Unsere Heiz-Tipps für den Winter: So heizt Du energieeffizient und sparst Energiekosten

Mädchen mit Kuschelsocken vor Kamin
iStock.com/Igor Vershinsky

Bei winterlichen Temperaturen machen wir es uns gerne zuhause gemütlich. Wenn die Heizung bei eisiger Kälte auf Hochtouren läuft, kann es allerdings teuer werden.

Damit Dich bei der nächsten Heizkostenabrechnung keine böse Überraschung erwartet, haben wir praktische Heiz-Tipps zusammengestellt. Diese helfen Dir, die Energiebilanz zu verbessern und den CO2-Ausstoß zu verringern.

Programmierbare Thermostate

Programmierbares Thermostat mit Smartphone zum Heizen

Programmierbare Thermostate regulieren die Wärmeabgabe von Heizkörpern und sind ein smarter Heiz-Tipp. Sie lassen sich einfach an den Heizkörper montieren. Im Unterschied zu regulären Thermostaten ist die gewünschte Temperatur und die Uhrzeit automatisch über das Smartphone einstellbar. Bei Bedarf ist es aber auch möglich, die Temperatur manuell zu steuern.

Sie sind besonders im Frühjahr oder im Herbst sehr praktisch, wenn es morgens und abends noch kühl ist, während die Temperaturen in den Mittagsstunden steigen. Je nach Tagesablauf kannst Du die gewünschte Uhrzeit und Temperatur einstellen. Wenn Du nicht zuhause bist, bleibt die Temperatur gedrosselt. Sobald Du Dich auf den Heimweg machst, kannst Du sie wieder höherstellen.

Achtung: Schalte die Heizung im Winter tagsüber nicht komplett aus, sondern drossele nur etwas die Temperatur. Wenn Du die Heizung komplett ausschaltest, kühlt der Wohnraum zu stark ab. Somit ist ein höherer Energieaufwand nötig, um die gewünschte Temperatur zu erzielen. In kalten Räumen kann sich außerdem Schimmel bilden.

Mithilfe programmierbarer Thermostate ist eine Energieersparnis von 10–30 Prozent möglich. Allerdings ist dies davon abhängig, wie gewissenhaft Du bereits vorher die Heizungen heruntergeregelt hast, wenn Du nicht zuhause warst.

Smarte Heizkörperregler sind bereits ab etwa 20 Euro zu haben.

Fenster-Dichtungen

Fensterdichtung

Insbesondere ältere Holzfenster sind oft undicht. Aber auch die Dichte neuerer Fenster kann mit der Zeit nachlassen. Dadurch gelangt warme Luft nach außen. Durch eine undichte Stelle sinkt die Raumtemperatur bereits um 2 Grad Celsius (°C). Mit der Zugluft tritt auch Feuchtigkeit in den Raum und kann zu Schimmelbildung führen.

Um Heizkosten einzusparen sind Fenster-Dichtungen ein toller Heiz-Tipp. Auch im Sommer bietet das Vorteile, da die heiße Luft von außen nicht eintreten kann. Somit können auch Klimageräte effizienter arbeiten. Besonders praktisch sind selbstklebende Dichtbänder.  

Da Fenster eine der häufigsten Ursachen für Wärmeverlust sind, lassen sich durch Fenster-Dichtungen bis zu 25 Prozent Energie einsparen.

Sie sind bereits ab einem Meter-Preis von ca. 2 Euro erhältlich.

Heiz-Tipp: Fenster-Dichtungen sollten in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Ob Deine Fenster undichte Stellen aufweisen, kannst Du ganz einfach mithilfe einer brennenden Kerze überprüfen. Wenn die Kerze beginnt zu flackern, ist eine Isolierung bzw. ein Austausch der Abdichtung erforderlich.

Rohrleitungen dämmen

Rohrleitungsdämmung

Wenn Heizungs- und Wasserrohre durch unbeheizte Räume verlaufen, kann dies zu Wärmeverlust führen. Um diesen zu reduzieren, kann eine Dämmung der Rohre sinnvoll sein. Dadurch ist eine Einsparung der Energiekosten bis zu 30 Prozent möglich.

