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Ratgeber

Motorradhelm Rategeber



Motorräder gehören nachgewiesenermaßen zu den gefährlichsten Verkehrsmitteln im Straßenverkehr. Umso wichtiger ist es, sich mit einer hochwertigen Motorradausrüstung auszustatten. Diese umfasst einen Motorradanzug, passende Handschuhe, Stiefel und einen Helm. Motorradanzüge leiten den Wind ab und schützen die Knie- und Ellenbogengelenke mit Hilfe von Protektoren. Die Motorradstiefel begründen eine ganze Modebewegung und sind als nietenbesetzter Bikerstiefel in jedem Schuhgeschäft zu finden. Der eigentliche Zweck dieser Stiefel besteht im Schutz der Füße vor Wasser und Kälte. Sie besitzen verstärkte Elemente im Bereich der Knöchel, Zehen und Fersen. Komplettiert wird das Outfit durch den Motorradhelm. Er ist das wichtigste Element, der den Kopf im Falle eines Unfalls schützt. Motorradhelme sind in einer großen Vielfalt erhältlich.

Was Sie beim Kauf beachten sollten, wird im Folgenden näher erläutert.

Motorradhelm-Modelle


Normen dienen der besseren Beurteilung von Gegenständen und geben dem Menschen ein sicheres Gefühl. Ähnlich ist es mit der fünften Novellierung der ECE-R-22.05. Diese Norm ist zu Beginn des Jahres 2002 in Kraft getreten und legt die Kriterien der Helm-Prüfung fest. Die deutsche Straßenverkehrsordnung schreibt dem Fahrer des Motorrads einen Helm vor, der mindestens der ECE-R-22.05 entspricht. Natürlich spielen bei der Auswahl des Helms auch andere Kriterien eine Rolle. Den folgenden sollten Sie bei der Suche nach dem richtigen Modell besondere Beachtung schenken:

- Die Kennzeichnung mit der ECE-R-22.05. Norm
- Ein angenehmes Helmgewicht
- Die Aerodynamik des Helms
- Die Beschaffenheit des Visiers
- Die Handhabung des Helms

Integralhelme

Integralhelme werden auf Grund ihres geringen Gewichts oft auch im Motorsport eingesetzt. Sie zeichnen sich durch eine feste Kinnpartie aus und verfügen über ein fest verschließbares Visier. Diese Form des Motorradhelms wird oft mit einem Doppel-D-Kinnriemen verschlossen. Dabei handelt es sich um zwei D-förmige Ringe, durch die der Kinnriemen hindurch geführt wird. Der Vorteil des Doppel-D-Verschlusses ist, dass sich dieser im Falle eines Unfalls nicht ungewollt öffnet. Allerdings wird er von den Trägern oft als zeitaufwendig und mühsam empfunden, da man den Riemen mit Handschuhen kaum durch die Ringe führen kann.


Klapphelm


Der Klapphelm gehört ebenfalls zur Reihe der Integralhelme, besitzt aber ein Kinnteil, das sich gemeinsam mit dem Visier nach oben klappen lässt. Ein Vorteil des klappbaren Kinnteils ist zum Beispiel das vergrößerte Blickfeld. Außerdem können Brillenträger Ihre Brillen beim Auf- und Absetzen der Klapphelme aufbehalten. Da der Mund im aufgeklappten Zustand nicht verdeckt ist, wird eine bessere Verständlichkeit und damit eine leichtere Kommunikation mit dem Gegenüber bewirkt.

Weitere Modelle


Zu den weiteren Helm-Modellen gehören der Jet-Helm, der Crosshelm und das Braincap. Diese Helmvarianten sind weniger für das Motorradfahren geeignet, da sie keinen ausreichenden Schutz liefern. Beim Braincap, dem kleinsten erhältlichen Helmtyp, sind zum Beispiel weder das Kinn, noch die Ohren oder der Nacken bedeckt. Dies kann im Falle eines Unfalls verheerende Folgen haben. Das Braincap wird auch als Halbschalenhelm bezeichnet. Beim Jet-Helm sind die Ohren und der Nacken geschützt. Seine Schwächen liegen aber in der Protektion des Kieferbereiches. Eine weitere Ausführung des Integralhelms stellen die Crosshelme dar. Sie zeichnen sich durch ein vorgezogenes Kinnteil aus. Crosshelme werden vor allem im Geländesport getragen, weil durch das fehlende Visier eine sehr gute Belüftung sichergestellt wird. Motorradhelme können im Allgemeinen auch als Mopedhelme bzw. Mofahelme eingesetzt werden. Auch wenn diese Fahrzeuge nicht die Geschwindigkeiten von Motorrädern erreichen, kann eine hohe Sicherheit niemals von Nachteil sein.

