Der große Winterreifen-Ratgeber – Wir verraten Dir, was Du beim Kauf beachten musst

Auto auf verschneiter Fahrbahn
Sichere Fahrt auf vereister Straße iStock.com/mauro_grigollo

Allein im Jahr 2018 wurden in Deutschland rund 4.680 Unfälle mit Personenschaden durch Schnee und Glatteis verursacht. Als eine der häufigsten Ursachen gilt dabei eine falsche Winterbereifung (Quelle: Statista, Studie des statistischen Bundesamtes zur Anzahl der Straßenverkehrsunfälle mit Personenschaden durch Schnee und Glatteis in Deutschland in den Jahren 2011 bis 2018).

Denn auf glatter oder verschneiter Fahrbahn bieten Sommerreifen nicht die nötige Haftung, der Bremsweg verlängert sich und das Auto gerät leicht ins Schleudern.

Warum Winterreifen?

Winterreifen, auch Winterpneus genannt, sind speziell für die Wetterverhältnisse im Winter konzipiert und gewährleisten auch bei niedrigen Temperaturen ein sicheres Fahrverhalten.

Und das aus folgenden Gründen:

  • Sie bleiben durch ihre weiche Gummi-Mischung bei niedrigen Temperaturen elastisch. Sommerreifen können wegen der härteren Gummi-Mischung spröde werden. Dadurch verlieren sie Grip.
  • Abwechselnd angeordnete Profilblöcke verhindern das Rutschen auf Schnee und Eis.
  • Viele kleine Lamellen (Einschnitte) verkanten sich mit Schnee, Eis und Matsch und bieten dadurch Griffigkeit.
  • Winterpneus bremsen auf schneebedeckter und nasser Fahrbahn besser als Sommer- oder Ganzjahresreifen.

Die folgenden Grafiken zeigen Dir die Bremswege von Winter- und Sommerreifen auf nasser und schneebedeckter Fahrbahn im Vergleich:

Bremsweg von Sommer- und Winterreifen auf nasser Fahrbahn
Bremsweg von Sommer- und Winterreifen auf Schnee

Wann wird es Zeit für den Winterreifen-Wechsel?

Während in vielen anderen Ländern die Regelung „O bis O“, also Oktober bis Ostern gilt, gibt es in Deutschland keinen gesetzlich vorgegebenen festen Zeitpunkt für den Reifenwechsel.

In Deutschland gilt die „situative Winterpflicht“. Laut StVO § 2, Absatz 3a dürfen Autofahrer bei Schnee, Glatteis, Schneematsch und Reifglätte nur dann fahren, wenn alle Räder mit Winterreifen ausgestattet sind.

Wer trotz dieser Wetterbedingungen mit Sommerreifen fährt, gefährdet nicht nur seine Sicherheit, sondern riskiert zugleich ein Bußgeld. Satte 60 Euro und 1 Punkt in Flensburg werden fällig. Wer andere behindert, gefährdet oder einen Unfall verursacht, muss sogar mit höheren Bußgeldern rechnen. Auch der Versicherungsschutz ist in diesem Fall nicht mehr gewährleistet.

Der richtige Zeitpunkt für den Wechsel ist also in erster Linie von den Wetterverhältnissen abhängig. Dabei kann es auch örtliche Unterschiede geben. Grundsätzlich empfiehlt der ADAC, auf Winterreifen zu wechseln, wenn die Temperaturen dauerhaft unter 7 Grad Celsius (°C) liegen.

Dauerhaft Winterreifen: keine gute Idee

Während der Reifenwechsel im Winter gesetzlich vorgeschrieben ist, ist es, zumindest laut Gesetz, nicht verboten, im Sommer mit Winterreifen zu fahren.

Allerdings belegen die Testergebnisse des ADAC, dass das Fahren mit Winterreifen bei sommerlichen Temperaturen gefährlich werden kann.

