For Those About To Rock: Wir verraten Dir, worauf es beim Kauf Deiner E-Gitarre ankommt

Mann mit E-Gitarre auf Couch

E-Gitarre spielen ist nicht nur eine künstlerische Ausdrucksform, sondern auch ein hervorragendes Ventil für Stress. Hast Du Dich noch nie gewundert, wieso Rockstars auf der Bühne so entspannt wirken?

Die Gitarre ist ein äußerst beliebtes Instrument für alle Altersgruppen. Dabei geht ist nicht nur um das Spielen selbst. Du verbesserst Deine Konzentration, Deinen Fokus und steigerst Deine Kreativität, indem Du kognitive Fähigkeiten trainierst. Außerdem trainierst Du Deine Hand-Augen-Koordination und lernst Disziplin, wenn Du regelmäßig übst. Bevorzugst Du einen rockigen und verzerrten Sound, ist eine elektronische Gitarre – kurz E-Gitarre – genau das Richtige für Dich.

In diesem Beitrag erfährst Du alles Wichtige, was Du vor dem Kauf einer Elektro-Gitarre beachten solltest. Beispielsweise erklären wir folgende Fragen:

  • Was ist der Unterschied zwischen Akustik- und E-Gitarren?
  • Welches sind die bekanntesten Modelle und das entsprechende Zubehör?
  • Wieso macht ein breiter Gitarrenhals es Dir leichter, die Saiten zu treffen?
  • Wieso brauchst Du an und für sich keinen Verstärker?
  • Wieso gibt es unterschiedliche Arten von Plektren?

Beantworte Dir diese 3 Fragen beim Kauf einer E-Gitarre

Es gibt viele Aspekte, die Du bei einem Kauf beachten solltest. Um Dich schon vorab mit dem Essentiellsten einzustimmen, haben wir Dir 3 wichtige Fragen zusammengestellt.

1 Möchte ich eher an einem Ort spielen oder mit meiner E-Gitarre mobil sein?

Eine E-Gitarre wiegt durchschnittlich 3,5 Kilogramm (kg) und ein Verstärker stellt je nach Größe eine Last dar. Wenn Du also zu Hause ein Musikzimmer hast, kannst Du das Gewicht vernachlässigen. Das Gewicht der E-Gitarre verteilst Du dann ohnehin mit einem Gurt über deinem Rücken. Möchtest Du allerdings mobil sein, solltest Du auf ein leichtes Modell achten oder doch zu einer Akustik-Gitarre greifen. Diese sind zwar voluminöser als E-Gitarren, aber viel leichter.

2 Wie groß bin ich bzw. derjenige, der die E-Gitarre spielen soll?

Es gibt verschiedene Größen für E-Gitarren. Diese sind nicht genormt. Du kannst durch das Mensur-Maß jedoch die passende Körpergröße ableiten. Vor allem Kinder oder kleinere Erwachsene haben Probleme mit großen E-Gitarren und sollten entweder eine kleinere Version vorziehen oder spezielle Kindergitarren kaufen.

3 Wie wichtig ist mir Optik und Haptik beim Spielen?

Es gibt verschiedene Bauformen von E-Gitarren, die sich auf den ersten Blick vor allem durch die „Einschnitte“ (von engl. Cutaways) im Korpus unterscheiden. Es gibt klassische Formen –wie Telecaster-Modelle –, oder Ausführungen wie die V-Form-Gitarre, die sich optisch abheben. Die Bauform wirkt sich auf die Haptik und den Spiel-Komfort aus, daher lohnt es sich für Dich hier genauer hinzusehen.

Worin unterscheiden sich Akustik-Gitarren und E-Gitarren?

Eine E-Gitarre hat keinen Hohlraum, welcher der Akustik-Gitarre als Klangkörper dient. Die folgende Grafik zeigt die verschiedenen Bestandteile einer Akustik- und einer Elektro-Gitarre. Der Grundaufbau ist prinzipiell ähnlich, denn beide verfügen über einen Gitarrenkopf, einen Hals und einen Korpus. Der größte Unterschied besteht in der Elektronik der E-Gitarre, denn sie überträgt den Klang der Saitenschwingungen über die Tonabnehmer in den Verstärker und erzeugt den typisch rockigen Sound. Die Akustik-Gitarre erzeugt den Klang ausschließlich ohne elektronische Hilfsmittel. Ein weiterer Unterschied ist das Griffbrett, welches bei einer Akustik-Gitarre breiter ist. Durch diese Bauweise ist der Abstand zwischen den Saiten größer und somit ist es leichter die Saiten beim Spielen zu treffen.