Mithilfe einer Anleitung kannst Du die Leitungen sogar selbst dämmen. Hierfür gibt es vorgefertigte Dämmschalen- bzw. Schläuche aus Polyethylen, Kautschuk oder Mineralwolle zu kaufen. 10 Meter erhältst Du bereits ab etwa 6 Euro.

Heiz-Tipp: Auf co2online findest Du eine DIY-Anleitung zum Isolieren von Heizungsrohren.

Fenster-Isolierfolie 

Fensterfolie

Fenster bilden häufig Kältebrücken nach außen, da Glas sehr gut Wärme leitet. Isolierfolien können diesen Wärmeverlust verhindern, indem sie die Wärme des Innenraums reflektieren und somit für bessere Wärmedämmung sorgen.

Dank Energiesparfolien bildet sich außerdem weniger Kondenswasser an den Scheiben. Daher sind sie insbesondere für ältere, einfach verglaste Fenster sinnvoll. Bis zu 30 Prozent Energie lassen sich durch das Anbringen von Isolierfolie einsparen.

Die Kosten für Isolierfolie liegen bei etwa 20 Euro aufwärts.

Isolierende Gardinen

Lange Gardinen vor Fenster mit Sessel

Dem Wärmeverlust durch Fenster kannst Du auch mithilfe von Thermo-Vorhängen entgegenwirken. Sie unterscheiden sich äußerlich nicht von herkömmlichen Gardinen. Eine Spezialbeschichtung auf ihrer Rückseite oder im Inneren ist kälteabweisend. Im Sommer hält sie zusätzlich Licht und Wärme ab, sodass der Wohnraum kühl bleibt. Auf diese Weise kannst Du etwa 10 Prozent Energie einsparen.

Isolierende Gardinen sorgen außerdem für eine angenehme Raumakustik, da sie Geräusche dämmen. Sie eignen sich insbesondere für größere Fensterflächen.

Günstige Modelle kannst Du bereits zu einem Preis von etwa 40 Euro kaufen.

Kaminofen

Kaminofen zum Heizen  in offenem Wohnzimmer

Der nächste Heiz-Tipp ist ein Kamin. Er schafft nicht nur eine romantische und gemütliche Atmosphäre, sondern kann auch dabei helfen, Energiekosten zu reduzieren. Strahlungswärme ist zudem gesund. Sie soll Schmerzen lindern und vitaler machen.

Holz ist ein nachhaltiger Energieträger. Das Heizen mit einem Kamin ist klimaneutral – es wird nur so viel CO2 beim Verbrennen freigesetzt, wie der Baum im Wachstum aufgenommen hat. Der Energieverbrauch lässt sich dadurch um bis zu 50 Prozent senken.

Der Einbau eines Kamins ist allerdings eine eher aufwendige Investition. Preiswerte Kaminöfen sind ab etwa 200 Euro erhältlich. Zusätzlich solltest Du Kosten für den Einbau einplanen.

Luftbefeuchter

Luftbefeuchter in Wohnzimmer

Luftbefeuchter sorgen nicht nur für ein gutes Raumklima, sondern können auch dazu beitragen, die Energiekosten zu senken.

Die Geräte erhöhen die gefühlte Raumtemperatur, da feuchte Luft sich wärmer anfühlt als trockene. Die ideale Luftfeuchtigkeit eines Raums beträgt etwa 40–60 Prozent. Allerdings ist gerade im Winter die Luft aufgrund der Heizungen trocken. Dank eines Luftbefeuchters ist es somit möglich, die Heizung 1–2 Stufen herunterzudrehen, ohne dass sich der Raum kälter anfühlt. So kannst Du etwa 10 Prozent Energie einsparen.

Heizungsluft trocknet außerdem Schleimhäute aus und begünstigt die Vermehrung von Krankheitserregern. Wenn die Luftfeuchtigkeit zu niedrig ist, können sich Infekte schneller verbreiten. Die Anschaffung eines Luftbefeuchters ist allerdings nur sinnvoll, wenn die Luftfeuchtigkeit eines Raums dauerhaft zu niedrig ist. Diese lässt sich mithilfe eines Hydrometers ermitteln.

Die Kosten für die Geräte betragen durchschnittlich etwa 30 bis 200 Euro.

