Digitalkamera RatgeberBereits 1969 wurde ein lichtempfindlicher Chip zur Datenspeicherung entwickelt. Williard Boyle und George Smith brachten mit dem Bau dieses CCD-Sensors die digitale Fotografie auf den Weg. 1975 gelang es Steven J. Sasson schließlich, jenen Sensor in eine Kamera zu integrieren. Die erste Digitalkamera war geboren. Die Bildqualität ließ zwar sehr zu wünschen übrig und auch die Aufnahmedauer von nur 23 Sekunden war alles andere als zufriedenstellend. Dennoch war damit der Startschuss gefallen für eine über Jahrzehnte bis heute andauernde stetige technische Verfeinerung von Nachfolgemodellen. Mittlerweile hat sich die digitale Fotografie nicht nur im Handel etabliert, sondern bietet den Anwendern darüber hinaus auch eine Vielzahl an verschiedenen Kameratypen. So ist für jeden Anspruch eine Kamera erhältlich. Aufgrund des schier unübersichtlichen Marktes an Kameramodellen dürfte es so manchem schwerfallen, sich zurechtzufinden. Vor dem Kauf sollten Sie sich Gedanken darüber machen, welche technischen Erwartungen Sie an die Digitalkamera haben und für welchen Zweck sie vorrangig genutzt werden soll.
Welcher Fotografier-Typ sind Sie? Der Gelegenheits-Knipser 
Sie möchten spontan knipsen und schätzen das
leichte Gewicht und handliche Format der Digitalkamera. Technische Finessen überfordern Sie eher als dass Sie davon profitieren würden. Es bereitet Ihnen Freude, gelegentliche Schnappschüsse mit dem hübsch designten Fotoapparat zu machen. Daher ist es wichtig für Ihre Bedürfnisse, dass die Digitalkamera
schnell auslöst. Sie muss
einfach zu bedienen sein und sich am besten automatisch den jeweiligen Lichtverhältnissen anpassen. Der
integrierte Blitz muss diese Funktion daher ausreichend unterstützen.
Können Sie sich mit diesem Fotografier-Typ identifizieren, dann reicht Ihnen eine
digitale Kompaktkamera völlig aus. Diese Kamera kann so klein sein, dass sie bequem in die Hosen- oder Handtasche passt. Kompaktkameras sind dem Design nach ansprechend gestaltet und oft in vielen knalligen Farben erhältlich. Einige digitale Kompaktkameras sind aufgrund ihrer besonders
robusten Verarbeitung und sehr
simplen Bedienung vor allem für Kinder nutzbar. Die Preise der handlichen Kamera bewegen sich auf einem breiten Niveau, das sich vor allem nach der Bildauflösung richtet. So sind Einsteigermodelle bereits für unter 100 Euro erhältlich. Für höhere Qualitäten muss hingegen mit einer Investition von mindestens 200 Euro gerechnet werden.
Und das sind die Merkmale einer digitalen Kompaktkamera:- kleine und handliche Außenmaße
- einfache Bedienung
- fest integriertes Objektiv
- rückseitiges Display etwa 3 Zoll groß mit unterschiedlicher Auflösung
- wenig manuelle Einstellmöglichkeiten, dafür verschiedene Motivprogramme vorhanden
- Speicherkarte nicht unbedingt enthalten
- lautloser Auslöser
- Videoaufnahmen möglich.
Der ambitionierte Hobbyfotograf Sie möchten Landschaften auch bei schwierigen Lichtverhältnissen aufnehmen, ohne dass die farbliche Vielfältigkeit darunter leidet. Ihnen ist ein etwas höheres Gewicht der Kamera lieber, da es so besser in der Hand liegt. Sie legen Wert auf ein großes Zoom, möchten sich aber nicht unbedingt mit dem Objektivwechseln beschäftigen. Die Kamera muss, Ihres Erachtens nach, auch über manuelle Einstellungsfunktionen verfügen. Sie sind technisch versiert und eine umfangreiche Menüführung bereitet Ihnen keine Probleme.
Zählen Sie sich also eher zum ambitionierten Hobbyfotografen, so können Sie unter zwei Kameratypen wählen: Bridgekamera oder Systemkamera.
Bridgekameras sollen, wie der Name bereits andeutet, eine Brücke schlagen zwischen den digitalen Kompakt- und den Spiegelreflexkameras. So ist die äußere Bauart einer Bridgekamera noch
relativ kompakt gehalten, wenngleich ihr Gewicht schwerer ist, als das der Kompaktkameras. Das wiederum hilft bei Aufnahmen unter weniger guten Lichtverhältnissen, die Kamera ruhiger in der Hand zu halten. Moderne Bridgekameras sind außerdem mit einem Bildstabilisator ausgestattet. Hier sollten Sie auf jeden Fall den
optischen Bildstabilisator dem elektronischen vorziehen, da dieser für eine deutlich bessere Bildqualität sorgt. Das Objektiv ist zwar fest eingebaut, verfügt aber über einen extrem großen Brennweitenbereich. Das Display einer Bridgekamera lässt sich oft schwenken, was ein flexibles Aufnehmen ermöglicht. Zahlreiche
Motivpprogramme erleichtern das Fotografieren, jedoch bietet die Bridgekamera auch die Möglichkeit, manuell Einstellungen hinsichtlich der Verschlusszeit, der Empfindlichkeit sowie der Blendenöffnungswerte vorzunehmen. Hierbei steht sie den Funktionen einer Spiegelreflexkamera meist in nichts nach.
Die Eigenschaften einer Bridgekamera im Überblick:- kompaktes äußeres Gehäuse
- etwas schwerer als Kompaktkameras
- fest eingebauter Blitz
- fest integriertes Objektiv mit großem Zoom
- umfangreiche Motivprogramme
- Bildstabilisierung
- geräuschloses Aufnehmen
- Full-HD Videoaufnahmen
- LCD-Monitor
- oft schwenkbares Display.