AUfbaue E-Gitarre und Akustik-Gitarre

Die Größe einer Gitarre wird durch die Mensur gemessen und bezieht sich auf den Abstand zwischen Steg und Sattel. Dieser Bereich ist außerdem der, in welchem die Saite frei schwingt.

Mensur einer Gitarre

Die Größe von Gitarren ist nicht genormt. Mit der folgenden Tabelle kannst Du allerdings ungefähr bestimmen, welche Gitarrengröße zu Dir passt.

Körper-Größe Empfohlene Gitarren-Größe Mensur (circa)
ab ca. 1,60 m 4/4 Gitarre 63 – 65 cm
1,45 m – 1,60 m 7/8 Gitarre 62 – 63 cm
1,30 m – 1,55 m 3/4 Gitarre 58 – 62 cm
1,15 m – 1,35 m 1/2 Gitarre 53 – 55 cm
1,10 m – 1,25 m 1/4 Gitarre 47 – 49 cm
bis 1,10 m 1/8 Gitarre 40 – 44 cm

Welche E-Gitarren-Typen gibt es?

E-Gitarren gibt es in verschiedenen Typen. Sie unterscheiden sich teilweise hinsichtlich des Resonanzkörpers, der allgemeinen Bauweise und den Materialien. Nachfolgend stellen wir Dir 4 unterschiedliche Typen vor.

Typ 1: Archtop-Gitarren

E-Gitarre Typ: Archtop

Diese Gitarren zeichnen sich durch ihre gewölbte Decke und den geschwungenen F-Löchern als Resonanzöffnungen aus. Vor allem im Bereich der Jazz-Musik wurde dieser Gitarren-Typ populär und von berühmten Musikern gespielt. Archtop-Gitarren werden in der Regel aus Massivholz oder Sperrholz hergestellt. Sie haben einen kleinen Resonanzkörper im Gegensatz zu Solidbody-Modellen und sind daher leichter als diese.

Typ 2: Thinline-Gitarren

Thinline-Gitarre

Thinline-Gitarren sind hohle oder halbhohle Gitarren, deren Zargentiefe nicht größer als 5 Zentimeter (cm) ist. Hier gibt es Überschneidungen mit anderen Gitarren-Typen und weitere Definitionen, die diesen Typen zu einer Art Hybrid machen. So ist beispielsweise eine semi-akustische E-Gitarre ein Thinline-Typ, kann aber auch ein Semi-Solid-Typ sein. 

Typ 3: Semiakustik-Gitarren

Semiakustik-Gitarre

Dieser Typ verfügt über einen hohlen Korpus mit Resonanzöffnungen (F-Löcher), in welchen ein massiver Block integriert ist. Die Semiakustik-Gitarre hat also einen kleinen Resonanzkörper, der aber nicht so groß ist wie bei einer Akustik-Gitarre. Semiacoustic-Gitarren haben durch ihre Bauweise einen variantenreichen Klang. Dieser ist wärmer und basslastiger im Vergleich zu einer Solidbody-Gitarre.

Typ 4: Solidbody-Gitarren

Solidbody-Gitarre

Solidbody-Gitarren werden aus Massivholz gefertigt und sind daher nicht empfindlich was Schwingungen – bzw. Rückkopplungen – betrifft, im Gegensatz zu Gitarrenmodellen mit einem hohlen Korpus. Solch eine Gitarre hat ein entsprechendes Gewicht, da der Korpus massiv und über keinen Hohlraum verfügt. In der Regel wiegen sie zwischen 2,5 und 5 kg.

Bestandteile und Varianten von E-Gitarren

Die Korpusform oder Bauvariante – wie z.B. die Befestigung des Halses an den Korpus – fällt je nach Hersteller oder Modell unterschiedlich aus. Dies wirkt sich auf die Akustik und das Spielerlebnis aus.

