Ratgeber Inline SkatesRollschuhe gibt es schon seit mehr als 100 Jahren. Erfunden wurden sie von dem Engländer Jean-Joseph Merlin. Dieser führte die klassischen Modelle während einer Theateraufführung in London ein. Rollschuhe bestanden damals aus einer einfachen Sohle, an deren Unterseite zwei oder vier Räder montiert waren. Die Befestigung am Fuß erfolgte mit Hilfe einer schlichten Lederschnalle.
Die Idee des Rollschuhs entstand durch die Vorstellung des Schlittschuhlaufs, der sich ohne Eis auf der Bühne durchführen lässt. Auch außerhalb des Theaters war der Rollschuh ein großer Erfolg und entwickelte sich schon bald zu einem beliebten Sport. Die heute bekannten Kunststoffrollschuhe entstanden jedoch erst in den 1960er Jahren. Sie führten zu einer Beschleunigung des Rollschuhsports, der heute auch als Leistungssport eine große Anerkennung findet.
Inline Skates – Modelle
Inline Skates wurden ursprünglich unter dem Markennamen
Rollerblades vertrieben. Sie sind eine moderne Variante des klassischen Rollschuhs und zeichnen sich durch die besondere Anordnung der Räder aus. Diese sind, nicht wie beim traditionellen Rollschuh nebeneinander, sondern in Reihe, also in-line, angeordnet. Inline Skates sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Worauf Sie bei dem Kauf von Inline Skates achten sollten, haben wir im Folgenden genauer dargestellt. Nachstehend sind die wichtigsten Punkte aufgelistet:
- Die
Qualität- Der
Tragekomfort- Die
Größe- Das
ZubehörInliner besitzen
vier kugelgelagerte Kunststoffräder, die an einer Schiene befestigt sind. Der Durchmesser der Rollen hängt von der jeweiligen Nutzung der Inline Skates ab. Die
Rollenhärte wird im Rahmen der Härteprüfung nach DIN 53505 ermittelt. Sie variiert in einem Bereich von 76A (weich) bis 90A (hart). Herkömmliche Inline Skates sind mit
zwei verschiedenen Kugellagern ausgestattet. Das größere der beiden wird gleichzeitig auch am häufigsten verwendet. Es besitzt die Bezeichnung 608. Das kleine Lager, auch Microlager genannt, besitzt die Ziffernfolge 688. Die erste Ziffer steht dabei jeweils für den Innendurchmesser. Die zweite Ziffer bezeichnet den Außendurchmesser. Die Breite wird durch die dritte Zahl symbolisiert.
Hardboot- und Softbootskates
Inliner können anhand ihrer Materialien unterschieden werden. Die Außenhülle der
Hardboots besteht dementsprechend aus
harten Materialien. Darunter befindet sich ein
weicher Innenschuh für die Polsterung des Fußes. Aufgrund des harten Materials sind Hardboots meist schwerer als Softboots. Sie finden vor allem im Street- oder Stuntbereich Einsatz, da sie dem Fahrer mehr Halt und Stabilität bieten.
Softboots sind
Rollerskates aus
weichem Material. Hier wird der Fuß nur durch eine Stoffschicht gepolstert. Im Gegensatz zu den recht starren Hardboots zeichnen sich die Softboots durch einen sehr hohen Tragekomfort aus und sind demzufolge gerne im Ausdauer- und Fitnesssport im Einsatz.
SpeedskatesSpeedskates sind vor allem im
Rennsport zu finden. Ihr Kennzeichen ist die besondere Bauform. Speedskates reichen in der Regel nur
bis zum Knöchel, wodurch sich eine höhere Beweglichkeit erzielen lässt. Die Beweglichkeit ist wiederum für das Rollen auf den Rollenkanten und damit zusammenhängende Techniken notwendig. Ein weiteres Merkmal der Speedskates ist das
geringe Eigengewicht. Grund dafür ist die leichte Kohlenstofffaser, die für die Herstellung des Schuhs Verwendung findet. Optisch unterscheiden sich die Speedskates durch die
lange Aluminiumschiene von den herkömmlichen Modellen. Diese trägt in Fachkreisen auch den Namen Frame und dient der Aufnahme von vier Rollen mit einem Durchmesser von 100 bis maximal 110 mm. Das Aluminium der Schiene kombiniert man in der Regel noch mit Magnesium. Dieses sorgt für eine höhere Belastbarkeit in den Kurven.
Streetskates
Streetskates sind auch als
Freestyle- oder Aggressive-Skates bekannt und dementsprechend für den härteren und anspruchsvolleren Skatesport ausgelegt. Zu diesem gehören zum Beispiel das Ausführen von Sprüngen, das Befahren von Halfpipes und Rampen, sowie Slides und das Treppenfahren.
