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Motorradsicherheit

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Motorradsicherheit

Es ist ein herrliches Gefühl, endlich hat der Frühling den Winter von unseren Straßen vertrieben. Frisches Grün ersetzt Stück für Stück das triste Grau, an dass wir uns die letzten Monate so sehr gewöhnt hatten. Es ist höchste Zeit das Motorrad aus dem Winterschlaf zu wecken und fit für die neue Saison zu machen.
 

Ein Aspekt der hier leider öfter einmal aus Acht gelassen und dem nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt wird, ist die Kontrolle der Schutzbekleidung. Diese sollte, wie auch das Motorrad selber, genau überprüft werden. Gerade in die Jahre gekommene Protektoren, Helme oder Schutzbekleidung sollten regelmäßig ersetzt werden. Für die Motorradsicherheit ist die richtige Schutzausrüstung das A und O, ist man vielleicht doch einmal in einen Unfall oder ähnliches verwickelt. Anders als im Pkw, bietet das Motorrad keine stabile Rahmenkonstruktion, sprich Knautschzone, welche den Großteil der Unfallenergie abfängt. Die richtige Motorradbekleidung ist daher der einzige Schutzmantel der einem bleibt. Diese sollte dementsprechend auch qualitativ hochwertig sein und über gute Schutzeigenschaften verfügen.
 

Helmpflicht

Die deutsche Straßenverkehrsordnung schreibt vor, dass jeder, der ein Kraftrad oder ein anderes offenes Kraftfahrzeug mit drei oder mehr Rädern im Straßenverkehr bewegt, einen geeigneten Schutzhelm tragen muss, wenn dieses Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeit von über 20km/h erreichen kann. Dies ist geregelt im §21a Abs.2 StVO. Selbiges gilt zudem auch für Passagiere und Beifahrer. Der Sinn dieser Regelung leuchtet wohl jedem ein, schließlich sind Kopfverletzungen oft nur schwer zu behandeln und führen außerdem schnell zu dauerhaften Folgeschäden.
 

Doch welche Arten von Schutzhelmen gibt es eigentlich auf dem Markt und wann ist ein solcher nach Ansicht des Gesetzgebers geeignet. Am weitesten verbreitet sind Integralhelme, Klapphelme sowie Halbschalenhelme. Integralhelme sind solche Modelle, welche den gesamten Kopf inklusive der Kinnpartie schützen. Bei Klapphelmen lässt sich die Kinnpartie dagegen nach oben wegklappen. Halbschalen- oder Jethelme haben dagegen keinen Kinnschutz, müssen aber trotzdem den größten Teil des Kopfes schützen. Modelle die einen zu geringen Teil des Kopfs bedecken, sind nach Ansicht des Gesetzgebers nicht zum Schutz vor Kopfverletzungen geeignet.
 

Hat ein Helm kein integriertes Visier, sollte man über den Erwerb einer hochwertigen Motorradbrille nachdenken. Moderne Visiere sind nicht nur besonders kratz- und bruchfest, sie schützen die Augen auch vor zu starker Sonneneinstrahlung und sorgen für ein klares Bild im Straßenverkehr. Bei vielen Helmen kann man auch ein entsprechendes Visier nachrüsten und es gibt sogar Modelle, welche auch Knopfdruck vor Sonneneinstrahlung schützen.
 

Den Rest nicht vergessen

Gesetzlich vorgeschrieben ist in Deutschland lediglich der Schutz des Kopfs durch einen passenden Helm. Wie man den Rest des Körpers schützt, ist jedem selber überlassen. Dies führt dazu, dass schon einmal Kleidung getragen wird, welche zum Motorradfahren eigentlich nicht geeignet ist und auch im Falle eines Sturzes nur wenig oder keine Schutzwirkung bietet. Im Folgenden wird nun eine kurze Übersicht darüber gegeben, was es eigentlich noch alles für Schutzkleidung gibt, welche die Motorradsicherheit erhöhen könnte.
 