Der Gitarren-Korpus

Ein E-Gitarren-Korpus hat zwar nicht denselben Resonanzkörper wie eine Akustik-Gitarre, trotzdem hat er einen großen Einfluss auf den Klang. Korpus-Typ und Material wirken sich zudem auf den Preis aus. E-Gitarren-Typen werden anhand der Cutaway-Form unterschieden. Das ist ein Ausschnitt am Korpus, der sich am Ansatz des Gitarrenhalses befindet.

E-Gitarren Korpusformen

Variante 1: Gitarren-Korpus mit unterschiedlichen Cutaways

Modelle mit unterschiedlichen Cutaways sind häufig Stratocaster-Modelle von Fender – ST-Modelle genannt. In der Regel ist der rechte Cutaway tiefer ausgeschnitten als der linke, der an der Bass-Seite liegt. Dessen Horn ist dafür länger. Diese Korpus-Form ermöglicht Spieler*innen die oberen Lagen bequem zu spielen. Die allgemeine Balance beim Tragen der E-Gitarre mit einem Gurt ist durch das längere Korpus-Horn, an dem der Gurt-Pin befestigt wird, sehr gut. Der Sound solcher Modelle ist besonders klar, durchsetzungsstark und vermeidet die übermäßige Betonung der Höhen.

Für wen ist dieses Modell geeignet?

Wenn Du eine E-Gitarre mit klassischer Optik und angenehmer Haptik möchtest, sind Gitarren-Modelle mit unterschiedlichen Cutaways bestens für Dich geeignet.

Variante 2: Gitarren-Korpus mit einem Cutaway

Ein Single-Cut ist ein Korpus mit lediglich einem Cutaway. Die Inspiration für diese Bauform ist die Telecaster-Gitarre von Fender. Der Cutaway ist in der Diskantseite oben integriert. Das Korpus-Horn hat entweder eine gespitzte (florentinische) oder eine runde (venezianische) Form. Ergonomisch hast Du den Vorteil, dass Du durch den Single-Cut einfacher an die hohen Töne beim Spielen kommst und so einen besseren Spiel-Komfort hast. Modelle im Telecaster-Style haben in der Regel einen kräftigen, höhenbetonten und starken Klang.

Für wen ist dieses Modell geeignet?

Für alle, die eine klassische E-Gitarren-Optik und einen hellen Sound, wie er in der Country- und Rock-Musik üblich ist, bevorzugen.

Variante 3: Gitarren- Korpus mit zwei gleichen Cutaways

Diese Bauform ist den Stratocaster-Modellen ähnlich, da sie ebenfalls über 2 Cutaways verfügt. Die Ausschnitte sind hier jedoch identisch. Die Ergonomie ist dadurch in den höheren Tonlagen komfortabler und durch zwei Aussparungen ist der Korpus insgesamt leichter. Der Klang dieser Modelle ist warm und rau – typisch Rock-Musik.

Für wen ist dieses Modell geeignet?

Wenn Du einen klassischen Rock-E-Gitarren-Klang und eine zurückhaltende und dennoch rockige Optik möchtest, dann ist dieses Modell genau richtig für Dich.

Variante 4: Flying-V-Modelle

Der Korpus eines Flying-V-Modells ist sehr auffällig und besteht in der Regel aus 2 achsensymmetrischen Hälften, sodass sich eine V-Form ergeben. Flying-V-Modelle können im Sitzen nicht bequem abgelegt werden, da sie keine Korpus-Rundung haben. Du spielst sie im Stehen, indem Du sie mit der geöffneten V-Rückseite in ein aufgestelltes Bein verkeilst.

Für wen ist dieses Modell geeignet?

Wenn Du eine auffällige E-Gitarre möchtest, gerne im Stehen spielst und einen rockigen satten Klang möchtest, dann ist ein Flying-V-Modell für Dich ideal.

