Tintenpatronen RatgeberDer Beginn des modernen Buchdruckes wird in das 15. Jahrhundert datiert. Damals erfand Johannes Gutenberg die erste Druckmaschine mit beweglichen Lettern. Aus dem 17. Jahrhundert gibt es erste Hinweise auf eine Schreibmaschine. Das Modell, welches man heute kennt, ist allerdings erst im 19. Jahrhundert entstanden. Ein großer Entwicklungssprung folgte erst mit Aufkommen der Computertechnik. Moderne haushaltsübliche Drucke funktionieren heute entweder nach dem Tintenstrahlprinzip oder dem Laserprinzip. Der erste Tintenstrahldrucker für den Endkunden kam 1984 auf den Markt. Für gewöhnlich arbeiten Drucker im Heim- und Bürobereich mit den Seitengrößen DIN A4 und A3.
Tintenstrahldrucker (auch Inkjetdrucker genannt) verwenden als Tintenreservoir Patronen unterschiedlicher Größe und je nach Hersteller verschiedener Bauform. Teilweise mit integriertem Mikrochip, der ein Wiederauffüllen der Patrone verhindern soll, teilweise ohne. Die drei Grundfarben können einzeln oder getrennt sein. Die schwarze Farbe liegt für gewöhnlich separat vor.
Wir möchten Ihnen mit dieser Kaufberatung helfen, die Technik und den Aufbau der Tintenpatrone zu verstehen. Gleichzeitig teilen wir Ihnen mit, worauf Sie beim Kauf achten müssen und wo Sie eventuell Kosten einsparen können.
Vor der Anschaffung der Tintenpatrone
Wenn Sie im Begriff sind, sich eine Tintenpatrone anzuschaffen oder sie nachzufüllen, müssen Sie auf unterschiedliche Dinge achten. Unter anderem ist es notwendig, beispielsweise den Typ des Tintenstrahldruckers zu kennen. Außerdem:
- Werden eine oder mehrere Tintenpatronen im Drucker genutzt?
- Können die Tintenpatronen vielleicht nachgefüllt werden?
- Hat die Tintenpatrone eines anderen Herstellers die gleiche Qualität?
Ein Vergleich der unterschiedlichen Angebote ist sehr empfehlenswert und wird auch beim Kauf sehr hilfreich für Sie sein.
Technik eines TintenstrahldruckersInkjetdrucker im Heim- und Bürobereich basieren auf dem Drop on Demand-System. Hierbei wird ein Pixel auf dem Papier durch einen einzeln ausgestoßenen Tintentropfen generiert. Zusätzlich kann man innerhalb dieser Technik zwischen zwei verschiedenen Ausstoßarten unterscheiden. Bubble-Jet-Drucker erzeugen durch eine Erwärmung der Tinte eine explosionsartig freigesetzte winzige Dampfblase die sich auf das Papier legt. Piezo-Drucker hingegen pressen durch Anlegen einer Spannung an ein keramisches Element (piezoelektrischer Effekt) die Tinte durch eine Düse.
Außerdem wird unterschieden nach Tintenpatronen mit und ohne Druckkopf. Wichtig für Sie zu wissen ist, ob der eigene Drucker bereits einen eingebauten Druckkopf besitzt, oder nicht. Ist er fest integriert, muss er hin und wieder gereinigt werden.
Der Aufbau einer TintenstrahlpatroneEine handelsübliche Tintenstrahlpatrone besteht aus einem Kunststoffgehäuse und unterscheidet sich in ihrer Ausführung in einfache Tintenreservoirs. Teilweise werden sie in Aluminium- oder Kunststoffbeuteln, mit Schaumstoff oder Filz gefüllten Behältern und Unterdrucksystemen aufbewahrt. All diese verschiedenen Ansätze verfolgen zum einen das Ziel, einen möglichst gleichmäßigen Tintenausstrom in jeder Drucksituation zu erreichen und außerdem ein Auslaufen der Tinte zu verhindern.
Weiterhin unterscheidet man Inkjetpatronen in Modelle mit und ohne Druckkopf.
Tintenpatronen mit DruckkopfDer Druckkopf ist der Teil eines Druckers, der durch mikroskopisch kleine Düsen Punkt für Punkt die Tinte auf das Papier sprüht. Vorteil von Farbpatronen mit Druckkopf ist, dass bei Verstopfung der Düsen eine neue Farbpatrone Abhilfe schafft. Nachteil ist der etwas höhere Preis bedingt durch Druckkopf und zugehöriger Elektronik.
Tintenpatronen ohne DruckkopfTintenpatronen ohne Druckkopf sind nicht luftdicht abgeschlossen. Beim Neueinsatz müssen Sie lediglich eine kleine Folie am unteren Ende der Patrone abziehen und können diese mit leichtem Druck auf die Patrone in die Halterung des Tintenstrahldruckers einrasten lassen. Die Variante ohne Druckkopf verwenden heute nur mehr die wenigsten Druckerhersteller. Denn oft verstopft der im Drucker integrierte Druckkopf und muss aufwändig gereinigt werden, oder sogar repariert. Oft ist der Drucker leider nicht mehr zu retten.