Die Aerodynamik


Helme werden in verschiedenen Formen und Designs angeboten. Während die Farbauswahl eine weniger wichtige Rolle spielt, sollten Sie sich mit der Form des Helms etwas intensiver beschäftigen. Dieses Merkmal wird auch als Aerodynamik bezeichnet. Sie kann als Maß für den Luftwiderstand verstanden werden. Eine aerodynamische Form sorgt dafür, dass die Luft beim Aufprall auf den Helm abgeleitet wird. Effektiv ist die Form, wenn Sie das Geräusch der auftreffenden Luft im Helm nicht als störend empfinden.

Das Visier – Freie Sicht


Dem Visier kommt die wichtigste Rolle zu. Es stellt die Verbindung zur Außenwelt dar und sollte Ihnen daher einen möglichst großen Sichtbereich eröffnen. Das Visier muss robust sein und eine hohe Kratzfestigkeit besitzen. Schon kleine Kratzer können so nah vor dem Auge für eine Einschränkung der Sicht sorgen. Wenn das Visier doch einmal gewechselt werden muss, kann ein leichter Visierwechsel viel Zeit ersparen. Wichtig sind auch die Antibeschlagseigenschaften des Visiers. Diese hängen eng mit der Visierbelüftung zusammen. Die Aufgabe der Visierbelüftung ist die Aufrechterhaltung der Luftzirkulation. So wird vermieden, dass unter dem Helm aufgrund der Körpertemperatur zu hohe Temperaturen entstehen und das Visier beschlägt. Ein Visiersteg an der Unterseite des Visiers kann die Handhabung desselben erleichtern. Weniger wichtig, aber sehr praktisch sind integrierte Sonnenblenden. Sie sorgen bei einer tiefstehenden Sonne für die Reduzierung der Sonneneinstrahlung.

Der Tragekomfort


Der Tragekomfort des Motorradhelms hängt vorrangig vom Helmgewicht ab. Dieses variiert in Abhängigkeit zu den verwendeten Materialien zum Teil stark. Die leichtesten Sturzhelme bestehen aus Kohlefasermaterialien. Kohlefaser zeichnet sich durch ihre verknüpften Fasern aus. Sie verleiht dem Helm eine besondere Festigkeit und entfaltet im Falle eines Sturzes hohe Stoßdämpfungsqualitäten. Eine weitere große Rolle spielt die Innenausstattung. Diese ist je nach Hersteller mehr oder weniger komfortorientiert. Für einen hohen Tragekomfort sorgen die passenden Polster. Sie werden an den Berührungspunkten zwischen Kopf und Helm angebracht und vermeiden Druckstellen. Helmpolster sollten sich leicht entnehmen und reinigen lassen.

Beim Kauf des Helmes ist außerdem zu beachten, dass dicke Polster nicht auf einen zu engen Kragen treffen. Diese Kombination kann nämlich das Aufsetzen des Helmes erschweren. Achten Sie zudem darauf, dass der Kinnriemen über eine Polsterung verfügt. Er sollte sich in der Länge verstellen lassen, damit eine perfekte Anpassung an die individuelle Kopfform erfolgen kann. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Wirkung einer integrierten Kopfbelüftung. Sie stellt die Luftzirkulation innerhalb des Helmes sicher und vermeidet so, dass Sie beim Tragen des Helmes zu schwitzen beginnen. Wer nicht nur bei Sonnenschein Motorrad fahren will, sollte die Wasserfestigkeit des Helmes prüfen. Nichts ist unangenehmer, als wenn einem die Feuchtigkeit langsam in den Helm kriecht.

Das Helm-Zubehör


Sie können Ihren Motorradhelm, je nachdem ob sie ein Sportfahrer oder ein Freizeitbiker sind, mit diversem Zubehör ausstatten. Zum Standardzubehör gehören Wangenpolster und Innenfutter. Wangenpolster werden im Wangenbereich angebracht und schützen, wie die restlichen Kopfpolster, beim längeren Tragen vor Druckstellen. Innenfutter erfreuen sich vor allem im Winter besonderer Beliebtheit, denn sie sorgen für eine zusätzliche Isolierung und schützen den Kopf vor starkem Zugwind. Für den Transport Ihres Helms bietet sich die passende Helmtasche an. Helmtaschen besitzen eine kompakte Formgebung und praktische Tragegriffe. Der Innenraum verfügt über eine Polsterung, die Stoßschäden und Kratzer vermeidet. Die Helmtasche kann natürlich nicht nur als Transportmittel, sondern auch als Aufbewahrung genutzt werden. Zum Zubehör gehören des Weiteren verschiedene Kommunikationstools. Hierbei handelt es sich um eine besondere Spielerei, die im Helm angebracht wird und eine Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Motorradfahrern ermöglicht. Kommunikationstools werden vor allem im Sportbereich eingesetzt.

