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Ratgeber Blumenerde


Ratgeber Blumenerde

Es war einmal eine Erde, die lebte in einer perfekten Welt. Sie konnte den Pflanzen genau das geben, was die Bäume und Blumen an dem Platz der Welt brauchten, denn über Jahrtausende hatte der Boden mit den Pflanzen und dem Klima eine Synthese gebildet, die für alle perfekt war. Leider ist das schon lange nicht mehr so. Der sogenannte Mutterboden ist bei uns fast überall weggegraben, ausgetauscht und chemisch bearbeitet. Die natürliche Pflanzendecke, die zu unserem Boden und unserem Klima passt, ist weitgehend gerodet. So wird der Boden auch schnell vom Wind weggeweht und durch Umwelteinflüsse verändert. Wenn wir nun gesunde Pflanzen und einen guten Ertrag wünschen, müssen wir etwas dafür tun und gute Erde besorgen. Was gut für die eine Pflanzensorte ist, ist es jedoch nicht für die andere. Erde ist nicht gleich Erde.

Erde und der Ph-Wert im Boden

Der PH-Wert gibt an, wie sauer, oder alkalisch die Erde ist. Das zu wissen ist deswegen wichtig für Sie als Gärtner, weil bestimmte Blumenarten lieber saure Erde mögen und andere eben nicht. So gedeihen Azaleen ganz wunderbar in saurem Waldboden, während Rosen und Clematis lieber den neutralen Boden haben. Die Erde zu kaufen, die für unsere Pflanzen am besten ist, ist ein entscheidender Faktor wenn es darum geht, wie gesund unsere Blumen sind und wie üppig sie blühen. Am einfachsten macht man sich diesen Job, wenn man auf die Erdmischung zurück greift, die für die entsprechenden Blumen entwickelt wurde, also Rosenerde für die Rosen, Rhododendrensubstrat für die Rhododendren und Orchideensubstrat für die Orchideen. Damit ist sicher gestellt, dass die Blumen die Nährstoff-Zusammensetzung und das Milieu bekommen, das für sie optimal ist. Allerdings wird oft auf der Packung mehr versprochen, als dann gehalten wird. Es kommt also darauf an, die Inhaltsangabe genau zu lesen und lieber ein hochwertiges Produkt zu erwerben, welches hält, was es verspricht.

Anzuchterde
Wenn Sie Ihre Blumen aus dem Samen selbst ziehen wollen, sollten Sie spezielle Anzuchterde verwenden. Diese Erde enthält weniger Mineralstoffe, denn was für ausgewachsene Pflanzen wunderbar nährend ist, ist für die kleinen Pflanzenkinder schädlich. Anzuchterde enthält mehr Ton und Torf, auch Kokosfasern, um den Boden extrem luftdurchlässig zu halten, denn die zarten Wurzeln haben noch nicht die Kraft, sich durch verdichtete Erde zu graben.

Blumenerde mit und ohne Torf
Der Torfanteil in Blumenerde macht die Erde lockerer und senkt den Ph-Wert, was viele Blumenarten mögen. Da die Torfe bei uns aber sehr wertvolle Lebensräume sind, die nicht zerstört werden sollen, nur, damit wir Torf in der Pflanzenerde oder im Garten haben, wurde nach Alternativen gesucht. Es gibt also die torfhaltige und die torf-freie Gartenerde im Handel. Oft wird der Torf durch richtigen Humus, also Kompost ersetzt, was die Erde schwerer und gehaltvoller macht. Man spart sich dann das zusätzliche Düngen, denn der Dünger ist im Humus und Kompost ja bereits enthalten. Torfhaltige Erde ist aber unbedingt erforderlich, wenn Sie zum Beispiel Azaleen pflanzen, denn die verlangen richtig nach Torf und gedeihen sonst nicht gut.