Der Gitarrenhals

Im Gegensatz zum Gitarren-Korpus, der aus vielen verschiedenen Hölzern besteht, haben sich für den Gitarrenhals Ahorn und Mahagoni etabliert. Das liegt vor allem daran, dass diese beiden Hölzer robust sind. Der empfindliche Hals ist so belastbarer. Der Gitarrenhals ist auf 3 verschiedene Arten mit dem Korpus verbunden:

  1. Set In Neck
    Der Hals wird bei dieser Variante mit dem Korpus verleimt, was eine gleichwertige Ausklangzeit der Töne herbeiführt und so eine Klangharmonie entsteht.
  2. Bolt On Neck
    Korpus und Hals sind hier miteinander verschraubt. Das ist die populärste Methode. Sie bietet den Vorteil, dass Du den Hals bei Bedarf einfach austauschen kannst.
  3. Neck Through Body
    Diese Modelle haben einen sogenannten durchgehenden Hals. Er gehört sozusagen zum Korpus. Für optimale Stabilität und Formgebung sind die Seitenteile angeleimt. Der Resonanzkörper erzeugt so einen harmonischen Klang, da er aus einem großen Stück Material besteht.

Der Gitarrensteg

Steg einer E-Gitarre

Dieser Bestandteil der E-Gitarre ist für die Befestigung der Saiten zuständig.  Es gibt drei unterschiedliche Stegvarianten:

  1. Einteiler-Steg
    Steg und Saitenhalter sind in einem Teil verbaut. Der Steg ist fest und dient als Mensur-Grenze. Durch Stellschrauben stellst Du die Saiten ein und veränderst den Klang. Trotzdem ist ein fester Steg sekundärer Überträger von Schwingungen.
  2. Zweiteiler-Steg
    Der Steg besteht aus 2 Teilen: einem speziellen Steg über welchen die Saiten gespannt sind (in engl. Tune-o-matic) und einem Saitenhalter (in engl. Stop-Tailpiece). Diese Stegvariante ist fest und fungiert als Begrenzung, weniger als Schwingungsüberträger.
  3. Vibrato-System
    Diese Stegvariante ist beweglich und besteht aus einer metallischen Platte und mehreren Saitenreitern, die jeweils als Steg für eine Saite agieren. Vibrato-Systeme können durch Hebel vor- und zurückgekippt werden. So manipulierst Du die Tonhöhe. Du kannst so Tonhöhenänderungen spielen, wie sie mit festen Stegen nicht möglich sind.

Info: Der Sustainiac-Pickup ist ein Tonabnehmer, der ein Magnetfeld erzeugt, welches die Saiten zum Schwingen bringt. Einzeltöne und Akkorde werden sozusagen nachhaltig als Schwingung erhalten, bis die Batterie leer ist.

Der Tonabnehmer

Dieser Bestandteil einer E-Gitarre sorgt für die Verstärkung des erzeugten Tones und macht diesen dadurch hörbar. Magnete nehmen die Saitenschwingungen auf und wandeln diese in elektrische Signale um. Es gibt 2 wesentliche Arten von Tonabnehmern, die sich auf den Klang Deiner E-Gitarre auswirken:

  1. Single-Coil-Tonabnehmer
    Die Magnete sind bei diesen Modellen mit einer Drahtspule ausgestattet. Es sind Tonabnehmer für Einzelspulen (von engl. Single Coil). Der Klang wird an einer Saite und an einem Punkt erfasst. Es kann jedoch passieren, dass Nebengeräusche hörbar sind.
  2. Humbucker
    Diese Variante besteht aus zwei Spulen, die durch ihren Aufbau störende externe Signale eliminieren. Dieser Zweispulen-Tonabnehmer erfasst den Ton einer Saite und an zwei Punkten. Diese Variante erzeugt einen warmen Klang und betont die Mitten. Durch die Abschirmung von Störgeräuschen klingt der Sound mit Humbuckern sehr clean und manchmal unnatürlich.

Die Lackierung

Die Lackierung einer E-Gitarre ist auf den ersten Blick kein offensichtlicher Bestandteil, hat aber dennoch eine große Wirkung auf das Instrument. Die Lackierung hat nicht nur eine rein optische Funktion. Sie schützt das Instrument vor Beschädigungen und Feuchtigkeit, was vor allem bei E-Gitarren aus Holz wichtig ist. Es werden in der Regel folgende Materialien zur Lackierung verwendet:

  • Nitro-Lacke aus Schießbaumwolle
  • natürliche oder synthetischen Harze
  • PU-Lacke aus Polyurethan oder DD-Lacke aus einem Stammlack (Desmophen)
  • Härter (Desmodur)

PUR-Lacke und DD-Lacke sind härter als Nitro-Lacke und werden durch ihren satten Gehalt weniger oft aufgetragen. Es ist wichtig, dass ein solider Lack für das Instrument verwendet wurde, um die E-Gitarre ausreichend zu schützen.