Auch um die Umwelt und das Portemonnaie zu schonen, solltest Du nicht dauerhaft mit Winterpneus fahren.

Nachteile von Winterreifen im Sommer:

Sicherheit

Winterreifen sind für die hohen Temperaturen im Sommer nicht geeignet. Die Gummi-Mischung enthält einen höheren Anteil an Kautschuk und ist deshalb weicher. Daher kann sich das Gummi bei Hitze verformen. Ein schwammiges Fahrverhalten ist die Folge. Insbesondere Reifen mit hoher Profiltiefe wiesen im ADAC-Test wesentlich schlechtere Fahreigenschaften aus als Sommerreifen. Der Bremsweg verlängerte sich bei 100 Kilometer pro Stunde (km/h) um bis zu 16 Meter (m). Auch das Kurvenverhalten und die Fahrstabilität fielen schlechter aus. Sommerreifen halten durch ihre härtere Gummi-Mischung dagegen auch höheren Temperaturen stand.

Abnutzung

Die weichere Gummi-Mischung der Winterpneus nutzt sich wegen der höheren Reibung wesentlich stärker ab als bei niedrigen Temperaturen. Du musst die Reifen somit früher ersetzen. Der stärkere Abrieb verursacht zudem mehr Feinstaub. Wechsle die Reifen daher auch aus Umweltgründen.

Höherer Spritverbrauch

Weiches Gummi hat einen höheren Rollwiderstand. Dadurch erhöht sich der Spritverbrauch und Du musst mit höheren Spritkosten rechnen.

Die Eigenschaften von Sommer- und Winterreifen siehst Du in der nachfolgenden Tabelle im Überblick:

Sommerreifen

  • Härtere Gummi-Mischung durch geringeren Anteil an Kautschuk
  • Gummi wird im Winter spröde
  • Verformt sich nicht bei hohen Temperaturen im Sommer
  • Gleichmäßige Struktur des Profils
  • Kleinere Anzahl an Lamellen
  • Kürzerer Bremsweg auf trockener Fahrbahn

Winterreifen

  • Weiche, elastische Gummi-Mischung durch höheren Anteil an Kautschuk
  • Bessere Bodenhaftung bei Kälte
  • Tiefe abwechselnd angeordnete Profilblöcke bieten besseren Griff auf schneebedeckter Fahrbahn
  • Viele kleine Lamellen im Profil verkanten sich mit Schnee und Matsch und verhindern das Rutschen
  • Kürzerer Bremsweg auf nasser und schneebedeckter Fahrbahn

Winterkompletträder, Winterreifen oder Runflat-Reifen?

Wenn Du neue Winterreifen benötigst, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: Du kannst die Reifen einzeln oder inklusive der Felgen kaufen. Legst Du Wert auf zusätzliche Sicherheitsaspekte, sind Runflat-Reifen eine passende Wahl.

Folgende Modelle lassen sich unterscheiden:

Winterkompletträder

Bei Winterkompletträdern handelt es sich um eine Kombination aus Felge und Winterreifen. Sie kommen vor allem infrage, wenn Du noch keine Felgen besitzt.

Du hast die Auswahl zwischen Stahl- und Aluminiumfelgen:

  • Stahl ist dabei die günstigere Variante, die dennoch stabil ist und dezent wirkt.
  • Aluminium ist dagegen hochpreisiger. Es ist in unterschiedlichen Designs erhältlich.

Ein Pluspunkt der Winterkompletträder: Du kannst den Wechsel selbst durchführen. Somit entstehen keine weiteren Kosten für die Werkstatt. Allerdings hast Du vergleichsweise hohe Anschaffungskosten von 70–2.000 Euro.

Winterreifen

Winterreifen ohne Felgen sind eine passende Wahl, wenn Du bereits Felgen besitzt. Der Reifenwechsel muss allerdings in einer Werkstatt erfolgen.

Winterreifen kosten durchschnittlich etwa 15–870 Euro. Zusätzlich solltest Du die Kosten für Felgen und die Montage in der Werkstatt einplanen.

