Mollig warm für Kinder: Darauf solltest Du beim Kauf eines Schneeanzugs achten

Kindern mit Schneeanzügen im Schnee
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Wenn der Winter vor der Haustür steht und die Großen sich dick einpacken, stellt sich die Kleiderfrage auch für die Kleinen. Gerade bei eisiger Kälte braucht Dein Kind nun eine schützende Hülle, die von Kopf bis Fuß wärmt und die alle Bewegungen mitmacht. Sie soll nicht zu schwer sein und trotzdem gut isolieren; sie soll warm sein, aber keinen Hitzestau verursachen.

Unser Kaufratgeber weist Dir den Weg durch die bunte Welt der Schneeanzüge für Babys und Kleinkinder. Mach Dir mit unseren Tipps eine schöne, entspannte Zeit draußen mit Deinem warm eingekuschelten Nachwuchs!

Einteiler oder Zweiteiler – was passt besser?

Einteiler und Zweiteiler Schneeanzüge

Warum entscheiden sich andere Eltern eigentlich für Overalls – oder eben für Zweiteiler? Süß sehen zweifellos beide aus. Entscheidend bei der Auswahl ist in erster Linie das Alter des Kindes:

Einteiler für Babys

Für Neugeborene und für die ersten Lebensmonate ist ein Einteiler am besten geeignet. Er wärmt zuverlässig rundum und verrutscht auch nicht bei kräftigem Strampeln. Auch, wenn Du Dein Kleines trägst, zum Beispiel in einem Tragetuch, schiebt sich nichts ungewollt nach oben. Ist Wickeln oder schnelles Umziehen notwendig, sind einteilige Anzüge mit 2 durchgehenden Reißverschlüssen vorne ideal. Das Vorderteil ist damit schnell aus dem Weg, die Windel gewechselt und Dein Baby wieder warm eingehüllt.

Zweiteiler für Kleinkinder

Kombis aus Jacke und Hosekönnen für ältere Kleinkinder angenehmer sein. Ein wichtiger Grund: Auf der Toilette oder beim Umziehen geht es schneller, denn Dein Kind kann die beiden Teile leichter an- und ausziehen als einen Einteiler. Ein bisschen komplizierter wird es, wenn die Hose Träger besitzt – aber der Zugewinn an Wärme ist diese oft wert. Denn eine solche Hose kann nicht unter die Taille rutschen und so die empfindliche Nierenpartie entblößen. Damit auch die Jacke beim Toben nicht hochrutscht, lassen sich viele Hersteller etwas einfallen: Sei es ein innenliegender Extra-Bund mit Verschluss oder ein dehnbarer Taillenbund.

Materialien – welche bieten den besten Kälteschutz?

Verschiedene Kinder-Schneeanzüge

Natur- oder Kunstfaser? Glatt oder aufgeraut? Jedes Material hat seine Vorzüge. Preislich gesehen gibt es sehr günstige einfache Modelle aus Baumwolle und Kunstfaser; Wolle ist im Verhältnis etwas teurer. Patentierte Füllmaterialien aus Kunstfaser schlagen ebenfalls etwas mehr zu Buche – genauso wie atmungsaktive Materialien, die gleichzeitig Feuchtigkeit von außen abwehren.

Baumwolle

Baumwolle ist ein Naturmaterial, das viel Feuchtigkeit aufnimmt, aber nicht besonders gut wärmt. Dennoch kommt es in manchen Schneeanzügen zum Einsatz: Gerade für Übergangsoveralls ist es beliebt. Wer keine Kunstfaser mag und dennoch ein leicht waschbares Kleidungsstück sucht, findet eine gute Auswahl an baumwollenen Winter-Stramplern, Zweier-Kombis und Einteilern. Oft sind sie innen angeraut oder als Fleece verarbeitet, sodass der Stoff flauschig wird und so die Wärme besser hält.

Als Mischfaser, also kombiniert mit synthetischen Fasern, spielt Baumwolle ihre Stärken noch besser aus: Ein solches Kleidungsstück ist leichter und nimmt weniger Nässe auf. Als Schutz bei Aktivitäten in Wind und Nässe ist aber eine zusätzliche, wasserabweisende Schicht nötig – vor allem, wenn Dein Kind die Winterwelt schon auf eigenen Beinchen entdeckt. Eine Winterjacke mit Regen- oder Schneehose ist dann unerlässlich.

Kunstfasern

Polyester, Polyacryl, Nylon und andere Kunstfasern sind sehr praktisch als textile Außenhülle für Winterkleidung. Sie weisen Wind und Wasser ab, trocknen schnell, nehmen kaum Schmutz an und sind unkompliziert zu waschen.

