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Faszination Angeln – der Angelsport erfreut sich vor allem bei Männern großer Beliebtheit. Zwar ist es heutzutage nicht mehr notwendig, sich sein eigenes Mittagessen selbst zu angeln – außerdem dürfte es in den meisten Fällen günstiger sein, wenn man sich den frischen Fisch beim Fischer kauft, statt sich eine Angelschein zu besorgen – aber die Begeisterung fürs Angeln ist nichtsdestotrotz ungebrochen.

Angler verbringen viel Zeit in der Natur, genießen die Ruhe und wetteifern darum, wer die größten Fische fängt. Es gibt sehr viele verschiedene Arten zu angeln. Die meisten unterscheiden sich durch die Art der zu fangenden Fische – so werden beispielsweise Friedfische anders gefangen als Raubfische – und damit auch durch die Form der Angelruten und des dazu gehörigen Anglerbedarf. Wer erfolgreich angeln will, benötigt eine gute Rute, aber auch Anglerzubehör von guter Qualität. Die beste Rute kann ihren Zweck nicht erfüllen, wenn das Angelzubehör nicht stimmt. Zum Angelbedarf zählen beispielsweise:

- Angelschnur
- Angelhaken
- Angelrolle
- Köder
- Angelblei
- Angelbekleidung

und vieles andere mehr. Bevor Sie sich jedoch ans Sportfischen machen, sollten Sie genau überlegen, welche Fischart Sie angeln wollen. Jeder Fisch benötigt spezielle Ruten und – ganz wichtig – Köder.

Die richtige Angelrute

Grundsätzlich gibt es zwei Rutenformen, die sich in ihrer Bauweise unterscheiden. Die Teleskoprute besteht aus mehreren Teilen, die ineinandergeschoben und wieder auseinander gezogen werden können. Auch die Steckrute besteht aus mindestens zwei, meist drei, Einzelteilen, die jedoch voneinander getrennt aufbewahrt und erst direkt vor dem Einsatz miteinander verbunden werden. Teleskopruten sind deutlich praktischer als Steckruten, zudem lassen sie sich leichter im Kofferraum verstauen. Allerdings sind sie, bedingt durch das Ein- und Ausfahren der Einzelteile, deutlich schadensanfälliger als Steckruten, zudem lassen ihre Biegeeigenschaften oft zu wünschen übrig.

Beim Kauf einer Angelrute ist ihr Biegeverhalten das wichtigste Bewertungskriterium. Angler bezeichnen diese Eigenschaft auch als Aktion. Die Qualität einer Angelrute bemisst sich nach folgenden Kriterien:

1. Die Spitze muss immer weicher sein als der Rest der Rute. Dadurch reagiert sie schneller auf das Anbeißen eines Fisches und der Angler kann rascher in Aktion treten.

2. Die obere Rutenhälfte muss weicher und biegsamer sein als die untere. Falls ein Fisch sich wehrt, sollte die Rute nachgiebig reagieren können, denn eine steife Angelrute bricht schon bei geringer Belastung und der Fisch entkommt. Fachkundige Angler bezeichnen dies als „semiparabolische Aktion“.

3. Allgemein sollte die Rute so beschaffen sein, dass sie sich von der Spitze bis hin zum Handteil gleichmäßig krümmen lässt. Der Fachmann bezeichnet dies als „parabolische Aktion“.

Früher wurden Angelruten vor allem von Haselnuss- oder Weidenzweigen geschnitten. Moderne Ruten sind aus Kohlefasern (Carbon), durch Glasfaser verstärkte Kunststoffe oder Kevlar gefertigt. Glasfaserruten zeichnen sich durch eine hohe Belastbarkeit aus, zudem sind sie sehr haltbar und günstig in der Anschaffung. Ruten aus Kohlefasern sind um einiges leichter als Glasfaserruten, zudem federn sie besser. Dafür sind Kohlefasernruten allerdings auch recht teuer.

Ein hervorragendes Rutenmaterial ist Kevlar: Es ist sehr leicht, extrem belastbar und weist zudem eine hohe Steifigkeit auf. Allerdings sind Kevlarruten auch die teuersten Angelruten. Recht begehrt sind auch Angelruten aus gespleißtem Bambus, die vor allem durch ihre extreme Elastizität begeistern. Aufgrund der aufwendigen Herstellung sind sie jedoch auch recht teuer. Je nach Angelmethode unterscheiden sich die Rutenarten. Die wichtigsten sind dabei:

- Feederruten
- Fliegenruten
- Spinnruten
- Stippruten
- Grundangelruten

Die wichtigsten Angelmethoden
Feederruten werden vornehmlich zum Angeln von Weißfischen verwendet. Sie haben eine besonders sensible Spitze aus Kohle- oder Glasfasern. Feedern bedeutet „füttern“, weshalb an Feederruten einen Futterkorb befestigt ist. Mit den extrem langen Stippruten werden Friedfische wie zum Beispiel Karpfen geangelt. Stippruten können dank extrem leichter Kunststoffmaterialien bis zu 17 Meter lang sein. Meist handelt es dabei sich um Teleskopruten.