Zusammensetzung von Blumenerde

Der Qualitätsmaßstab wenn es um Blumenerde geht, ist der Anteil von Humus, beziehungsweise Kompost. Eine Komposterde ist reich an Mineralien und ernährt damit Ihre Blumen optimal. Der Torfanteil sollte niedrig sein. Stattdessen kann die Erde Koskosfasern oder Holzfasern enthalten. Wenn die Erde jedoch nach Rinde riecht, sollten Sie die Finger davon lassen. Dann ist die Erde nicht richtig aufbereitet.

Als Feuchtigkeitsspeicher sind oft Tonkügelchen in der Blumenerde. Sie lockern den Boden und sorgen für eine gute Struktur. Wurzeln brauchen nämlich Luft, sonst ersticken sie. Billigprodukte zu kaufen wenn es um Blumenerde geht, macht langfristig keinen Sinn. Hier fehlen die wertvollen Mineralien wie Stickstoff, oder Phosphor, oder sind zu wenig vorhanden. Tests haben gezeigt, dass der Gehalt gerade an diesen für die Blumen lebenswichtigen Inhaltsstoffen in der Praxis geringer war, als auf der Packung angegeben. Billige Erde enthält auch oft Unkrautsamen und nicht richtig verrottete Anteile von Rinde oder Holz.
Erde für die Rosen
Rosen mögen einen schwereren Boden, als viele andere Blumenarten. Die Rosenerde hat auch einen höheren Ph-Wert, das heißt, sie ist alkalischer, als normale Blumenerde. Wenn man also nicht die Möglichkeit hat, sich den Boden für seine Rosen selbst zusammen zu mischen, so ist eine spezielle Rosenerde schon eine Alternative. Rosenerden sind oft nicht gedüngt, denn wenn Rosen wurzelnackt gepflanzt werden, können die Wurzeln schnell verbrennen, wenn die Erde zu stark gedüngt ist. Besser, Sie warten nach dem Pflanzen mit dem Düngen eine Weile, bis die Rose sich an ihre neue Umgebung gewöhnt hat.

Erde für Orchideen
Orchideen brauchen ein ganz besonderes Substrat, das mit Erde im Prinzip gar nichts zu tun hat, denn Orchideen sind Luftwurzler und holen sich Ihre Nahrung über die Luft. Das Substrat brauchen sie eigentlich nur als "Sitzplatz". Es sollte luftdurchlässig sein und sehr porös. Im Prinzip kann man sich dieses Substrat aus Rinde, Styropor, oder Blähtonkügelchen selbst machen, wenn man aber wenig Erfahrung mit Orchideen hat, dann ist einfacher, ein spezielles Orchideen-Substrat im Handel zu kaufen.

Erde für Balkon - und Kübelpflanzen
Blumen, die auf einen sehr begrenzten Lebensraum, wie einen Pflanzbehälter beschränkt sind, brauchen besondere Pflege. In der Natur fallen Blätter von Bäumen und werden zu Dünger und auch Tiere können im Wurzelbereich verrotten und der Pflanze Nahrung werden. Blumen in Pflanzbehältern sind darauf angewiesen, das wir sie mit Nahrung versorgen. Viele Blumenerden sind deswegen schon mit Dünger angereichert und geben diese Nährstoffe im Laufe von Wochen und Monaten an die Pflanze ab. Wenn die Pflanze blühen soll, spielt Phosphor eine große Rolle und sollte deswegen in der Blumenerde in ausreichendem Maße vorhanden sein. Auch Magnesium und Kalium sind für die Gesundheit der Pflanze essentiell.

Wichtig gerade bei Kübelpflanzen und Balkonpflanzen ist es, dass die Erde das Wasser zwar speichert, aber gleichzeitig durchlässig ist, damit die Wurzeln nicht faulen. In dieser Balance liegt der Qualitätsmaßstab einer guten Blumenerde für Kübel und Balkonpflanzen. Hier zu sparen macht wenig Sinn, denn nur wenn es Ihren Balkonpflanzen gut geht, haben Sie Freude an Ihren Blumen.
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