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Ratgeber Skaten


Der Begriff „Skaten“ bezeichnet eine Vielzahl von Sportarten. Allgemein kann man mit Skaten u.a. die Sportarten Inlineskaten, Skateboarding, Streetboarding, Slalomskaten oder Eis-Skaten (Schlittschuhlaufen) verbinden.

Inlineskating bzw. Rollerblading

Das Inlineskaten kann man grob als die sommerliche Variante des Eislaufens bzw. Schlittschuhlaufens bezeichnen. Inlineskating hat mit dem Eislaufen den sogenannten Schlittschuhtritt gemeinsam und ist sowohl als Sportart als auch als Fortbewegungsmöglichkeit anerkannt. Der Schlittschuhtritt ist eine spezielle Form der Fortbewegung durch spezielle Schuhe bzw. Befestigungen besonderer Vorrichtung an den Schuhen, die ein Gleiten (z.B. mit Schlittschuhen auf dem Eis) oder Rollen (z.B. mit Inline Skates auf dem Asphalt) ermöglichen. Gemeinsam bei dieser Art der Fortbewegung ist die Ausrichtung in Längsrichtung des Fußes. Gleiten und Rollen ist somit in beide Richtungen – vorwärts und rückwärts – möglich. Durch Abdrücken des Fußes auf dem Untergrund bewegt sich der Inlineskater vorwärts.

Inliner sind eine Weiterentwicklung der Rollschuhe, die noch insgesamt vier Räder paarweise am vorderen und hinteren Ende des Rollschuhs fixiert besitzen, und des Schlittschuhs, der eine gerade Gleitfläche hat. Beide Prinzipien wurden bei Inline Skates kombiniert, so dass nun vier Rollen hintereinander aufgereiht (engl. in-line: in einer Reihe) für die notwendige Rollbewegung sorgen. Inlineskating ist eine In- und Outdoor Sportart, wobei der Outdoor-Aspekt am weitesten verbreitet ist, da man Rollerblading auf allen glatten Oberflächen, Straßen, asphaltierten Wegen oder speziellen Plätzen ausüben kann.
Für das Inlineskating gibt es unterschiedliche Skate-Ausrüstung (z.B. Helme, Knieschoner, Ellenbogenschoner, Handschoner etc.) und Skate-Zubehör (z.B. Taschen, Kugellager, Rollen, Werkzeuge etc.)

Rechtliche Situation in Deutschland
In Deutschland müssen Inlineskater den Gehweg oder den Seitenstreifen benutzen – soweit vorhanden. Für Inlineskater gelten die Regeln für Fußgänger. Seit September 2009 gibt es ein eigenes Verkehrszeichen „Inlineskater frei“. Dadurch wird die Fahrt auf der Fahrbahn oder dem Radweg offiziell freigegeben.

Die rechtliche Situation des Inlineskating war lange Zeit umstritten. Ein Teil sah die Inlineskater als Fußgänger. Inline Skates waren demnach nach der Straßenverkehrsordnung als Spielgeräte anzusehen. Ein anderer Teil legte Inliner als Fahrzeuge aus, weil sie nach Bauart und der Bestimmung nach für Geschwindigkeiten schneller als Schrittgeschwindigkeit ausgelegt sind. Daher sollten Inlineskater auch auf der Fahrbahn und nicht auf dem Fußweg fahren. Bis zur Novellierung der Straßenverkehrsordnung Anfang September 2009 mussten Inlineskater auf dem Fußweg Schrittgeschwindigkeit, auf Straßen ohne Fußweg außerhalb von Ortschaften am linken Fahrbahnrand und innerhalb am rechten Straßenrand fahren. Seit September 2009 gibt es eigenes Verkehrszeichen, dass die Nutzung der Fahrbahn – vor allem in Tempo-30-Zonen und auf Fahrradstraßen –, sowie auf Radverkehrsanlagen erlauben kann. Ohne diese Beschilderung bleibt das Befahren von Radwegen jedoch nach wie vor verboten.

Skateboarding
Unter einem Skateboard versteht man allgemein ein Brett (Deck) mit zwei Achsen (Truck) und vier Rollen (Wheels). Durch Abstoßen mit dem Fuß kann man sich auf einem Skateboard stehend fortbewegen. Allerdings sind Skateboards nur selten reine Fortbewegungsmittel sondern heutzutage vor allem Sportgeräte, mit denen ein ganzes Repertoire an Kunststücken (Tricks) vollführt werden kann. Skateboarding hat sich im Laufe der Zeit zu einer weltweit betriebenen Sportart entwickelt, in der regelmäßig nationale und internationale Wettkämpfe ausgetragen werden. Die Tricks der Skateboarder bestehen meistens aus Sprüngen in Kombination mit Drehungen des Decks sowie die Körpers des Skateboarders.

