Reitsport

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Ratgeber Reitsport


Ratgeber Reitsport

Das Pferd spielte in der Geschichte des Menschen eine bedeutende Rolle. Nach seiner Domestizierung diente es ihm als Arbeits- und Lasttier. In Kriegen trug das Pferd seinen Reiter mitten in die Schlacht, obwohl es eigentlich ein Fluchttier ist. Der erste Einsatz eines Pferdes als Nutztier ist nicht genau zu datieren, man geht jedoch davon aus, dass die Vierbeiner bereits um 5.000 v. Chr. dem Menschen dienten.

Infolge der Industrialisierung geriet das Pferd als Arbeitstier immer mehr in den Hintergrund. Mit der Motorisierung und der Erfindung des Automobils verlor das Pferd seine Aufgaben in der Landwirtschaft, aber vor allem als Fortbewegungsmittel des Menschen.

Heute ist das Tier ein Freund und Begleiter, Luxus-Haustier und gleichzeitig Nutztier. In diesem Ratgeber beschäftigen wir uns mit dem Reitsport und dem Reitzubehör, was Sie dazu brauchen, um den Sport mit den sanften und sensiblen Tieren auszuüben.

Reitsportbedarf für jede Reitweise
Im Lauf der Geschichte entwickelten sich verschiedene Reitweisen, wobei sich hier das Westernreiten und die englische Art in den Vordergrund schieben. Eher selten ist die Iberische und Barocke Reitweise vertreten.

Die englische Reitweise beschäftigt sich hauptsächlich mit der Dressur, dem Springreiten, Vielseitigkeit und weiteren Pferdesportarten, die unter den Sammelbegriff fallen. Für alle diese Reitsportarten ist eine lange und konsequente Ausbildung des Pferdes nötig. Beim Westernreiten handelt es sich um den typischen Reitstil der amerikanischen Cowboys. Sie ist darauf ausgelegt, besonders lange und bequem im Sattel zu sitzen. Das Miteinander zwischen Pferd und Reiter bekommt einen vollkommen anderen Stellenwert, als es bei der englischen Reitweise der Fall ist.

Jede dieser Reitweisen erfordert besonderes Pferdezubehör für die korrekte Ausführung, welches sich vom passenden Zaumzeug und Sattel, über Pferdedecken und Bandagen, bis hin zu weiteren Reitartikeln erstreckt. Nachfolgend möchten wir Ihnen die entsprechenden Gruppen etwas detaillierter vorstellen.

Zaumzeug, Halfter und Gebisse
Um das Pferd zu führen und lenken, legt man ihm eine Zäumung an. Der Zaum variiert in seiner Ausführung je nach Reitweise. Während beispielsweise der Trensenzaum für die Dressur geeignet ist und sich in Untergruppen wie das Englische und Hannoversche Reithalfter unterteilt, gibt es beim Westernreiten das Pelham und Hackamoore. Komplettieren lässt sich die Zäumung mit den Zügeln. Jedes Zaumzeug besitzt je nach Ausführung die Fähigkeit, eine direkte Einwirkung zu ermöglichen. Das Ziel, die Hals- und Kopfhaltung des Pferdes zu beeinflussen, geht entweder über Maul, Nase oder Genick vonstatten.

Zum Longieren des Pferdes nutzen die meisten ein Kappzaum, welches ohne Gebiss arbeitet und mit mehr Riemen ausgestattet ist. Somit lässt sich der Wirkungskreis des Longierenden erweitern.

Während sich das Pferd auf der Weide befindet, legen die meisten Pferdebesitzer ein einfaches Halfter an. Es gibt dem Pferd genügend Bewegungsfreiheit und ermöglicht dem Besitzer ein leichteres Handling.

Ein weiterer, essentieller Bestandteil des Zaums ist das Gebiss, oder im Fachjargon Trense genannt. Die Trense befindet sich nach der Aufzäumung im Maul des Pferdes. Sie ist je nach Ausführung für unterschiedliche Aufgaben zuständig.

Die wohl geläufigsten Trensenarten sind das ungebrochene, das einfach- und das doppelt- gebrochene Gebiss. Diese sind entweder mit normalen, D- oder Olivenkopf-Ringen versehen. Daneben sind auch Kettentrensen oder Rollentrensen erhältlich, die allerdings nicht so häufig Verwendung finden.

Bedenken Sie: Zäumung und Trense sind zwar essentiell wichtig, jedoch nur Teil des Ganzen. Eine gute Trense und Zäumung allein macht noch kein reitbares Pferd.