Zum Fliegenfischen verwenden Angler meist Ruten aus Kohlefasern oder auch aus gespleißtem Bambus. Spinnruten sind Wurfangeln, die beim Angeln von Raubfischen – beispielsweise Forellen – zum Einsatz kommen. Mit einer Grundangelrute können am Grund lebende Fischarten besonders erfolgreich gefangen werden. Aber auch zum Brandungsangeln eignet sich diese Rutenform sehr gut. Die Grundangelrute wird mit einem Gewicht, dem Grund- oder auch Angelblei, beschwert.

Weiteres Angelzubehör

Neben der Rute benötigen Sie außerdem eine Angelausrüstung wie eine Angelschnur und eine Angelrolle. Es gibt monofile und multifile Angelschnüre. Monofile Schnüre bestehen aus nur einem Schnurstrang, während multifile Angelschnüre meist geflochten sind. Der Vorteil von monofilen Schnüren besteht in ihrer größeren Dehnfähigkeit, zudem sind sie günstiger in der Anschaffung. Geflochtene Schnüre weisen hingegen eine große Tragfähigkeit auf, weshalb sie gerade beim Fischen von Großfischen zu empfehlen sind. Leider neigen multifile Schnüre aufgrund ihrer ovalen Form zum Verwickeln, zudem gefrieren sie bei Temperaturen unter 0 °C. Wer gern Eisangelt, sollte also besser zu beschichteten Angelschnüren greifen. Anfänger sind jedoch mit einer monofilen Angelschnur gut beraten.

Die Angelrolle dient als Schnurdepot und ist mit einer Kurbel zum Einholen der Schnur versehen. Eine gute Rolle verfügt über hervorragende Laufeigenschaften, d.h. sie muss reibungslos und „wie am Schnürchen“ die Angelschnur ablaufen bzw. wieder einziehen lassen. Auch die Wahl des optimalen Angelhakens sollte nicht willkürlich erfolgen. Angelhaken gibt es in zahlreichen verschiedenen Größen und Formen, für jedes Einsatzgebiet und jede Fischart findet sich der passende Haken. Es wird grob zwischen dem Rundbogenhaken und dem Limerickhaken differenziert. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in der Form ihrer Bögen. Daneben gibt es noch den Offsethaken, den Drop-Shot-Haken sowie den sogenannten Schonhaken bzw. Jamisonhaken. Auffälligstes Merkmal des Schonhakens sind die fehlenden Widerhaken, die eine Verletzung des Fisches beim Angeln verhindern sollen.

Der richtige Köder

Der Einsatz eines Köders ist in erster Linie Ansichtssache. Viele Angler fischen vorzugsweise mit echtem Köder, beispielsweise mit Würmern oder kleinen Köderfischen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass das Fischen mit lebendem Köder in Deutschland verboten ist. Seit einigen Jahren gewinnt das Fischen mit künstlichen Ködern jedoch immer mehr an Bedeutung, gerade wenn es darum geht, Raubfische wie Forelle oder Hecht zu angeln. Bekannte und beliebte Kunstköder sind dabei der Wobbler, der Blinker und der Spinner.

Kunstköder bestehen in der Regel aus Metall, Plastik, Holz oder synthetischen Materialien und imitieren etwa die Beute von Raubfischen. Aus diesem Grund sehen Wobbler etwa aus wie kleine bunte Fische. Sie werden mit der Angelrute ausgeworfen und langsam durch das Wasser gezogen, wobei sie die Bewegung kranker Fische nachbilden.

Blinker bestehen hingegen aus einem simplen Metallblatt, das ebenfalls ausgeworfen und langsam wieder eingeholt wird. Mittels eines Blinkers lassen sich Hechte und Barsche angeln. Spinner bestehen ebenfalls aus einem Metallblatt, das jedoch zusätzlich rotiert und so extra Schallwellen generiert, die Raubfische anlocken soll. Weitere Köder sind etwa Kunstfliegen, die oft aus Silikon bestehenden Gummiköder, Pilker, Oberflächenköder sowie Jerkbaits.
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