Akku meines E-Lastenrades aufgeladen ist?

Die Ladezeit eines E-Lastenbike-Akkus hängt in erster Linie von dessen Kapazität ab und dauert in der Regel zwischen 1,5 und 6 h.

Erfahre hier mehr zum Thema Akku.

Was kostet es, den Akku meines E-Lastenrades aufzuladen?

Die Kosten einer Akku-Ladung für ein E-Lastenfahrrad hängen von dessen Kapazität und dem Strompreis ab. Bei einem Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde (kWh) und einer Kapazität von 300 Wh kostet eine Akkuladung 9 Cent. Ist die Kapazität 500 kWh, kostet eine Ladung 15 Cent.

Wann lade ich den Akku meines E-Lastenrads?

Ist der Ladestand eines E-Lastenbike-Akkus zu niedrig, kann es zu einer sogenannten Tiefentladung kommen. Diese kann den Akku dauerhaft schädigen. Deshalb sollte der Ladestand eines Lithium-Ionen-Akkus nicht unter 20 Prozent fallen. Du musst den Akku auch nicht voll aufladen. Der optimale Ladestand eines Akkus liegt zwischen 30 und 70 Prozent. Den Ladezustand kannst Du auf Deiner Anzeige am Lenker sehen. Die meisten Ladegeräte haben außerdem LEDs, die den Ladestand anzeigen.

Erfahre hier mehr über die Akku-Reichweite.

Wie schnell fährt mein E-Lastenrad?

Lasten-Pedelecs unterstützen die eigene Tretkraft bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Bei S-Pedelecs sind es 45 km/h. Wer schneller fahren will, muss die gesamte Kraft selbst aufbringen.

Gibt es eine Helmpflicht für das Fahren mit einem E-Lastenrad?

Ein E-Lastenrad mit einer Tretunterstützung bis 25 km/h gilt rechtlich als Fahrräder. Es gilt also keine Helmpflicht. Dennoch ist es natürlich sicherer, während der Fahrt immer einen Helm zu tragen.
S-Pedelecs unterstützen Dich bis 45 km/h und sind offiziell Kleinkrafträder. Für diese musst Du einen Helm nach Prüfnorm ECE R22-05 tragen.

Hier erfährst Du, welche 3 Fragen Du Dir vor dem Kauf eines E-Lastenrades stellen solltest.

Darf ich mein Baby mit dem E-Lastenrad transportieren?

Babys dürfen ab 3 Monaten in einem Elektro-Lastenrad mitgenommen werden. Wichtig ist, dass die Babys gut gefedert sind, da sie die Erschütterungen selbst noch nicht ausgleichen können. Es gibt Adapter für Autositzschalen und spezielle Baby-Sitzschalen für Lastenräder.

Erfahre hier mehr über die maximale Ladung eines E-Lastenrades.

Wo darf ich mit meinem E-Lastenrad parken?

Mit Deinem E-Lastenrad darfst Du wie mit Fahrrädern auch auf dem Gehweg parken, solange es ein Pedelec ist und Du damit niemanden behinderst.
Für S-Pedelecs gilt diese Regelung nicht, da sie rechtlich keine Fahrräder sind.

Hier geht es zu den 3 E-Lastenrad-Typen und erfahre, wie viel Platz sie benötigen.

Darf ich mit meinem E-Lastenrad am Straßenverkehr teilnehmen?

Die meisten E-Lastenbikes sind Pedelecs und gelten als Fahrräder. Sie unterliegen also den gleichen Regeln der StVZO. Gibt es nutzungspflichtige Fahrradwege, musst Du auf diesen fahren. Gibt es keinen Radweg, musst Du mit Deinem E-Lastenrad wie mit einem Fahrrad auch auf der Straße fahren.
S-Pedelecs dürfen dagegen nicht auf Radwegen fahren, da sie als Kleinkrafträder gelten.

Entdecke hier alles Wissenswerte über E-Lastenräder in unserem Magazin-Beitrag.