Der richtige Helm, egal ob Rollerhelme, Karthelme oder Halbschalenhelme, beschützt Sie im Idealfall also nicht nur vor tödlichen Unfallverletzungen, sondern bietet Ihnen auch einen hohen Tragekomfort und kann den Fahrspaß maximieren. Dementsprechend ist die Wahl des Helmes eine Entscheidung, für die Sie sich Zeit nehmen sollten und die nicht leichtfertig getroffen werden kann.

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      Wichtige Merkmale

      Produkttyp

      Jethelme sind offene Helme, die keine Kinnpartie haben. Sie werden meist von Rollerfahrern gekauft und getragen. Aber auch gerade Fahrer klassischer Motorräder oder Chopper- und Cruiserfahrer bevorzugen das erhöhte Gefühl von Freiheit und Geschwindigkeit, das der Helm bieten soll. Aufgrund der Bauweise erfüllt der Jethelm gerade noch die Sicherheitsbestimmungen. Zusatz zu manchen Helmen sind fest verbaute Visiere oder Sonnenblenden.

      Integralhelme umschließen im Gegensatz dazu den gesamten Kopf, haben eine feste Kinnpartie und ein komplett verschließbares Visier. Dieses ist fest verbaut, kann aber meist ausgetauscht oder nachgerüstet werden. Aufgrund ihrer soliden Bauweise schützen sie von allen Helmen am besten vor Kopfverletzungen bei einem Sturz oder Unfall. Dieser Sicherheitsaspekt hat dazu geführt, dass der Integralhelm nicht nur im Motorradrennsport beliebt ist.

      Der Klapphelm ist eine Mischform aus beiden Helmen. Zugeklappt bietet er während der Fahrt denselben Schutz wie ein Integralhelm, aufgeklappt während einer Pause den gleichen Komfort wie ein Jethelm. Aufgrund der Bauweise ist der Klapphelm etwas schwerer als der Integralhelm. Klapphelme eignen sich gut für Brillenträger.

      Crosshelme ähneln in ihrer Bauweise den Integralhelmen. Sie haben eine fest vorstehende Kinnpartie und einen verstellbaren Schirm, der vor Steinschlägen schützt. Anstatt eines Visiers wird zum Schutz der Augen eine Crossbrille getragen. Durch die besondere Bauweise eignet sich der Crosshelm optimal für eine Nutzung im Gelände.

      Visier

      Ein integriertes Sonnenvisier macht das Tragen einer Sonnenbrille unter dem Helm überflüssig. Durch das Betätigen eines kleinen Hebels lässt sich das Sonnenvisier ganz einfach auf- oder zuklappen, je nachdem wie sich die Lichtverhältnisse ändern. Besonders praktisch beim Übergang zwischen hellem Sonnenschein und schlecht ausgeleuchtetem Tunnel. Die Alternative ist ein getöntes Visier. Hierbei ist das gesamte Visier verdunkelt.

      Die Anti-Fog-Beschichtung ist eine Oberflächenbehandlung, die das Beschlagen von klaren Oberflächen verhindern soll. Durch Wasserdampf oder Nebel bilden sich mikroskopisch kleine Tröpfchen auf dem Visier, in denen sich das Licht bricht. Dadurch wird es schwierig bis unmöglich, eine klare Sicht zu bewahren. Um ein Visier zu beschichten werden Sprays oder Flüssigkeiten verwendet. Diese sollten öfter zur Nachbehandlung genutzt werden, um den Effekt aufrechtzuerhalten.

      Das Pinlock-Visier isoliert durch eine Doppelverglasung besser und verhindert das Beschlagen des Visiers durch Atemluft. Vor allem praktisch bei kaltem Wetter. Diese Visiere, die eine kleine Kunststoffscheibe mit dem Hauptvisier verbinden, finden sich vor allem bei etwas teureren Integralhelmen. Pinlock-Visiere können aber auch nachgerüstet werden.

      Prüfnorm

      Die ECE-Prüfnormist eine europäische Verordnung, die die Mindestanforderungen beschreibt, die ein Schutzhelm erfüllen muss und die Abkürzung für „Economic Comission for Europe“. Die Helme werden auf verschiedene Eigenschaften, wie z.B. Größe, Gewicht oder Belastbarkeit des Kinnriemens getestet. Hat ein Helm die Prüfung bestanden, erhält er ein Etikett, das fest am Helm vernäht werden muss.

      Die SNELL M20210 ist eine amerikanische Prüfnorm, die wesentlich strenger ist, als die ECE. Die Stiftung, die die Kriterien für die Prüfung bestimmt hat, wurde aufgrund eines Unfalls gegründet, in der ein Helm einen Rennfahrer nicht vor Kopfverletzungen schützte. Inzwischen gibt es verschiedene Testkataloge, je nachdem welche Art von Helm überprüft wird. Motoradhelme werden nach dem Standard M-2010 bewertet.