Achtung: Offensichtliche und weniger offensichtliche Fehler im Lack können den Klang maßgeblich beeinträchtigen. Zu erst solltest Du dir daher die Optik Deiner E-Gitarre genau ansehen.

Welche Lackierung ist unempfindlicher?

Nitro-Lack ist empfindlich, denn jedes Anecken hinterlässt Spuren auf der Oberfläche. Fingerabdrücke, Schweiß und andere Flüssigkeiten sind ebenfalls sofort sichtbar und können zu Verfärbungen führen. E-Gitarren mit PU-Lack oder DD-Lack sind robuster und unempfindlicher. Sie schützen das Instrument so besser vor Schäden, die zu Klangeinbußen führen könnten.

Aus welchen Materialien besteht eine E-Gitarre?

Ursprünglich wurden E-Gitarren genau wie Akustik-Gitarren aus Holz gefertigt. Das Thema Nachhaltigkeit und Holzverknappung bestimmter Holzarten ist heutzutage relevanter denn je. Es gibt E-Gitarren aus Metall und Kunststoff, die zwar nicht genauso populär sind wie Modelle aus Holz, aber dennoch eine gute Alternative darstellen.

Holz

Es gibt diverse Holzarten, die als Korpus-Material für E-Gitarren dienen. Das Holz wirkt sich auf die tonale Struktur aus. Daher sind vor allem Tonhölzer wie Ahorn oder Mahagoni sehr beliebt.

Achtung: Holz ist ein natürliches Material und reagiert daher auf Schwankungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Setze Deine E-Gitarre daher nicht der direkten Sonne aus und vermeide Klimawechsel, um das Instrument vor Brüchen und Rissen zu schützen.

Wir haben die gängigsten Holzarten und ihre Eigenschaften hinsichtlich des Materials und des Klangs gegenübergestellt:

  Festigkeit Gewicht Klangcharakter Preisvergleich
Erle Mittelhart Leicht (450-550 kg/m³) betonte Höhen, zurückhaltender Bass, ausgeglichen
Pappel Weich Leicht (400-550 kg/m³) dunkel und kühl
Ahorn Relativ hart Sehr schwer (600-700 kg/m³) kühl, betonte Mitten, scharfe Höhen mit Brillanz, Sustain
Linde Weich Leicht (450-550 kg/m³) dunkel
Mahagoni Mittelhart bis Hart Je nach Herkunft leicht bis schwer (400-720 kg/m³) – tendenziell werden mittelschwere Sorten verbaut weich, warm, ausgewogen, rund, voll

Metall

Metall hat wie Holz gute Klangeigenschaften, weshalb sich dieses Material für den Bau von Instrumenten eignet. Neben der Akustik lässt sich Metall leicht bearbeiten. Da Metall wesentlich schwerer ist als Holz, sind E-Gitarren hohl. Sonst wären sie kaum bespielbar.

Einige Hersteller haben vereinzelt Produktlinien mit Metallgitarren hergestellt. Diese Varianten sind jedoch eher Nischen-Produkte.

Kunststoff

Das Entwicklungsverfahren für Kunststoff ist bereits so weit vorangeschritten, dass es fast keinen Unterschied macht, ob Du Dich für eine E-Gitarre aus Holz oder Kunststoff entscheidest. Kunststoff hat eine sehr gute Klangqualität und ermöglicht einen wärmeren Klangcharakter im Vergleich zu Holzgitarren. Vor allem Acrylglas hat konstantere Schwingungseigenschaften als Holz. Dennoch sind E-Gitarren aus Kunststoff nicht die Norm.

Welches Zubehör brauchst Du?

Das richtige Zubehör kann bei einer E-Gitarre einen großen Klangunterschied bedeuten. Verschiedene Gitarrensaiten sorgen für unterschiedliche Stimmungen und auch das Plektrum hat einen großen Einfluss auf die Tonqualität. Natürlich kannst Du Deine E-Gitarre unplugged – sprich: ohne elektronische Verstärkung – spielen. Zu einem richtigen E-Gitarren-Sound gehört ein Gitarren-Verstärker jedoch dazu.