Unter den Textilien aus Synthetik gibt es 2 ausgesprochene Schlechtwetter-Spezialisten: Sogenannte Softshell-Materialien fühlen sich weich an und wärmen. Meist halten sie einem längeren Regen aber nicht stand. Das können sogenannte Hardshell-Textilien, zu denen auch viele klassische Regenjacken gehören. Diese sind meist wasserdicht.

Je nachdem, wie hochwertig sie verarbeitet sind, können Kunstfaser-Textilien noch vieles mehr: Mit dem richtigen Finish werden Schneeanzüge wasserdicht und gleichzeitig atmungsaktiv.

Tipp: Atmungsaktive Kleidung lässt entstehenden Schweiß rasch wieder nach außen dringen und verhindert so das Frösteln, das durchgeschwitzte Textilien mit sich bringen. Merinowolle ist von Natur aus sehr atmungsaktiv, während Kunstfasern diese Eigenschaft erst durch unterschiedliche Technologien bei der Verarbeitung erhalten – etwa durch eine Membran im Inneren des Kleidungsstücks. Die Membranen sind unter Handelsnamen wie Gore-Tex, Sympatex und einigen anderen bekannt.

Wirklich atmungsaktive Kleidung ist etwas teurer als gewöhnliche, da sie aus Hi-Tech-Materialien besteht.

Schurwolle

Schurwolle wärmt unnachahmlich, nimmt wenig Feuchtigkeit auf und fühlt sich deshalb immer trocken an. Ist sie als Walkstoff verarbeitet, weist sie sogar leichten Wind und Feuchtigkeit ab: Denn das Walken ist eine althergebrachte Verarbeitungsweise, die Wolltextilien verdichtet. Das Verfahren macht die Kleidung aber auch schwerer und ein wenig steifer als ungewalkte Wollstoffe. Erfahrene Hersteller sorgen dafür, dass die Wolle nicht kratzt. Eine beliebte Lösung ist hier die Kombination mit einem kleinen Baumwoll- oder Kunstfaser-Anteil.

Tipp: Ein beliebter und bewährter Hersteller für Baby-Overalls in Bio-Qualität ist hess natur. Jedes Modell entsteht nach eigenen, strengen Richtlinien von der Aufzucht bis zur Verarbeitung. Die Winter-Overalls des Butzbacher Naturtextilien-Anbieters sind aus Schurwolle, Baumwolle oder einem Mix aus beidem hergestellt. Verarbeitet sind die Materialien als kuscheliges Fleece oder als dichter Walkstoff mit vielen praktischen Details.

Fütterung – die schützende Extra-Schicht  

Innenfutter Schneeanzüge

Nicht alle Schneeanzüge sind gefüttert, denn einige sind bereits durch den verarbeiteten Stoff recht warm. Für zusätzliche Isolation bei Kälte kann ein eingenähtes oder herausnehmbares Futter sorgen. Oder Du entscheidest Dich für eine Wattierung, die im Extremfall sogar noch zusätzlich mit einem Innenfutter kombiniert ist.

Folgende Möglichkeiten gibt es:

Innenfutter

Als Innenfutter ist weiches Fleece oder kuscheliger Teddy-Plüsch aus Wolle oder Baumwolle gut geeignet. Beide sind angenehm weich und schaffen eine Luftschicht, die sich im Inneren des Schneeanzugs leicht erwärmt. Auch ein Innenfutter aus Wolle (am besten in Bio-Qualität) oder flauschiger und wärmender Schurwolle ist eine gute Wahl.

Außenfutter

Eine Wattierung ist ein wärmendes Füllmaterial zwischen der äußeren Hülle eines Kleidungsstücks und dem Innenfutter. Es kann aus Vlies bestehen, aber auch aus Kunstfaserbällchen, Daunen oder Federn. Nähte und Unterteilungen halten die Wattierung am Platz – wie bei Daunenjacken. Nicht alle Kinder-Schneeanzüge sind wattiert, oft genügt schon das kuschelige Innenfutter.

Besätze

Besätze und Inletts aus Fellimitat oder gedoppeltem Fleece sehen sehr dekorativ aus. Insbesondere an der Kapuze ist es von Vorteil, wenn sie nicht allzu massig oder zu lang sind. So bleibt die Funktion der Kapuze bei freier Sicht gewährleistet. 

Ausstattung – das Plus an Komfort und Mode

Viele Ausstattungsdetails entscheiden mit darüber, wie wohl sich Dein Nachwuchs bei Wind und Wetter draußen fühlt und wie sicher er unterwegs ist. Auch einige optisch interessante Extras können dabei sein – wichtig sind hier besonders Sicherheitsaspekte. Hier findest du die wichtigsten Kriterien.