Aufgrund der guten Aufnahmeeigenschaften und des kompakten Formats sind Bridgekameras bei professionellen Fotografen als Zweitkameras überaus beliebt.
Eine weitere Option findet der ambitionierte Hobbyfotograf in den sogenannten
Systemkameras. Diese bieten neben ihrer relativen
Kompaktheit zusätzlich die Möglichkeit, das Objektiv auszuwechseln. Ähnlich wie bei den Spiegelreflexkameras erwerben Sie mit dem Kauf lediglich den
Kamerabody. Die kleinen und leichten
Wechselobjektive sind separat erhältlich. Je nach Anbieter kann aber ein solches auch mal im „Basis-Set“ enthalten sein. Das schafft den nötigen kreativen Freiraum für den ambitionierten Fotografen. Da der Bildsensor bei einer Systemkamera größer als bei Kompakt- und Bridgekameras ist, liefern diese auch qualitativ die besseren Bilder.
Neben einem Objektivwechsel kann bei einigen Modellen auch ein
Kamerasystemwechsel vorgenommen werden. Solche
Modulkameras lassen sich aufnahmeabhängig zusammensetzen. Sie bestehen aus einem Gehäuse und einem Modul aus Objektiv und Sensor.
Auch Systemkameras sind mit einem dreh- und schwenkbaren hochauflösenden Display ausgestattet, was dem Fotografen viel Flexibilität gewährt. Darüber hinaus erfolgt die Bedienung meist über einen
Touchscreen. Systemkameras haben ein ähnlich umfangreiches Menü wie die Spiegelreflexkameras. Der Bildstabilisator ist immer optisch; hier können Sie also beste Bildergebnisse erwarten. Die Videoaufnahmequalität ist ebenso ansehnlich und die beigefügte Speicherkarte weist genügend Platz für viele Bilder und Videos auf.
Die Eigenschaften von Systemkameras auf einen Blick:- relativ leichter und kompakter Body
- dreh- und schwenkbarer Monitor, oft Touchscreen
- platzsparende Wechselobjektive
- mit anderen Blitzlichtgeräten erweiterbar
- großer Bildsensor
- Bildstabilisator
- Full-HD Videoaufnahmen
- Kamerasystemwechsel bei einigen Modellen möglich
- umfangreiche Einstellungsoptionen
- hohe ISO-Werte garantieren eine sehr gute Ablichtung des Motivs.
Systemkameras haben sich aufgrund ihrer zahlreichen Funktionen und ihres immer leichter werdenden Gewichts inzwischen zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten der schweren Spiegelreflexkameras entwickelt.
Der Profi Die Fotografie ist Ihre Leidenschaft und Sie lieben es, Personen, Landschaften oder Gegenstände ins rechte Licht zu rücken. Sie scheuen sich nicht vor dem Transport eines umfangreichen und schweren Kamera-Equipments. Selbstverständlich sind Sie technisch versiert und es bereitet Ihnen auch die Foto- und Videobearbeitung keinerlei Probleme. Sie sind Perfektionist, von Ihren Aufnahmen erwarten Sie daher die beste Qualität. Zahlreiche manuelle Einstellungsmöglichkeiten lassen Sie nicht zurückschrecken, sondern beflügeln Ihre Kreativität. Ob als Hobby- oder Berufsfotograf: Sie haben hohe Ansprüche an das Ergebnis Ihrer Arbeit und sind bereit, in eine stattliche Fotoausrüstung zu investieren.

Identifizieren Sie sich mit dem Profi oder Halbprofi, dann sollten Sie die Anschaffung einer
digitalen Spiegelreflexkamera in Erwägung ziehen. Die
DSLR (digital single lens reflex) bietet Ihnen die künstlerische Freiheit, die Sie sich als Fotograf erträumen. Im Gegensatz zu anderen Kameras fällt das durch das Objektiv eindringende Licht durch einen nach oben klappenden
Spiegel direkt auf den Bildsensor. Der Sensor der Spiegelreflexkamera fällt größer aus und kann daher auch bessere Bildqualitäten liefern. Ähnlich den Systemkameras wird zunächst der Kamerabody erworben. Dieser kann dann mit einer Vielzahl an
hochwertigen Objektiven erweitert werden.
Weit entfernte Objekte stellen kein Problem dar, denn sie können mit Hilfe eines
großen Zooms in greifbare Nähe geholt werden. Panoramabilder können etwa mit einem Fish-Eye-Objektiv perfekt aufgenommen werden. Viele verschiedene Programme und
manuelle Einstellungsmöglichkeiten runden die Funktionen einer Spiegelreflexkamera ab.
Das sind die Hauptmerkmale der digitalen Spiegelreflexkamera:- Schwingspiegel sorgt für ausgezeichnete Bildqualität
- großer Sensor
- optischer Sucher zur exakten Festlegung des Bildausschnittes
- rückseitiges, meist dreh- und schwenkbares etwa 3 Zoll großes Display, teils als Touchscreen
- umfangreiches Zubehör erhältlich
- Wechselobjektive, auch Spezialobjektive
- um Blitzlichtgeräte, Mikrofone, GPS-Logger erweiterbar
- alle Einstellungen sind manuell vornehmbar
- Spezialeffekte
- Motivprogramme
- hochwertige Videoaufnahmen
- schneller Autofokus.
Die aufgeführten Charakteristika der verschiedenen Kameratypen bilden längst nicht alle technischen Feinheiten ab. Sie sollen Ihnen aber die Kaufentscheidung erleichtern und Ihnen die Richtung, in die sie dabei gehen möchten, weisen.
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