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In unserer modernen Welt wollen die Menschen mobil sein, da sind frischgebackene Eltern natürlich keine Ausnahme. Galt es bis vor einem halben Jahrhundert noch nahezu als unschicklich, mit seinem neugeborenen Baby in ein Café zu gehen, so ist dies heute die Norm. Deutschland mag als kinderfeindlich gelten, auch werden nicht viele Kinder geboren – und doch sind diese Kinder heute ein gewohnter Anblick in einem Stadtbild, in dem schon die ganz Kleinen mit der Mama shoppen gehen.

Ohne einen Kinderwagen, sowie ohne ein Auto wäre diese flexible Mobilität nicht möglich. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren selbst Kinderwagen noch nicht allzu weit verbreitet und wurden vor allem von den begüterten Mittelschichtsfamilien genutzt. Armen Müttern blieb gar nichts anderes übrig, als ihre Säuglinge in einem Tuch mit sich herum zu tragen oder das Kind in seiner Wiege liegen zu lassen. Allerdings erlebt gerade das Tragetuch gerade ein Revival, haben doch viele Eltern die Vorteile einer Tragehilfe erkannt: Das Kind ist ruhiger, da es nahe bei seinen Bezugspersonen sein kann, zudem ermöglicht das Tragetuch – wie auch jede andere Tragehilfe – Aktivitäten, die mit einem Kinderwagen einfach nicht durchführbar wären – wie beispielsweise ein Spaziergang am Strand.

Der Kinderwagen

Das Maximum an Flexibilität erreichen Sie mit einem Travelsystem. Das ist ein Gestell, auf welches mittels Adaptern wahlweise eine Babywanne, ein Sportwagenaufsatz oder auch der Autokindersitz gesteckt werden kann – je nachdem, wie Sie es gerade brauchen. Das Travelsystem hat den unschlagbaren Vorteil, dass Sie keinen Kinderwagen mehr mitnehmen müssen, wenn Sie nur einmal kurz einkaufen gehen wollen. Für ein Neugeborenes benötigen Sie einen Baby- oder auch Erstlingswagen, in dem das Kind entweder in einer festen Babywanne oder aber einer Softtragetasche liegt. Die Tragetasche kann mitsamt Baby aus dem Wagen herausgenommen werden, etwa wenn das Kind eingeschlafen ist und Sie es in die Wohnung tragen wollen.

Allerdings bieten Tragetaschen in der Regel dem Kind weniger Platz als eine feste Babywanne. Wenn Sie selbst also eher groß gewachsen sind und/oder ein großes Kind erwarten, entscheiden Sie sich lieber für die Anschaffung einer solchen festen Wanne. Sonst kann es Ihnen passieren, dass Ihr Kind bereits nach drei, vier Monaten nicht mehr in seinen Kinderwagen passt. Sobald Ihr Baby selbstständig sitzen kann – das ist bei den meisten Kindern mit etwa acht bis neun Monaten der Fall – können Sie es in einen bequem gepolsterten Sportwagen umsetzen. Äußerst praktisch und zudem günstig in der Anschaffung sind sogenannte Kombikinderwagen, die sich je nach Bedarf entweder als Babywagen oder als Sportwagen nutzen lassen.

Die meisten Kombikinderwagen werden mit mehreren Aufsätzen (vgl. Travelsystem) geliefert, die mit Hilfe eines Adapters auf das Grundgestell aufgesetzt und befestigt werden. Alternativ oder auch ergänzend können Sie sich für das Tragen des Kindes in einem Tragetuch oder einer Tragehilfe entscheiden. Besser für die Rückengesundheit Ihres Kindes ist sicherlich das korrekt gebundene Tragetuch, sehr viel praktischer ist jedoch die Tragehilfe.

Zubehör für den Kinder- und Sportwagen

Damit Ihr Kind sich in seinem Gefährt auch über längere Zeit wohlfühlt, sollten Sie einige notwendige Zubehörteile erwerben. Dies wäre beispielsweise eine Matratze für den Erstlingswagen und später für den Sportwagen eine Kinderwagen-Sitzauflage. Sowohl die Matratze wie auch die Auflage sorgen nicht nur für mehr Bequemlichkeit, sondern schützen das Kind bei kühlen Temperaturen auch vor Kälte. Für weiteren Schutz benötigen Sie noch eine für Ihr Kinderwagenmodell passende Regenhaube, sowie einen Sonnenschirm bzw. ein Sonnensegel mit einem integrierten hohen UV-Schutz. Dieser ist notwendig, um die noch dünne und damit empfindliche Haut des Babys vor Schäden zu bewahren. Schläft Ihr Baby viel in seinem Wagen – beispielsweise im Garten – so denken Sie an ein Mosquitonetz, um das Kind vor den stechenden Quälgeistern zu bewahren.