Runflat-Winterreifen

Runflat-Winterreifen besitzen Notlaufeigenschaften. Somit kannst Du im Fall einer Reifenpanne damit zur nächsten Werkstatt fahren.

Dank ihrer selbsttragenden, verstärkten Seitenwand fallen sie bei Druckverlust nicht in sich zusammen. Sollte eine Reifenpanne auftreten, kannst Du höchstens 80 Kilometer (km) weit bei einer maximalen Geschwindigkeit von 80 Kilometer pro Stunde damit fahren.

Um diese Reifen nutzen zu können, muss Dein Fahrzeug über ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) verfügen. Es meldet einen Druckverlust im Reifen. Andernfalls würde der Fahrer nicht bemerken, dass der Reifen beschädigt ist.

Allerdings haben diese Modelle ein höheres Gewicht. Zudem sind Unebenheiten auf der Fahrbahn stärker spürbar.

Die Kosten für Runflat-Reifen liegen bei 50–390 Euro.

Du erkennst Runflat-Reifen an den Abkürzungen: CSR, DSST, HRS, RFT, ROF, SSR, SST, XRP, ZP.

Reifenkennzeichen: Das bedeuten diese Symbole

Winterreifen sind mit unterschiedlichen Kennzeichen und Symbolen versehen. Im Folgenden haben wir zusammengestellt, worauf Du achten solltest und welche Werte sich dahinter verbergen.

Alpine-Symbol

Winterreifen erkennst Du am „Alpine-Symbol“ (Three Peak Mountain Snow Flake) auf dem Reifenrand. Dabei handelt es sich um eine Schneeflocke im dreigezackten Berg. Seit der Neuregelung 2017 entsprechen ausschließlich Reifen mit diesem Prüfzeichen der Winterreifenverordnung.

Das Symbol „M+S“ (Matsch + Schnee) allein erfüllt die Anforderungen nicht mehr, da diese Reifen kein vorgegebenes Prüfverfahren durchlaufen haben.

Reifen, die ab dem 1. Januar 2018 produziert wurden, müssen die neue Vorgabe einhalten. Für Reifen, mit einem älteren Produktionsdatum gilt eine Übergangsfrist bis zum 30. September 2024. Solange dürfen Autofahrer diese Reifen noch nutzen.

EU-Reifenlabel

Seit November 2012 sind Hersteller dazu verpflichtet, Winterreifen mit einem EU-Label zu kennzeichnen.

Auf diese Weise können Verbraucher die Eigenschaften der Reifen, wie etwa den Rollwiderstand, die Nassbremseigenschaft und das Abrollgeräusch besser vergleichen.

Folgende Informationen sind darin enthalten:

Rollwiderstand

Unter dem Zapfsäulensymbol siehst Du, wie hoch der Rollwiderstand bzw. die Kraftstoffeffizienz des Reifens ist. Je niedriger dieser ist, desto weniger Energie wird verbraucht bzw. desto niedriger ist auch der Kraftstoffverbrauch. Der Rollwiderstand wird in die Klassen A (höchste Effizienz) bis C und E bis G (geringste Effizienz) eingestuft. Die Klasse D wird dabei ausgespart. Der Kraftstoffverbrauch zwischen den Klassen A–G kann sich bis zu 0,5 Liter pro 100 Kilometer unterscheiden.

Nasshaftung

Wie gut die Haftung der Reifen auf nasser Fahrbahn ist, zeigen Dir die Werte unter dem Wolken-Symbol. Der Bremsweg auf nasser Fahrbahn wird in die Klassen A (höchste) bis C und E bis F (schlechteste Nasshaftung) eingeteilt. Die Klassen D und G werden dabei ausgespart. Der Bremsweg zwischen den Klassen A und F kann sich bei 80 Kilometern pro Stunde um bis zu 18 Meter unterscheiden.