Ein Teil, welches noch relativ häufig getragen wird, ist eine richtige Motorradjacke. Diese gibt es entweder ganz klassisch aus Leder, aber auch immer häufiger aus textilen Materialien. Wichtig ist vor allem, dass diese aus einen widerstandsfähigem Werkstoff gefertigt ist. Zudem sollte man darauf achten, dass in der Jacke aufpralldämpfende Protektoren verarbeitet wurden. Sind diese nicht vorhanden, kann man sie selbstverständlich auch separat erwerben und zur Jacke zusätzlich tragen. Wer außerdem auch noch seine Beine schützen will, der sollte zu einer speziellen Motorradhose greifen. Diese sollten gerade auch die Knie schützen und besonders abriebfest sein. Für einen einheitlichen Look und besten Schutz sorgen Motorradanzüge, welche gleichzeitig Beine und Torso beschützen.
 

Bei solchen ist häufig auch ein Rückenprotektor integriert, welcher gerade auch die Wirbelsäule vor schweren Schlägen schützt. Einen solchen Rückenschutz kann man in der Regel auch separat erwerben und einige Modelle schützen sogar Brust und Rücken gleichzeitig. Offen sind jetzt nur noch die Hände und Füße. Auch hier gibt es selbstverständlich passende Schutzkleidung auf dem Markt. Bei Motorradhandschuhen sollte darauf Wert gelegt werden, dass sie perfekt sitzen und die Beweglichkeit der Finger und Hände nicht zu sehr eingeschränkt wird. Sollte man mit dem Motorrad einmal in einen Unfall verwickelt sein, so sind es oft die Beine, die besonders in Mitleidenschaft gezogen werden. Schutz bieten hier Motorradstiefel, welche mit Kunststoff oder Stahl verstärkt werden und idealerweise kniehoch getragen werden sollten.
 

Komfort und Sichtbarkeit

Damit die Motorradbekleidung die maximale Schutzwirkung entfalten kann, ist es wichtig, dass sie perfekt sitzt. Nur wenn die Protektoren auch an den richtigen Stellen anliegen, können sie den Fahrer optimal schützen. Man sollte sich daher bei der Auswahl genügend Zeit lassen und auch verschiedene Modelle testen, um die Kombination zu finden, die ideal sitzt. Nur wenn man komfortabel auf dem Bike unterwegs ist, kann man seine ganze Aufmerksamkeit dem Straßenverkehr widmen.
 

Wichtig ist hier dann auch, dass man etwa in der Lederkombi nicht überhitzt oder friert. Gute Motorradbekleidung sollte daher auch besonders atmungsaktiv sein um das Überhitzen des Fahrers oder der Fahrerin zu verhindern. Wichtig ist es für Motorradfahrer zudem, ihre Sichtbarkeit im täglichen Straßenverkehr zu erhöhen. Oft wird man von anderen Verkehrsteilnehmen einfach übersehen. Motorradbekleidung ist aus diesem Grund häufig auch farblich besonders aufwendig gestaltet. Die eigene Sichtbarkeit lässt sich zudem mit speziellen Reflektoren erhöhen, die man beispielsweise an der Jacke anbringen kann. So ist man gerade bei Nacht und Nebel noch besser wahrnehmbar.
 

Wer übrigens während der Fahrt sein Handy oder Smartphone nutzen will, der kann seinen Helm mit einem Bluetooth Headset nachrüsten. Dieses wird mit dem Smartphone verbunden und kann üblicherweise über eine Sprachsteuerung bedient werden. Es gibt zudem auch Kommunikationssysteme, welche eine Gruppe von Fahrern in einer Konferenzschaltung miteinander kommunizieren lässt. So macht der gemeinschaftliche Ausflug viel mehr Spaß und man kann Gruppenmitglieder gleichzeitig auch auf Verkehrshindernisse, wie zum Beispiel ein Stauende oder Ähnliches, hinweisen.

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