Single-Ink-Tintenpatronen
Tintenfarbpatronen gibt es außerdem als so genannte Single-Ink-Ausführung, wobei in jeder Patrone des Druckers nur eine Farbe enthalten ist. Ein großer Vorteil des Single-Ink-Systems ist, dass Sie nach dem Aufbrauchen einer Farbe nicht gleich die komplette Patrone wechseln müssen. Das Gegenteil der Single-Ink-Tintenpatronen sind die Kompaktpatronen.
Die Tinte im DetailBei der Tinte wird zwischen Farbstoff- und Pigmenttinten unterschieden. Beide haben Vor- und Nachteile und sind nur zu bestimmten Zwecken zu gebrauchen.
Meistens wird die Tinte auf Wasserbasis hergestellt und mit Additiven ergänzt, die ein Austrocknen der Tinte verhindern sollen und die Selbstreinigung des Druckkopfes fördern. Außerdem sorgen Zusätze für leuchtende Farben und Schutz vor Verblassen. Da die Tinte in den feinen Düsen eines Tintenstrahldruckers schnell eintrocknet, trocknen die Tinten relativ langsam.
Tintenhersteller benutzen nicht die aus dem Farbkasten üblichen Grundfarben Rot, Blau und Gelb, sondern Cyan, Magenta und Gelb. Das Problem ist dabei allerdings die Wiedergabe der drei oben genannten Grundfarben, was zu verschiedenen Erscheinungen zwischen Monitorbild und Ausdruck führen kann. Theoretisch ist es möglich, aus diesen drei Farben sogar den Eindruck von Schwarz herzustellen. Um ein sattes Schwarz zu erzeugen und farbige Tinte zu sparen, wird bei jedem Druck zusätzlich die schwarze Tintenpatrone genutzt.
FarbstofftinteFarbstofftinten bestehen aus in Lösungsmittel gelösten Farbmolekülen. Vorteil ist die einfachere Herstellung und die geringere Gefahr der Entmischung der Tintenbestandteile. Weiterhin bieten sie einen größeren Farbspielraum und haften besser auf glatten Papieren.
Pigmenttinte
Pigmenttinten bieten den Vorteil einer längeren Haltbarkeit auf dem Papier vor Ausbleichen und sind wischfester als Farbstofftinten. Nachteilig ist die Gefahr, dass sich die Pigmente in der Patrone absetzen und so zu zur Verstopfung der Patrone führen können.
Entsorgung einer TintenpatroneAn den meisten Modellen befindet sich vorne oder seitlich ein Chip. Dieser wird vom Drucker eingelesen und an den Computer weitergeleitet. Das ermöglicht Ihnen zu kontrollieren, wann sich die Füllung der Tintenpatrone dem Ende zuneigt und eine neue benötigt wird. Die alte dagegen muss fachgerecht entsorgt werden.
Die Hersteller von Tintenstrahldruckerpatronen nehmen Ihre leeren Tintenpatronen gerne zurück, denn dazu sind sie verpflichtet. Daneben können Sie die leeren Patronen auch in Sammelboxen entsorgen, die flächendeckend verteilt sind. Entsorgen Sie Ihre Tintenpatronen niemals im gewöhnlichen Hausmüll.
Tintenpatronen von Fremdherstellern
Trotz der Versuche der Hersteller durch Erkennungschips nur eigene Tintenstrahlpatronen zuzulassen, gibt es für nahezu jeden Druckertyp auch wesentlich günstigere Ersatzpatronen von Fremdherstellern. Diese können sich in der Qualität wesentlich von dem Originalprodukt unterscheiden, können aber mit dem Original durchaus mithalten.
Machen Sie sich dabei keine Gedanken um die Gewährleistung. Trotz der Patrone des Drittherstellers besteht die Garantie oder Gewährleistung Ihres Druckers nach wie vor. Erst wenn der Druckerhersteller Ihnen nachweisen kann, dass der Schaden tatsächlich aufgrund nicht originaler Tinte entstanden ist, erlischt der Anspruch auf kostenfreie Reparatur.
Wiederauffüllung von TintenpatronenAufgrund der recht hohen Preise für Tintenpatronen kommen immer mehr Menschen auf die Idee, die Patronen nachzufüllen. Im Handel gibt es hierfür entsprechende Sets mit Nachfülltinte und dem erforderlichen Instrumentarium zu kaufen.
Je nach System stechen Sie hierzu die beigelegte und aufgefüllte Spritze durch das Gehäuse der Patrone. Teilweise müssen Sie auch mit einem Bohrer nachhelfen. Das Risiko, dass hierbei Bohrspäne in das Gehäuse gelangen, ist allerdings sehr hoch. Wichtig ist vor allem, dass Sie sauber arbeiten.
Die Wiederauffüllung ist allerdings nur in begrenztem Umfang möglich, da die filigrane Technik der Patrone oft nicht ewig standhält.
Ein weiteres Problem sind die Chips, die auf vielen Tintenpatronen angebracht sind. Sie können entweder verhindern, dass der Drucker trotz aufgefüllten Patronen wieder druckt oder aber die Füllstandanzeige negativ beeinflussen. Abhilfe können Sie in diesem Fall mit einem Chip-Resetter schaffen, der den Chip neu programmiert und so die oben genannten Funktionen wiederherstellt.
Wenn jedoch erst einmal die richtige Tintenpatrone in Ihrem Drucker sitzt, können Sie sich sicher sein, dass die Druckergebnisse sich sehen lassen können.
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