Die folgende Grafik zeigt die Bremswege der Klasen A–F im Vergleich:

Bremswege Schaubild Winterreifen Klasse A-F

Lautstärke

Die Lautstärke des Abrollgeräuschs in Dezibel (dB) wird in 3 Stufen in Form von Schallwellen eingeteilt:

  • 3 Schallwellen: Das Abrollgeräusch entspricht dem seit 2016 gültigen EU-Wert.
  • 2 Schallwellen: Der seit 2016 gültige EU-Wert wird um bis zu 3 dB(A) unterschritten.
  • 1 Schallwelle: Der seit 2016 gültige EU-Wert wird um mehr als 3 dB(A) unterschritten.

Reifen-Kennzeichen

Welche Reifengröße Du benötigst bzw. welche Eigenschaften der Reifen besitzen sollte, findest Du in der Zulassungsbescheinigung Deines Fahrzeugs.

Im CoC-Dokument („Certification of Conformity“/Übereinstimmungserklärung) findest Du außerdem weitere zugelassene Reifendimensionen.

Die Reifenkennzeichnung, also der Code an der Seitenwand des Pneus, sollte mit den angegebenen Daten im Fahrzeugschein übereinstimmen.

Folgende Grafik zeigt Dir exemplarisch die Kennzeichnung eines Reifens:

Reifen-Kennzeichen

Reifen-Nennbreite

Die Reifen-Nennbreite wird in Millimeter angegeben. Breite Reifen haben eine größere Auflagefläche mit einer höheren Anzahl an Lamellen. Diese ermöglicht eine bessere Bodenhaftung auf trockener Fahrbahn und auf einer festgefahrenen Schneedecke. Auf nasser Fahrbahn besteht dagegen eine höhere Gefahr von Aquaplaning. Breitreifen haben außerdem einen höheren Rollwiderstand, somit ist auch der Kraftstoffverbrauch höher.

Auf lockerem Neuschnee sind schmale Reifen von Vorteil. Sie fräsen sich in den Schnee und sorgen somit für bessere Bodenhaftung. Auch auf nasser Fahrbahn und Schneematsch bieten sie mehr Grip, da sie nicht so schnell schwimmen wie breite Reifen.

Fazit: In wärmeren Regionen mit häufigem Regen sind eher schmale Winterreifen zu empfehlen. In Gebieten mit viel Schnee bzw. fester Schneedecke sind dagegen breite Reifen von Vorteil.

Querschnittsverhältnis

Das Querschnittsverhältnis (auch als Höhen-Breiten-Verhältnis bezeichnet) definiert das Verhältnis von Höhe zur Breite des Reifenquerschnitts in Prozent (%). Ein Verhältnis von 50 Prozent würde also bedeuten, dass die Reifenhöhe halb so groß ist wie die Laufflächenbreite.

Je geringer das Höhen-Breiten-Verhältnis, desto niedriger wird die Reifenplanke. Dies verleiht dem Auto einen sportlichen Look. Der Nachteil: Bodenunebenheiten werden nicht mehr so gut gedämpft.

Symbol für Radialreifen

Das „R“ steht für die radiale Reifenbauart. Diese Bauart mit radial angeordneten Karkassfäden ist heute für alle Reifen gängig. Diagonalreifen mit der Kennzeichnung „D“ sind inzwischen nur noch bei Oldtimern zu finden.

Felgendurchmesser in Zoll

Der Felgendurchmesser wird von einem Felgenrand zum anderen gemessen und in Zoll (″) angegeben. Gängige Maße sind 10–20 Zoll. Achte beim Kauf darauf, dass der Reifen zu Deinen Felgen passt.

Tragfähigkeitsindex oder Lastindex

Der Tragfähigkeitsindex (LI) gibt Auskunft über die maximale Traglast des Reifens bei einem Luftdruck von 2,5 Bar. Dabei handelt es sich um eine Kennziffer, der eine Gewichtsangabe in Kilogramm zugeordnet ist.