Streetskates zeichnen sich grundsätzlich durch ihr multifunktionales Design aus. Dieses beruht auf dem
High-Low-System. Die Besonderheit des High-Low-Systems besteht darin, dass
Rollen mit unterschiedlichen Durchmessern miteinander kombiniert werden. Dadurch lässt sich eine erhöhte Wendigkeit erzielen, dank der sich die Streetskates auch im Bereich des Inline-Hockeys einsetzen lassen. Die Rollengröße der Freestyle-Skates liegt zwischen 50 und 60 mm. Die mittleren Rollen bezeichnet man auch als
Grindwheels. Sie sind kleiner und härter als die restlichen Rollen. Dadurch bleiben die Rollen seltener in der Stange hängen und man wird nicht so stark abgebremst.
Viele Streetskates verfügen über einen
speziellen Block, der das Rutschen auf Geländern oder Bordsteinen erleichtert. Ein weiteres Ausstattungsmerkmal sind die inneren und äußeren
Soulplates. Als Soulplates werden verstärkte Flächen zu beiden Seiten des Rahmens bezeichnet. Sie sollen das Grinden und das Durchführen verschiedener Tricks begünstigen.
Offroad-SkatesEbenfalls zu den Inline Skates gehören die
Offroad-Skates, die gerne auch als
Cross-Skates bezeichnet werden. Wie der Name bereits verrät, sind diese Modelle für den Einsatz in
unwegsamem Gelände geeignet. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Modellen verfügen sie daher über
große, mit Luft gefüllte Rollen. Diese sind vor und hinter dem Schuh befestigt und sollen die Geländetauglichkeit gewährleisten. Die Offroad-Skates sind häufig in Kombination mit
Stöcken im Einsatz. Diese sorgen auf weichem Untergrund oder bei einer starken Steigung für den entsprechenden Antrieb.
Der TragekomfortVor dem Kauf der Inline Skates sollten Sie diese unbedingt anprobieren. Bei den angegebenen Größen handelt es sich nämlich nur um Orientierungswerte, die gegebenenfalls auf die individuelle Fußgröße abgestimmt werden müssen. Wichtig ist, dass der Schuh nicht drückt und dem Fuß gleichzeitig einen guten Halt bietet. Vor allem die Ferse muss fest im Stand sitzen. Wenn die Ferse wackelt, lässt sich die Kraft nicht optimal auf den Schuh übertragen. Ein hoher Tragekomfort ist auch durch ein gutes Fußbett gewährleistet. Ebenso wichtig ist, dass das An- und Ausziehen des Schuhs nicht allzu viel Zeit in Anspruch nimmt. Inline Skates lassen sich gerne auch mit speziellen Sportsocken kombinieren. Diese verhindern ein Verrutschen im Schuh und können die Belüftung des Fußes verbessern.
Sicherheitshinweise
Das Inline Skating ist ein einfach zu erlernender Sport, der schon bei den ersten Sonnenstrahlen viele Menschen nach draußen lockt. Vor allem Anfänger und Freizeitsportler vergessen dabei jedoch, dass noch etwas mehr zum Inline Skating gehört als nur der perfekte Schuh.
Anfänger sollten zum Beispiel niemals auf die entsprechenden Protektoren verzichten. Sie werden gerne in dem Glauben weggelassen, dass ja eigentlich nichts passieren kann. Inline Skater sind aber häufig im Straßenverkehr unterwegs und können relativ hohe Geschwindigkeiten erreichen. Dadurch ist natürlich die Gefahr auch viel größer als beim einfachen Fußgänger. Dementsprechend sollten sich Inline Skater mit
Handgelenk-, Knie- und Ellenbogenschonern ausstatten. Nicht zu vergessen ist natürlich auch der
Helm. Beim Kauf der Schoner sollten Sie darauf achten, dass diese nicht zu eng oder zu locker sitzen. Zu enge Schoner können im Extremfall die Blutzufuhr einschränken. Zu lockere Schoner verrutschen gerne und können das Gelenk bei einem Sturz nicht effektiv schützen. Auch gut sitzende Schoner werden oft noch zusätzlich mit einem Strumpf vor dem Verrutschen gesichert. Während des Skatens sollten Sie auf das Tragen von Uhren oder anderen Armbändern verzichten. Diese können unter den Handgelenkschonern zu unangenehmen Druckstellen führen.
Das wichtigste Ausstattungsmerkmal ist der Helm. Dieser ist für den Schutz des Kopfes verantwortlich. Beim Helm sollten Sie nicht nur auf den perfekten Sitz, sondern auch auf eine ausreichende Belüftung achten. Ansonsten kann es an heißen Sommertagen zu unangenehmen Überhitzungserscheinungen kommen. Eine Auskunft über die Qualität der Helme und Protektoren geben die entsprechenden EU-Normen.
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