Saiten

Eine E-Gitarre hat in der Regel 6 Saiten. Es gibt auch Modelle mit einer höheren Saiten-Anzahl. Eine E-Gitarre wird beim Kauf normalerweise mit Saiten vom Hersteller geliefert. Es ist jedoch beim Kauf einer Gitarre vorteilhaft, direkt neue Stahlsaiten aufzuziehen. Das gewährleistet eine sehr gute Klangqualität und verringert die Abnutzung des Griffbretts. Gitarrensaiten korrodieren mit der Zeit, verlieren ihre Glätte und werden rau. Der Grund dafür ist der Schweiß von den Händen beim Spielen, daher solltest Du die Saiten je nach Nutzungsintensität im Abstand von 3 bis 4 Monaten wechseln.

Tipp: Wenn Du beim Spielen schwitzt, wische nach der Einheit mit einem Handtuch über die Saiten, um sie zu trocknen! So verhinderst Du rostige Saiten.

Saiten für eine E-Gitarre benötigen einen elektromagnetischen Tonabnehmeranteil. Es können also vollständige Metall-Saiten oder Nylon-Saiten sein, die einen Stahldrahtkern haben oder mit Metalldrähten umwickelt sind.

  1. Dünnere Saiten
    Je dünner die Saite, desto einfacher lässt sie sich spielen. Daher ist eine dünne Saiten-Stärke ist vor allem für Anfänger geeignet, die noch sensible Finger haben. Bei komplexeren Spieltechniken – wie beispielsweise schnellen Soli – greifen auch Profis gerne auf dünne Saiten zurück.
  2. Stärkere Saiten
    Eine starke Saite erzeugt mehr Resonanz (Schwingung) und findet in der Blues- oder Jazz-Musik ihren Einsatz. Du brauchst dabei wesentlich mehr Kraft und unempfindlichere Finger für diese Saiten-Art, daher achte zu Beginn darauf keine zu starken Saiten auf Deiner E-Gitarre zu spannen.

Die Saitenstärke wird in Zoll angegeben. Eine 0.009er e-Saite hat also einen Durchmesser von 0,009 Zoll. Das entspricht 0,2286 Millimeter (mm). Die Buchstaben im nachfolgenden Tabellenkopf symbolisieren die 6 verschiedenen Saiten einer E-Gitarre, beginnend mit der hohen E-Saite.

Die Tabelle stellt die Saitenstärken übersichtlich dar:

e h g d A E
Extra Light .008 .011 .014 .022 .030 .038
Light .009 .011 .016 .024 .032 .042
Regular .010 .013 .017 .026 .036 .046
Medium .011 .013 .018 .030 .042 .052
Jazz .012 .015 .026 .034 .044 .054
Barriton .013 .016 .026 .036 .046 .056

Die 3 wichtigsten Saiten-Typen

Dich in den Auswahlmöglichkeiten von Saiten-Typen, bzw. den Saiten-Stärken, zurechtfindest, ist schwer. Wir haben Dir die 3 wichtigsten herausgesucht und stellen sie Dir mit allen wichtigen Aspekten vor.

Stimmgerät – eine notwendige Anschaffung?

Die meisten professionellen Musiker haben ein elektronisches Stimmgerät zur Hand. Es helfen jedoch auch Stimm-Apps auf dem Smartphone. Es ist allerdings wichtig, einen ruhigen Ort zum Stimmen des Instruments zu finden. Stimmgeräte sind aufgrund des eingebauten Mikrofones gegenüber ungewollten Klangquellen empfindlich. Viele Stimmgeräte haben daher einen Eingang (Klinkenbuchse), um bei elektrisch verstärkten Instrumenten direkt am Ausgang zu messen.

Grundsätzlich gibt es derzeit 4 Auswahlmöglichkeiten von elektronischen Tunern, die je nach Geschmack eingesetzt werden können:

Tipp: Besonders als Anfänger lohnt sich ein Taschentuner. Er ist portabel, intuitiv bedienbar und erfasst Töne über das Gitarrenkabel, um diese exakt zu messen.