Die folgende Tabelle gibt Dir einen Überblick über die Kennziffern und zugeordneten Gewichtsangaben:

LI Höchstlast je Reifen LI Höchstlast je Reifen
75 387 kg 95 690 kg
76 400 kg 96 710 kg
77 412 kg 97 730 kg
78 425 kg 98 750 kg
79 437 kg 99 775 kg
80 450 kg 100 800 kg
81 462 kg 101 825 kg
82 475 kg 102 850 kg
83 487 kg 103 875 kg
84 500 kg 104 900 kg
85 515 kg 105 925 kg
86 530 kg 106 950 kg
87 545 kg 107 975 kg
88 560 kg 108 1000 kg
89 580 kg 109 1030 kg
90 600 kg 110 1060 kg
91 615 kg 111 1090 kg
92 630 kg 112 1120 kg
93 650 kg 113 1150 kg
94 670 kg 114 1180 kg

Geschwindigkeitsindex

Das Geschwindigkeitssymbol (Abkürzung: GSY) wird auch als Speed-Index bezeichnet. Es zeigt, mit welcher maximalen Geschwindigkeit Du mit den Reifen fahren darfst. Die Kennziffern sind maximalen Höchstgeschwindigkeiten in Kilometern pro Stunde zugeordnet.

Einen Überblick über die Kennziffern und die entsprechenden Höchstgeschwindigkeiten erhältst Du in der folgenden Tabelle:

Geschwindigkeitssymbol Höchstgeschwindigkeit in km/h
F 80
G 90
J 100
K 110
L 120
M 130
N 140
P 150
Q 160
R 170
S 180
T 190
U 200
H 210
V 240
VR >210
W 270
Y 300
ZR >240

DOT-Nummer: So alt sind Deine neuen Reifen wirklich

Bei fachgerechter Lagerung gelten Reifen bis zum Alter von 3 Jahren als fabrikneu, bis zum Alter von 5 Jahren gelten sie als neu.

Allerdings solltest Du bedenken: Auch nicht genutzte Reifen altern, da die Gummimischung nach längerer Zeit aushärtet. Dadurch verschlechtert sich der Grip und der Bremsweg auf nasser Fahrbahn wird länger.

Insbesondere Winterreifen müssen auch bei tiefen Temperaturen weich bleiben, daher empfiehlt der ADAC, sie nach spätestens 8 Jahren auszutauschen, unabhängig von der Profiltiefe.

Deshalb ist es empfehlenswert, Reifen mit möglichst spätem Produktionsdatum zu kaufen. Wie alt ein Reifen tatsächlich ist, kannst Du anhand der DOT-Nummer (Department of Transportation) auf der Reifenplanke herausfinden.

Bei den ersten beiden Ziffern handelt es sich um die Kalenderwoche, bei den letzten um das Produktionsjahr. Ein Reifen mit der Aufschrift DOT 1816 wurde also in der Kalenderwoche 18 im Jahr 2016 produziert.

Ganzjahresreifen – ein guter Kompromiss?

Ein Reifenwechsel ist für Autofahrer meist eine lästige Angelegenheit: Er kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld – bis zu 150 Euro können je nach Werkstatt fällig werden. Allwetterreifen sind daher für einige Autofahrer ein Kompromiss.

Laut Gesetz ist es erlaubt, mit Ganzjahresreifen im Winter zu fahren, sofern sie mit dem Alpine-Symbol gekennzeichnet sind.

Testergebnisse zeigen allerdings, dass sie auf Schnee nicht so viel Grip bieten wie Winterreifen. Auch im Sommer weisen sie aufgrund der weicheren Gummimischung schlechtere Fahreigenschaften auf. Außerdem ist der Verschleiß aus diesem Grund höher.