Der Ursprung der Skateboards geht auf die sogenannten „Asphaltsurfer“ in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zurück. Es entstand aus der Übertragung des Wellenreitens auf Asphalt und Beton. Das heißt, einige Surfer montierten Räder unter ihre Surfbretter und fuhren so über Wege und Straßen. Es gibt unterschiedliche Bauarten von Skateboards. Die Bauart, die den ursprünglichen Asphaltsurfbrettern am nächsten kommt, sind die Longboards & Cruiser. Sie unterscheiden sich nicht nur in der Länge des Decks von Skateboards, sondern auch dadurch, dass ihre Wheels nicht vom Deck überlagert werden, also frei liegen. Dadurch sind mit Longboards & Cruiser andere Fortbewegungsformen und Geschwindigkeiten möglich und werden in anderen Disziplinen bevorzugt eingesetzt.

Einen richtigen Aufschwung erlebten die Skateboards erst mit der Entwicklung von Polyurethan-Rollen, die über bessere Haft- und Rolleigenschaften verfügten als die bisher verwendeten Rollen. Das Konstruktionsprinzip mit zwei gewichtssensiblen Achsen wurde über die gesamte Zeit beibehalten, da diese durch ihre Beweglichkeit das Lenken des Skateboards erst ermöglichten. Durch die neuen Rollen, verbesserte Achsen und stabilere Decks wurden neue Manöver und Kunststücke ermöglicht, so dass das Skateboarding sich langsam zu einer Trendsportart entwickelte. In den 90er Jahren wurde das Skateboard insgesamt schlanker und symmetrischer mit nahezu gleich langen Überständen an Nose (Vorderteil) und Tail (Hinterteil). Diese neue Bauweise der Straßenskateboards ermöglichte abermals neue Formen von Tricks.

Die Konstruktion der Skateboards scheint unterdessen ausgereift zu sein. Andere Materialien für die Decks wie Aluminium, carbonbeschichtete Materialien oder Kevlar konnten sich gegen das klassische Deck aus Ahorn nicht durchsetzen. Gleiches gilt für verschiedene Achsentechnik im Bereich der Longboards & Cruiser. Auch für Skateboards und Longboards & Cruiser gibt es eine Vielzahl von Skate-Ausrüstung und Skate-Zubehör.

Rechtliche Situation in Deutschland
Nach der Straßenverkehrsordnung sind Skateboards keine Fahrzeuge sondern Fortbewegungsmittel. Daher liegt hier die gleiche rechtliche Grundlage wie bei Rollschuhen, Inline Skate oder Rodelschlitten vor. Für diese gelten die straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften für Fußgänger. Das heißt, Skateboards dürfen nicht auf der Fahrbahn benutzt werden. Ebenfalls untersagt ist die Nutzung der Skateboards auf Radwegen. Skateboardfahrer sind verpflichtet den Gehweg zu nutzen.

Waveboarding
Ein Waveboard („Wellenbrett“) ist ein Skateboard-ähnliches Funsportgerät auf zwei Rollen. Die wellenartige Fortbewegung auf Waveboards ähnelt in einem gewissen Umfang dem Fahrverhalten eines Snowboards oder eines Surfboards mit dem Unterschied, dass die Fortbewegung auf Asphalt, statt auf Schnee bzw. Wasser erfolgt. Waveboards sind im englischen Sprachraum auch als Casterboard bekannt.

Statt einem durchgehenden Deck wie bei einem Skateboard werden bei einem Waveboard zwei Kunststofffußplatten verwendet. Diese sind über einen kurzen Torsionsstab miteinander verbunden, so dass eine geringfügige gegenläufige Drehung der Fußplatte um ihre Längsachse möglich wird. Unter den Fußplatten befindet sich jeweils eine Rolle, die je nach Modell frei oder nur begrenzt schwenkbar ist. Waveboards sind einspurig und verwenden zwei 77 mm große Rollen aus Gummi, die denen der Inline Skates ähneln. Allerdings sind die Rollen von Waveboards wesentlich weicher, damit sie den besonderen Anforderungen an die Bodenhaftung während der Fortbewegung gerecht werden.

Vor dem Hintergrund des Rollenaufbaus kann ein Waveboard seitwärts und schräg, grundsätzlich jedoch nicht rückwärts gefahren werden. Die einspurige Anordnung der Rollen ermöglicht es dem Waveboarder schnell geradeaus, weite Bögen und enge Schwenks zu fahren. Auch Driften und Kreiseln ist mit Waveboards möglich. Wie mit Skateboards lassen sich auch mit Waveboards unterschiedliche Tricks vollführen und ist auch für die Halfpipe geeignet.

Das Waveboard wird nicht durch Abstoßen mit dem Fuß in Bewegung gesetzt, sondern durch eine entsprechende Bein- und Hüftbewegung des Fahrers. Dadurch können auch Steigungen ohne Absteigen bewältigt werden. Da keine Bindungen wie etwa beim Freeboard oder Snakeboard vorhanden sind, kann man auch ungehindert vom Waveboard abspringen. Das Waveboard bleibt sofort stehen, da es nicht weiterrollt sondern umkippt und liegen bleibt.

Rechtlich gelten bei der Teilnahme am Straßenverkehr die gleichen Vorschriften wie für Inline Skates und Skateboards.
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