Wassersäule

Aktive Kinder brauchen im Winter zuverlässigen Schutz, damit sie nicht durchnässt von Regen, Schnee und Matsch nach Hause kommen. Wie gut ein Schneeanzug vor Wasser schützt, verrät Dir die sogenannte Wassersäule. Dieser Wert gibt an, wie schnell ein Material Wasser von außen durchlässt. Die Tester messen, wie lange es dauert, bis 3 Tropfen Wasser durch den Stoff dringen. Den Druck in genau diesem Moment geben sie in Millimeter Wassersäule an. Häufig findest Du diese Angabe in der Produktbeschreibung oder auf einem Anhänger direkt am Kleidungsstück.

1500 Millimeter (mm) gelten nach deutschen Normen als wasserdicht – das trifft auch zu, wenn das Kleidungsstück keinem Druck durch Knien, Krabbeln oder Hinfallen ausgesetzt ist. Da Kinder das aber nun mal tun, ist eine höhere Wassersäule ratsam.

Achte zusätzlich auf gut versiegelte Nähte: Dies ist ein Kriterium, das die Wassersäule nicht berücksichtigt. Als Versiegelung dient eine eigens aufgebrachte Schicht als Finish über den Nähten. Mit dem bloßen Auge ist das oft nicht zu erkennen. Darum lohnt es sich, die Produktbeschreibung auch in diesem Punkt genau zu studieren.

Verschlüsse und Abschlüsse

Verschiedene Schneeanzüge mit Verschlüssen

Leicht zugänglich, leichtgängig und ausreichend groß sollen die Verschlüsse für einen Schneeanzug sein. Optimal ist es, wenn Du alle Elemente auch mit leichten Fingerhandschuhen bedienen kannst. Kleinkinder fühlen sich am wohlsten, wenn sie ihr Kleidungsstück selbstständig an- und ausziehen können.

Die einzelnen Verschlussarten im Überblick:

Klettverschluss

Bei einem Klettverschluss verhaken sich 2 speziell aufgeraute Flächen so ineinander, dass sie fest miteinander verbunden sind. Das Öffnen und Schließen ist einfach; meist ist es selbst mit dünneren Fäustlingen noch möglich. Gerade größere Kinder kommen damit in der Regel gut zurecht. Der Nachteil: Klettmaterial zieht größere Schmutzpartikel und Haare magisch an. Du musst es hin und wieder davon befreien, damit es weiter einwandfrei funktioniert.

Reißverschluss

Reißverschlüsse mit sehr großem Zipper lassen sich meist auch mit Handschuhen bedienen. Um eine vollständig geöffnete Jacke wieder zu schließen, brauchen kleinere Kinder bei dieser Verschlussart oft noch Hilfe. Reißverschlüsse sind ein potenzieller Einlass für Kälte; dieses Problem lösen viele Hersteller durch eine angenähte Abdeckung. Bei sehr billigen Kleidungsstücken ist der Reißverschluss leider häufig die erste Schwachstelle.

Druckknöpfe

Bei Druckknöpfen kommt es sehr darauf an, wie gut sie durchdacht sind. Sie sollten auch bei lebhaftem Spiel nicht von selbst aufgehen – und sie müssen groß genug sein, damit Du sie auch mit sehr kalten Händen oder mit Fingerhandschuhen noch bedienen kannst.

Knöpfe

Klassische Knöpfe sind bei Schneeanzügen relativ selten. Diese Verschlussart hält lange und ist bei Bedarf leicht zu reparieren. Andererseits kann Dein Kind an größeren Knöpfen hängen bleiben. Mit klammen Fingern sind sie außerdem relativ schwer zu handhaben.

Die Arm- und Beinabschlüsse sollten gut anliegen, damit kein Schnee und Matsch eindringen kann. Sehr praktisch ist es, wenn sie mit Klettverschlüssen regulierbar sind. Damit die Hose nicht hochrutscht und Schnee einlässt, sind einige Overalls mit Gummibändern versehen, die Du unter die Schuhsohlen spannen kannst. Auch eine Manschette, die innen im Hosenbein angenäht ist, kann diese Funktion erfüllen. 

Sicherheit

Füßlinge Schneeanzüge, Reflektoren und Schneefang

Hier findest Du teils notwendige, teils optionale Extras und unsere Empfehlungen dazu. Je kälter, dunkler und nässer es draußen wird, desto wichtiger sind solche Details:

Aufhänger

Halte nach einem großen, stabilen Aufhänger Ausschau – dieses Detail ist unbezahlbar, wenn Du den Schneeanzug unterwegs zum Trocknen aufhängen willst, etwa in der Skihütte.