Sobald es kühler wird, jedoch auf jeden Fall im Herbst und im Winter, benötigt Ihr Kleines einen wärmenden Fußsack, der es vor der beißenden Kälte schützt und es mollig warm hält. Winterfußsäcke bestehen in der Regel aus einer wind- und wasserabweisenden dünnen Außenhaut und sind innen entweder mit Vlies, Schafwolle oder Baumwolle gefüttert. Besonders viel Schutz bieten Mumienfußsäcke. Haben Sie ein älteres Kind – etwa ab zwei Jahren – so lohnt sich die Anschaffung eines Kiddy Boards. Auf diesem kann Ihr „Großes“ stehen und sich ebenfalls schieben lassen. Damit unterwegs keine Langeweile aufkommt, sollten Sie für größere Kinder immer etwas zu knabbern in der Wickeltasche haben, beispielsweise Gurkensticks, Apfelschnitze oder eine Reiswaffel. Auch Kinderwagenspielzeug in Form von Kinderwagenketten, Buggy-Büchern oder Kinderwagenanhängern wird immer wieder gern angenommen.

Der Autositz

Neugeborene müssen während einer Autofahrt in einer sogenannten Babyschale entgegen der Fahrtrichtung angeschnallt transportiert werden. Es wird empfohlen, die Kinder auf dem Rücksitz sitzen zu lassen, da der Beifahrerairbag im Falle eines Auslösens aufgrund der dabei entstehenden Wucht verheerende Folgen für Ihr Kind haben kann. Babyschalen werden meist solange genutzt, bis das Kind selbstständig aufrecht sitzen kann, was in der Regel etwa ab dem neunten Lebensmonat der Fall ist. Allerdings sind die meisten Babyschalen nur bis zu einem Gewicht von maximal neun Kilogramm ausgelegt. Ist Ihr Kind schwerer, so sollten Sie eine Übergröße wählen, die bis zu 13 Kilogramm Kind trägt.

Sobald das Köpfchen Ihres Kindes über den Rand der Babyschale herausragt, wird es Zeit für einen Kindersitz der Klasse 1. Dieser wird etwa zwischen dem neunten Lebensmonat und dem dritten Lebensjahr des Kindes genutzt. Achten Sie auf die Bezeichnung „IsoFix“ und überprüfen Sie, ob auch Ihr Auto – wie die meisten modernen Wagen der letzten Jahre – mit diesem bequemen Befestigungssystem ausgestattet ist. Dank Isofix können Sie den Kindersitz Ihres Babys ganz einfach und mit nur wenigen Handgriffen festschnallen.

Zubehör zum Kinderautositz


Auch auf langen wie kurzen Autofahrten sollten Sie Ihr Kind vor der Sonne sowie vor Kälte schützen. Ein am Autofenster angebrachter Sonnenschutz sorgt dafür, dass die empfindliche Haut Ihres Kindes nicht durch die UV-Strahlung geschädigt wird. Eine mit Gurtschlitzen versehene Einschlagdecke hält Ihr Baby auch bei kühleren Temperaturen warm. Ein größeres Kind weiß ein an der Lehne des Vordersitzes angebrachtes Spielecenter gut gegen die Langeweile zu nutzen. Babys freuen sich über am Haltegriff der Babyschale angebrachtes Babyspielzeug. Mit derartigen Beschäftigungen können Sie etwaigen Nörgeleien schon im Vorfeld den Wind aus den Segeln nehmen.

Reisebetten und ihr Zubehör

Ein Babyreisebett passt in jeden Kofferraum. Diese Betten lassen sich mit nur wenigen Handgriffen sehr klein zusammen klappen. In der Regel nutzt Junior das Reisebett mindestens bis ins vierte Lebensjahr hinein.

Keinesfalls sollten Sie vergessen, eine passende Matratze zu besorgen, da der Boden eines solchen Bettes sehr hart sein kann. Praktisch sind speziell für Reisebetten erhältliche Wickelaufsätze sowie Unterbringungsmöglichkeiten für Windeln, Feuchttücher und anderes Babyzubehör. Größere Kinder freuen sich über eine Klappe an der Schmalseite, über die sie das Bett selbstständig verlassen können.