Sattel und Schabracken
Jede Reitweise erfordert einen Sattel. Der Sattel ermöglicht eine sichere Haltung auf dem Pferd, schont jedoch gleichzeitig seinen Rücken. Mit der Ausnahme des baumlosen Sattels besitzt jedes Modell auf der Unterseite den Sattelbaum, mit dem die Anatomie des Pferderückens unterstützt wird. Er besteht aus Holz, Stahl oder Aluminium. Was die Größe angeht, ist dieser von Pferd zu Pferd unterschiedlich, jedoch ist es in den meisten Fällen so, dass ein neuer Sattel zunächst von einem fähigen Sattler perfektioniert wird, um die Passgenauigkeit auf dem Pferderücken zu garantieren.

Für die englische Dressur gibt es im Reitbedarf den Dressursattel und den Springsattel. Wer der Vielseitigkeit nachgeht, kann sich auch einen Vielseitigkeitssattel erstehen, der beide dieser Reitsportarten unterstützt. Sämtliche Sättel für die englische Reitweise gewährleisten einen tiefen Sitz "im" Pferd.

Der Westernsattel dagegen ist auf sehr viel Komfort ausgelegt. Da es im Westernreiten auf lange Ausritte und ähnliches ankommt, besitzt er daher nicht nur eine andere Polsterung, sondern auch das charakteristische Horn, welches ursprünglich dazu diente, ein Seil darum zu wickeln und Rinder einzufangen. Heutzutage ist er hauptsächlich der Bequemlichkeit geschuldet.

Das beste Material für die Herstellung eines Sattels ist Leder, da es robust und widerstandsfähig ist. Um den Sattel zu komplettieren, benötigt der Reiter einen Sattelgurt, Steigbügel plus Riemen und eine Schabracke.

Die Schabracke besteht aus einer Decke, die unter dem Sattel ihren Platz hat. Sie ermöglicht eine leichte Polsterung, die dem Pferderücken zuträglich ist und der Sattel nicht auf diesem scheuert. Es gibt sie in zahlreichen Ausführungen und Farben, je nach Reitsportart unterteilt. Für den Winter sind dickere Decken erhältlich, außerdem sind Lammfellposter und Schaumstoffunterlagen verfügbar.

Pferdedecken und weiteres Reitsportzubehör
Viele denken, dass Pferde äußerst widerstandsfähig und robust sind. Es gibt jedoch Rassen und Situationen, für die weiteres Zubehör notwendig ist. Beispielsweise ist es sehr riskant, ein geschwitztes Pferd im Winter einfach in die Box zu stellen, ohne für die entsprechende Wärme zu sorgen. Pferdedecken sind in diesem Fall sehr zweckdienlich. Es gibt sie für unterschiedlichste Einsatzzwecke und reichen von Regendecken über Abschwitzdecken, bis hin zu Fliegendecken, die im Sommer die lästigen Pagegeister abhalten. Kranke Tiere, die Probleme mit den Nieren haben, bekommen Hilfe dank einer Nierendecke, die im hinteren Bereich verstärkte Polsterung und Wärmekissen aufweist.

Je nach Modell sind sie unterschiedlich ausgeführt, lassen sich aber äußerst leicht anlegen und in der Waschmaschine reinigen.

Je nachdem, welcher Reitweise man nachgeht, sind auch weitere Pferdesportartikel erhältlich. Ein Voltigiergurt eignet sich beispielsweise dazu, dieser Reitweise nachzugehen, oder beim Longieren weitere Eingriffsmöglichkeiten bezüglich der Haltung des Pferdes zu ermöglichen.

Bandagen für die Beine gewährleisten Schutz, geben Halt und sehen gut aus, da sie in zahlreichen Farben erhältlich sind. Durch die Anbringung eines Klettverschlusses sind sie äußerst leicht anzulegen. Auch sie lassen sich ganz leicht in der Waschmaschine reinigen. Häufig sind Bandagen auch im Set, zusammen mit einer Fliegenmaske erhältlich. Diese schützt auf der Weide und während des Reitens vor lästigen Insekten.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Besitzen Sie zum ersten Mal ein Pferd, wird die Auswahl etwas schwerfallen. Doch überlegen Sie sich, welcher Reitweise Sie nachgehen und was Sie im Reitunterricht alles dazu benötigen.

Eine Grundausstattung besteht häufig aus einem Sattel, dem richtigen Zaumzeug und einer Satteldecke. Im Laufe der Zeit bemerken Sie immer öfter, welche Reitsportartikel Ihnen fehlen und womit Sie Ihre Sammlung erweitern möchten.

Und denken Sie daran: Es muss nicht unbedingt teuer sein. Häufig sind günstige Artikel von Reitsportzubehör ebenso zweckdienlich, sofern sie Qualität besitzen.
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