Das Plektrum

Um Deine Finger zu schonen, kann die Nutzung eines Plektrums sinnvoll sein. Beachte jedoch, dass das Spielen mit einem Plektrum einen anderen Klang erzeugt. Die Festigkeit des Plektrums macht den Unterschied. In der Regel sind die flachen Plättchen aus Kunststoff. Es gibt sie aber ebenfalls aus Holz, Plexiglas, Metall, Horn oder Knochen.

Um Dir einen kleinen Überblick über die komplexe Welt der Plektren zu geben, haben wir 3 grundlegende Plektren und ihre Einsatzmöglichkeiten für Dich herausgesucht:

Es gibt unzählige Formen, Stärken, Farben und Hersteller. Daher empfehlen wir Dir, verschiedene Marken und Modelle auszuprobieren, um herauszufinden, welches am besten mit deinem Stil harmoniert.

Der Verstärker

Natürlich kannst Du sie auch unplugged spielen. In der Regel ist ein Verstärker jedoch sinnvoll. Er macht die elektronischen Signale aus dem Instrument hörbar, indem der Klang bearbeitet und geformt wird. Der ideale Gitarrenverstärker wird durch dein Spielvorhaben definiert.

  • Einsteiger-Modelle für zu Hause
    Für den Einstieg – also zum Lernen – genügt Dir eine Leistung von 15 bis 30 Watt (W).
  • Modelle für Hobby-Musiker
    Mit einer Leistung von 50 W ist der Einsatzbereich Deines Verstärkers schon wesentlich flexibler und Du kannst sowohl in einem Proberaum als auch auf einer Bühne gut damit arbeiten.
  • Profi-Modelle
    Ab einer Leistung von 100 W ist alles möglich. Ein 100-Watt-Modell kannst Du sowohl professionell auf der Bühne oder in kleinem Rahmen in einem Proberaum verwenden.

Wenn Du unschlüssig bist, welches Zubehör für deine E-Gitarre optimal ist, hast Du die Möglichkeit ein E-Gitarren-Set zu kaufen. So hast Du aufeinander abgestimmte Produkte und kannst direkt losspielen.

Das sind unsere 5 beliebtesten E-Gitarren

Um eine hochwertige und zuverlässige Gitarre zu besitzen, musst Du nicht mehrere Tausend Euro ausgeben. Für ein paar Hundert Euro gibt es bereits Modelle, die sich hervorragend spielen und bei denen die Qualität im Vordergrund steht.

Anfängermodelle kosten 200 bis 500 Euro. Bei einem Instrument für Fortgeschrittene lohnt es sich bis zu 1500 Euro zu investieren.

Fazit

Für Anfänger ist es häufig schwierig beim ersten Gitarrenkauf den Überblick zu bewahren, daher ist es praktisch auf bereits zusammengestellte E-Gitarren-Sets zurückzugreifen. Es ist nicht nötig, dass Anfänger hierbei viel Geld ausgeben. Du kannst mit einem günstigen Einsteigermodell und einem 15-Watt-Verstärker herausfinden, ob Du das Zeug zum Rockstar hast.

FAQs

Um diesen Beitrag abzurunden, haben wir nachfolgende die relevantesten Fragen rund um das Thema E-Gitarre zusammengefasst:

Soll ich eine E-Gitarre oder Akustik-Gitarre kaufen?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Wenn Du Rock- oder Metal-Musik spielen möchtest, ist eine E-Gitarre ideal. Sie erzeugt durch den Verstärker den typisch rockigen Sound. Möchtest Du begleitend zu Gesang oder anderen Instrumenten spielen, ist eine Akustik-Gitarre das Richtige für Dich.

Mehr über den Unterschied zwischen E-Gitarre und Akustik-Gitarre findest Du hier.

Welche Saiten brauche ich für meine E-Gitarre?

In der Regel sind Saiten im Lieferumfang bereits enthalten. Du kannst und solltest nach einiger Zeit neue Saiten auf deine E-Gitarre spannen, da sie verschleißen. Es gibt Stahl- und Nylon-Saiten in verschiedenen Stärken. Je dicker die Saite, desto tiefer ist der Ton, wenn die Saite schwingt. Ohne Plektrum kann das unangenehm für Dich zu spielen sein. Dein bevorzugter Musikstil bzw. Klang bestimmt, welche Saiten Du brauchst.

Mehr Informationen zu Saiten und anderem E-Gitarren-Zubehör findest Du hier.