Folgende Grafiken zeigen Dir die Bremswege von Winter-, Sommer- und Ganzjahresreifen im Vergleich:

Bremsweg von Sommer-, Ganzjahres- und Winterreifen auf trockener Fahrbahn im Vergleich
Bremsweg von Winter- und Ganzjahresreifen auf Schnee im Vergleich

Für Autofahrer, die ihr Fahrzeug nicht so häufig nutzen, z. B. für Zweitfahrzeuge, können Ganzjahresreifen eine geeignete Alternative sein. Auch wenn Du die Möglichkeit hast, bei extremen Wetterbedingungen das Auto stehen zu lassen und auf andere Verkehrsmittel umzusteigen, kannst Du bedenkenlos Ganzjahresreifen nutzen. Für Vielfahrer ist dagegen ein saisonaler Reifenwechsel zu empfehlen.

Fazit

Folgende Punkte solltest Du beim Kauf Deiner Winterreifen beachten:

  • Es gibt unterschiedliche Varianten: Du kannst die Reifen entweder einzeln oder inklusive der Felgen (Winterkompletträder) kaufen. Legst Du Wert auf zusätzliche Sicherheitsaspekte, sind Runflat-Reifen eine passende Wahl.
  • Winterreifen müssen mit dem „Alpine-Symbol“ (Schneeflocke im dreigezackten Berg) gekennzeichnet sein, um der Winterreifenverordnung zu entsprechen.
  • Das EU-Reifen-Label gibt Dir Auskunft über den Rollwiderstand, die Nassbremseigenschaft und das Abrollgeräusch des Reifens.
  • Die Daten aus der Zulassungsbescheinigung bzw. dem CoC-Dokument müssen mit dem Code an der Seitenwand des Reifens übereinstimmen.
  • Wähle Pneus mit einem möglichst späten Produktionsdatum, um sie lange nutzen zu können. Das Reifenalter kannst Du anhand der DOT-Nummer bestimmen.

Fragen und Antworten

In unserem FAQ-Bereich findest Du alle wichtigen Fragen und Antworten zum Thema Winterreifen.

Wie lange habe ich Garantie auf Winterreifen?

Grundsätzlich hast Du eine gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung auf neue Winterreifen. Die Gewährleistungsdauer beträgt 2 Jahre. Der Händler ist dabei verpflichtet, Dir die Ware mangelfrei zu übergeben.

Zusätzlich bieten viele Händler eine Garantie an. Die Garantiedauer kann der Händler dabei selbst bestimmen. Online-Shops bieten auch ein 14-tägiges Rückgaberecht.

Wozu dienen Offroadreifen?

Offroadreifen sind speziell für unbefestigtes Gelände, wie Feld- und Waldwege, konzipiert. Sie eignen sich ideal für Geländewagen und SUVs (Sport Utility Vehicles).

Durch ihr grobes Profil mit breiteren Rillen zwischen den Profilblöcken haben sie idealen Griff auf sandigem, schlammigem und verschneitem Gelände. Die verstärkten Seitenwände schützen vor Schäden.

Für befestigte Straßen bieten sie weniger Griff, da sie eine kleinere Kontaktfläche zur Straße haben. Außerdem hat weiches Gummi einen höheren Rollwiderstand. Daher verbrauchen die Reifen mehr Kraftstoff und das Profil nutzt sich schneller ab.

Sind Markenreifen wirklich besser als günstige Reifen-Modelle?

Mehrere Sicherheitstests haben gezeigt, dass teurer nicht grundsätzlich immer besser ist. Viele Markenhersteller haben günstige Alternativen im Sortiment, die auch im ADAC-Test überzeugt haben.

Vor Billigreifen aus Fernost warnen Sicherheitsexperten jedoch ausdrücklich. Sie haben in mehreren Tests, unter anderem des ADAC und der GTÜ (Gesellschaft für technische Überwachung), versagt. Sie wiesen nicht nur einen deutlich längeren Bremsweg auf nasser Fahrbahn auf, sondern auch höhere Restgeschwindigkeiten. Auch beim Aquaplaning-Test konnten sie nicht überzeugen. Daher stellen Billig-Modelle ein Sicherheitsrisiko dar.