Fußteile

Integrierte Füßlinge sind sehr praktisch. Für eine optimale Regulierung der Wärme ist es sinnvoll, wenn sie abnehmbar oder klappbar sind.

Handschuhe

Eingearbeitete Handschuhe sind gerade für die ganz Kleinen besonders praktisch, da sie nicht verloren gehen können. Außerdem kann die Kälte nicht durch Schlitze hindurchdringen. Achte darauf, dass sich diese Teile bei Bedarf zurückklappen oder abnehmen lassen.

Kapuze

An Kapuzen scheiden sich die Geister; manche Eltern und auch viele Kinder bevorzugen Mütze und Schal. Wenn eine Kapuze gut sitzt, ist sie das genau passende i-Tüpfelchen bei Wind und Wetter, denn sie schützt vor allem die empfindliche Nackenpartie. Und bei einer Drehung des Kopfes geht sie mit, statt Deinem Kind die Sicht zu nehmen. Wenn sie hingegen ungünstig dimensioniert ist, nervt sie eher – dagegen hilft nur Anprobieren. Der ideale Kompromiss ist eine abnehmbare Kapuze.

Kinnschutz

Der Reißverschluss reicht meist bis unters Kinn. Sehr hilfreich ist es daher, wenn das obere Ende des Reißverschlusses mit einem Kinnschutz versehen ist, damit nichts die zarte Haut irritiert.

Namensschild

Ein eingenähtes Namensschild macht den Anzug unverwechselbar und damit kindergartentauglich.  

Reflektoren

Im Straßenverkehr und gerade bei schon mobileren Kindern sind sie unverzichtbar: Reflektoren. Sie erhöhen die Sichtbarkeit entscheidend. Das ist besonders dann wichtig, wenn Du mit Deinem Kind bei diffusem Licht oder nachts im Straßenverkehr unterwegs bist.

Taschen

In großen, verschließbaren Taschen können Kinder ihre kleinen Utensilien unterbringen.

Achtung: Lange Kordeln, überdimensionierte Knöpfe oder abstehende Deko-Teile können gefährlich werden, wenn Dein Kind daran hängen bleibt.

Größe – passend oder größer?

Maßband

Die Konfektionsgröße, die Dein Kind gerade trägt, ist meist auch bei Schneeanzügen die richtige. Bei Doppelgrößen kannst Du diejenige wählen, die den nächsthöheren Wert enthält.

Zu groß zu kaufen, empfiehlt sich dagegen nicht, denn dies kann Dein Kind in der Bewegung behindern. Oder die Kleidung ist nicht warm genug, weil Dein Kind mit seiner Körperwärme mehr Luft im Inneren des Anzugs erwärmen muss.

Darum lohnt sich in der Regel kein antizyklisches Kaufen – also außerhalb der Saison, denn Du kannst nicht vorhersehen, wie sehr Dein Kind bis zum nächsten Winter wächst.

Fazit

Bei Schneeanzügen für Kinder kannst Du zwischen Ein- oder Zweiteilern, verschiedenen Fütterungen, Ausstattungen und Größen wählen. Am wichtigsten ist jedoch die Entscheidung für das Material. Im Folgenden findest Du daher noch einmal die wichtigsten Textil-Arten und ihre Eigenschaften als Übersicht zusammengestellt:

AußenmaterialTrageeigenschaftenPflegeVerwendung
• Baumwolle• Eher kühl

• Nimmt viel Feuchtigkeit auf

• Trocknet langsam
• Problemlose Wäsche

• Darf meist in den Trockner
• Im Auto

• Für den Übergang

• Unter einer weiteren Kleidungsschicht

• Draußen bei trockenem Wetter
• Schurwolle• Warm

• Trockenes Tragegefühl

• Nicht winddicht
• Braucht selten Wäsche. Zum Teil im Wollwaschgang

• Darf nicht in den Trockner
• Für kürzere Touren bei wenig Wind

• Im Kinderwagen
• Gewalkte Schurwolle• Warm

• Weist Wasser und leichten Wind ab
• Braucht selten Wäsche. Zum Teil im Wollwaschgang

• Darf nicht in den Trockner
• Für kürzere Touren

• Im Kinderwagen
• Synthetische Fasern (Nylon, Polyacryl, Polyamid etc. )• Weist Wasser und Wind ab• Meist in der Maschine waschbar• Bei feuchtem Wetter, zum Spielen und Toben