Einfache Heiz-Tipps, um Energie zu sparen

Doch nicht nur durch Anschaffung spezieller Geräte, sondern auch durch ganz einfache Verhaltenstipps, kannst Du Energiekosten sparen:

  • Wenn die Heizung nicht richtig warm wird, kann es helfen, diese zu entlüften. Dann erwärmt sich der Heizkörper gleichmäßiger.
  • Um Strom zu sparen, ist es sinnvoll, die Raumtemperatur für unterschiedliche Räume anzupassen. Während im Wohnzimmer, Bad und Kinderzimmer eine Temperatur von 23 °C als angenehm empfunden wird, genügen in Schlafräumen und in der Küche bereits 18 °C. Um den Wärmeverlust zu reduzieren, sollten die Türen zwischen den Räumen geschlossen sein.
  • Regelmäßiges Stoßlüften ist energiesparender als Fenster längere Zeit in gekipptem Zustand zu lassen. Dadurch kühlen die Wände zu stark aus.
  • Möbel und andere Gegenstände vor dem Heizkörper führen zu Wärmestau. Dadurch kann sich die warme Luft nicht im Raum verteilen und entweicht durch die Außenwände.

Fazit

Um es bei winterlichen Temperaturen warm und gemütlich zu haben, ohne anschließend eine Rechnung über eine hohe Nachzahlung zu erhalten, gibt es einige Heiz-Tipps, die Du teilweise relativ günstig umsetzen kannst.

Welche praktischen Helfer Deine Heizkosten reduzieren können, haben wir in einer Tabelle übersichtlich zusammengestellt:

Produkt Anschaffungskosten Aufwand Durchschnittliche Senkung der Energiekosten
Programmierbare Thermostate Ab 20 € Mittel Bis zu 30 %
Fenster-Dichtungen Ab 2 € (pro m) Mittel Bis zu 25 %
Dämmschläuche Ab 1 € (pro m) Hoch Bis zu 30 %
Fenster-Isolierfolie Ab 20 € Gering Bis zu 10 %
Isolierende Gardienen Ab 40 €  Gering Bis zu 10 %
Kaminofen Ab 200 € Sehr hoch Bis zu 50 %
Luftbefeuchter Ab 30 €  Gering Bis zu 10 %

FAQs

Du möchtest noch mehr zum Thema effizientes Heizen erfahren? In unserem FAQ-Bereich helfen wir Dir mit den Antworten zu den häufigsten Fragen gerne weiter.

Sind programmierbare Thermostate ein sinnvoller Heiz-Tipp?

Programmierbare Thermostate lassen sich grundsätzlich an allen Heizkörpern anbringen. Hersteller bieten hierfür unterschiedliche Adapter an.

Erfahre hier mehr über programmierbare Thermostate.

Wie funktionieren programmierbare Thermostate?

Programmierbare Thermostate funktionieren ähnlich wie normale Thermostate. Die Temperatur wird allerdings nicht am Drehrad über unterschiedliche Stufen reguliert, sondern über eine App. Der Vorteil ist, dass Du die Temperatur auch von unterwegs aus steuern kannst z. B. kannst Du die Heizung höherstellen, wenn Du auf dem Heimweg bist.

Alle Infos zu programmierbaren Thermostaten findest Du hier.

Wann sollte ich meine Fenster-Dichtung erneuern?

Wenn Du das Gefühl hast, dass es durch ein Fenster zieht bzw. sich der Raum trotz Heizung nicht auf die gewünschte Temperatur erwärmt, könnte ein undichtes Fenster der Grund dafür sein.
Folgende Test helfen Dir, herauszufinden, ob die Fenster-Dichtung noch die gewünschte Wirkung erzielt bzw. erneuert werden muss:
· Überprüfe die Optik der Fenster-Dichtung: Wirkt sie porös und nicht mehr elastisch, ist es Zeit sie auszutauschen.
· Halte eine Kerze vor das Fenster: Beginnt die Kerze zu flackern, zieht es durch den Fensterspalt. In diesem Fall ist die Fenster-Dichtung nicht mehr intakt.
· Stecke ein Papier zwischen den Fensterspalt und schließe das Fenster: Lässt sich das Papier problemlos wieder rausziehen, sollte die Dichtung erneuert werden, da sie nicht mehr zuverlässig abdichtet.