Welche Profiltiefe ist zulässig?

Neue Pneus haben in der Regel eine Profiltiefe von 8–9 Millimetern, die sich durch Verschleiß zunehmend reduziert.

Um die Fahrsicherheit zu gewährleisten, ist in Europa eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimetern für PKW-Reifen laut §36 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) gesetzlich vorgeschrieben. Liegt das Restprofil darunter, gelten Reifen nicht mehr als verkehrssicher. Bei Verstoß gegen diese Regelung drohen Autofahrern bis zu 60 Euro Bußgeld und 1 Punkt in Flensburg. Wenn sie dabei andere gefährden oder einen Unfall verursachen, werden sogar bis zu 90 Euro fällig.

Testergebnisse des ADAC haben gezeigt, dass mit abnehmender Profiltiefe, die Fähigkeit der Profilrillen Wasser und Schnee abzuleiten, deutlich sinkt. Daher empfiehlt der ADAC eine Profiltiefe von mindestens 4 Millimetern.

Autofahrer sind verpflichtet, ihr Profil regelmäßig zu überprüfen. Zuverlässige, millimetergenaue Messergebnisse erhälst Du mit einem Profilmessgerät.

Um eine grobe Einschätzung zu erhalten, kannst Du auch einen einfachen Test mit einer 1-Euro-Münze machen. Der Rand der 1-Euro-Münze ist exakt 3 Millimeter breit. Halte die Münze in die Mitte des Reifenprofils:

• Ist der goldene Rand noch sichtbar, wird es Zeit für den Reifenwechsel.
• Verschwindet der Rand, ist das Profil noch tief genug, um sicher weiterfahren zu können.

Wie messe ich den Reifendruck?

Der richtige Luftdruck ist entscheidend für das gesamte Fahrverhalten. Bereits bei einem Unterschied von 0,5 Bar verschlechtern sich die Fahreigenschaften. Ein längerer Bremsweg, schlechtere Kurvenlage sowie ein höherer Spritverbrauch und schnellerer Verschleiß sind die Folgen. Bei hoher Geschwindigkeit besteht sogar die Gefahr, dass der Reifen platzt.

Der ADAC empfiehlt daher, den Reifendruck alle 2 Wochen zu überprüfen.

Angaben zum richtigen Reifendruck findest Du je nach Fahrzeug an unterschiedlichen Stellen:

• Bedienungsanleitung
• Innenseite der Autotür
• Aufkleber im Handschuhfach
• Innenseite des Tankverschlusses
• Tabelle des Fahrzeugherstellers

Messgeräte und Kompressoren gibt es an den meisten Tankstellen kostenlos. Auch im Baumarkt sind Reifendruckprüfer erhältlich.

So misst Du den Reifendruck:

1. Schraube die Ventilklappe ab.
2. Setze den Stecker des Messgeräts darauf.
3. Es darf kein zischendes Geräusch mehr zu hören sein. Andernfalls ist die Position nicht korrekt.
4. Nun kannst Du die Anzeige auf dem Gerät ablesen.
5. Füge bei Bedarf die entsprechende Luftmenge hinzu oder lass Luft ab.
6. Wiederhole den Vorgang mit jedem Rad, um eine sichere Weiterfahrt zu gewährleisten.

Wann brauche ich Schneeketten?

Insbesondere in vielen schneereichen Gebirgsregionen mit steilen Anstiegen reichen Winterreifen allein oft nicht aus.

Hier bieten Schneeketten auf vereistem Grund und Schnee besseren Halt und verhindern, dass die Reifen durchdrehen.

Einige Gebiete darfst Du nur mit Schneeketten befahren. Erkennen kannst Du diese am Verkehrszeichen 268 – ein blaues Schild mit Kettenreifen. Wer sich nicht daran hält, riskiert ein Verwarnungsgeld von 20 Euro.