Welcher Hersteller für E-Gitarren ist der beste?

Die meisten Hersteller produzieren E-Gitarren in jeder Preis- und Leistungsklasse. Es gibt jedoch etablierte Marken, wie beispielsweise Gibson, Fender oder ESP. Diese existieren bereits seit Jahrzehnten und stellen hochwertige E-Gitarren her. Teilweise spielen berühmte Musiker damit.

Unsere beliebtesten 5 E-Gitarren kannst Du hier ansehen.

Kann ich online E-Gitarre lernen?

Dank des Internets gibt es unendlich viele Möglichkeiten Dir das Spielen einer E-Gitarre anzueignen. Mithilfe von Videos, Gitarren-Foren oder Online-Kursen kannst Du bequem von zu Hause aus deine Rockstar-Karriere starten. Online lernen bietet viele Vorteile. Zum Beispiel ist es günstiger oder sogar kostenlos und Du kannst Dein Lerntempo bestimmen. Die Option auf professionelle Hilfestellung bei Fragen und Problemen fehlt allerdings, wenn Du nicht gerade an einem Kurs in Echtzeit teilnimmst – beispielweise via Videokonferenz.

Gibt es E-Gitarren für Linkshänder?

Ja, es gibt spezielle E-Gitarren für Linkshänder. Wobei sich viele dazu entscheiden trotzdem das Spielen auf einer E-Gitarre für Rechtshänder zu lernen. Du kannst in diesem Fall die Saiten in umgekehrter Reihenfolge aufziehen, damit sich die Saiten beim Drehen der E-Gitarre am richtigen Ort befinden.

Erfahre hier alles über E-Gitarren-Typen und welches der richtige für Dich ist.

Wie kann ich meine E-Gitarre reinigen?

Zur Korpus-Reinigung kannst Du Zitronenöl oder Leinöl mit einem leicht angefeuchteten Tuch verwenden. Achte darauf, dass Du immer mit einem Mikrofasertuch reinigst, damit keine Fusselrückstände auf Deinem Instrument bleiben. Wenn Du Deine Saiten wechselst, kannst Du die E-Gitarre im gleichen Zug polieren. Achte zudem darauf, die auf Deinen Lack abgestimmte Politur zu verwenden.

Muss ich die Saiten meiner E-Gitarre reinigen?

Um die Saiten richtig zu pflegen, solltest Du sie nach jedem Spielen mit einem sauberen Mikrofasertuch abwischen, um sie von Fettrückstände und Schweißablagerungen zu reinigen.

Mehr zu Saiten gibt es hier.

Brauche ich einen Verstärker, um E-Gitarre spielen zu können?

Grundsätzlich kannst Du auch unplugged –also ohne Verstärker spielen. Der Verstärker macht die Töne jedoch hörbarer und verleiht ihnen den typisch rockigen Klang. Du kannst einen Verstärker nach Leistung (15 bis über 100 Watt) wählen, je nachdem, wie und wo Du gerne E-Gitarre spielst. Je höher die Watt-Anzahl, desto größer sind die Einsatzmöglichkeiten.

Alle Informationen E-Gitarren-Zubehör findest Du hier.

Brauche ich ein Plektrum, um E-Gitarre spielen zu können?

Du kannst Deine E-Gitarre ohne Plektrum spielen. Es gibt jedoch Stile /Spielweisen, die Du nur mit einem Plektrum erzeugen kannst. Je härter die Saiten sind, desto unangenehmer ist das Spielen ohne Plektrum, daher solltest Du bei starken Saiten nicht darauf verzichten.

Hol Dir hier alle Informationen zu E-Gitarren-Zubehör.

Benötige ich ein Stimmgerät für meine E-Gitarre?

Ja, als E-Gitarrist*in solltest Du ein Stimmgerät besitzen. Ein kompakter Taschentuner ist nicht zu kostenintensiv und passt bequem in Deinen Gitarrenkoffer. Ohne Stimmgerät kannst Du prima alleine Spielen. Vor dem gemeinsamen Spielen mit anderen Instrumenten, empfiehlt sich jedoch das Einstimmen Deiner E-Gitarre.

Erfahre hier alles über Stimmgeräte und anderes E-Gitarren-Zubehör.