Mehr zu Fenster-Dichtungen kannst Du hier erfahren.

Welches Material eignet sich für die Dämmung von Rohrleitungen?

Für die Dämmung von Rohrleitungen kommen insbesondere Materialien infrage, die Wärme isolieren und zugleich flexibel sind. Dafür eignen sich am besten Dämmschalen bzw. Dämmschläuche aus Polyethylen, Mineralwolle oder Kautschuk.

Informiere dich hier über das Dämmen von Rohrleitungen.

Was muss ich beim Anbringen von Fenster-Isolierfolie beachten?

Gehe bei der Befestigung von Isolierfolie folgendermaßen vor:
1.    Reinige das Fenster sorgfältig.
->  Verwende keinen Reiniger mit Abperleffekt, da die Folie sonst nicht gut haftet.
2.    Schneide die Isolierfolie entsprechend der Fenstermaße zu.
Gehe bei der Befestigung von Isolierfolie folgendermaßen vor:
1.    Reinige das Fenster sorgfältig.
->  Verwende keinen Reiniger mit Abperleffekt, da die Folie sonst nicht gut haftet.
2.    Schneide die Isolierfolie entsprechend der Fenstermaße zu.
->  Lasse dabei einen Rand von ca. 5 Zentimetern (cm) übrig.
3.    Drücke die Folie sorgfältig an. Beginne dabei von oben, fahre an den Seiten fort und drücke die Folie anschließend unten fest.
4.    Erhitze die Klebestreifen mit einem Föhn.
5.    Halte den Föhn mit einem Abstand von etwa 10 cm an die Folie, bis diese sich vollständig glättet.
6.    Schneide die überstehenden Reste der Folie ab.  Lasse dabei einen Rand von ca. 5 Zentimetern (cm) übrig.
3.    Drücke die Folie sorgfältig an. Beginne dabei von oben, fahre an den Seiten fort und drücke die Folie anschließend unten fest.
4.    Erhitze die Klebestreifen mit einem Föhn.
5.    Halte den Föhn mit einem Abstand von etwa 10 cm an die Folie, bis diese sich vollständig glättet.
6.    Schneide die überstehenden Reste der Folie ab.

Alles zu Fenster-Isolierfolie kannst Du hier lesen.

Aus welchem Material bestehen isolierende Gardinen?

Damit sie Wärme im Winter bzw. Kälte im Sommer isolieren, werden Thermogardinen aus wärmeisolierenden Stoffen gefertigt. Häufig bestehen Sie aus Polyester bzw. haben einen hohen Polyester-Anteil. Einige Modelle enthalten zusätzlich einen Anteil an wärmeisolierendem Polar-Fleece.

Erkundige dich hier über isolierte Gardienen.

Darf ich Thermogardinen waschen?

In der Regel sind Thermogardinen für die Reinigung in der Waschmaschine geeignet. Da sie meist aus hitzeempfindlichen Stoffen bestehen, solltest Du sie bei höchstens 30 °C und wenn möglich im Schonwaschgang waschen.

Alle zu Thermogardinen liest Du hier.

Kann ich mit einem Kaminofen umweltfreundlich Heizkosten sparen?

Grundsätzlich gilt das Heizen mit einem Kamin als klimaneutral, da beim Verbrennen genau soviel CO2 freigesetzt wird, wie der Baum im Wachstum aufgenommen hat. Allerdings hat eine falsche Verbrennung hohe Schadstoffemissionen zur Folge. Achte deshalb bereits bei Kauf auf ein emissionsarmes Gerät. Auch eine regelmäßige Kontrolle und Säuberung durch den Schornsteinfeger beugt Schadstoffemissionen vor. Seit 2018 gibt es ein Energielabel für Kaminöfen.

Informiere Dich hier über Kaminöfen.

Sind Luftbefeuchter ein Heiz-Tipp?

Der ideale Wert für Raumluft liegt bei 40 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit. Ist dieser z. B. durch eine Heizung im Winter dauerhaft unterschritten, ist der Kauf eines Luftbefeuchters sinnvoll. Die Luftfeuchtigkeit kannst Du mithilfe eines Hydrometers messen.

Alle Infos zu Luftbefeuchtern findest Du hier.