Kabel & Leitungen

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Ratgeber Kabel & Leitungen


Ratgeber Kabel & Leitungen


Wenn Sie schon einmal in den Genuss gekommen sind, einem Elektriker bei einer Hausinstallation zusehen zu dürfen, wissen Sie sicherlich bereits, mit welchem Gewirr aus unzähligen Kabeln und Leitungen sich dieser Berufsstand beschäftigen muss. Da ist es nicht überraschend, dass die meisten Laien einen hohen Respekt davor haben, an Kabeln (engl. Wire) und Leitungen zu arbeiten.

Sieht man sich den Inhalt eines Kabels an, wird schnell klar, worin eigentlich der Unterschied zwischen einem Kabel und Leitungen besteht. Eine Leitung ist eine einzelne Ader und ein Bestandteil eines Kabels. In einem Kabel können für außergewöhnliche Einsatzzwecke bis zu 100 und mehr Leitungen vorhanden sein. Bei normalen Hausinstallationen kommen hingegen normalerweise Kabel mit etwa drei bis sieben Leitungen zum Einsatz. Wie viele Adern ein Kabel enthält, erkennen Sie häufig an der Bezeichnung. Das Kabel „NYM-J 3G 1,5 mm²“ beispielsweise umfasst drei Leitungen bei einem Kabelquerschnitt von 1,5 mm². Auf diese Art und Weise können Sie sich bereits vorab ein wenig orientieren. Im Folgenden erfahren Sie weitere nützliche Informationen, mit denen Sie sich einen ersten Überblick verschaffen können.

Die wichtigsten Auswahlkriterien für Kabel

Berücksichtigt man die verschiedenen Querschnittgrößen, die Anzahl an Adern sowie den Einsatzzweck ergeben sich hunderte verschiedene Kabel und Leitungen, auf die Sie zurückgreifen können. Umso wichtiger ist, dass Sie über die wichtigsten Auswahlkriterien Bescheid wissen.

Die Kabellänge
Mit welcher Länge Sie ein Kabel kaufen müssen, hängt natürlich von Ihrem individuellen Einsatzzweck ab. Beachten Sie allerdings, dass die Länge des Kabels und der Durchmesser in einem direkten Verhältnis zueinander stehen. Je dünner ein Kabel ist, desto größer ist der eigene Widerstand der Leitung. Um den Kurzschlussstrom noch erhalten zu können, muss die Stärke des Kabels zur Länge passen. Grundsätzlich können Sie sich daher als Faustregel merken: Je länger das Kabel werden soll, desto größer müssen Sie den Kabeldurchmesser wählen.

Der Einsatz im Innen- oder Außenbereich
Ein Kabel für den Außenbereich muss eine spezielle Beschaffenheit aufweisen, da es ansonsten nicht für den langfristigen Einsatz im Freien geeignet ist. Für die Verlegung im Freien wird im Regelfall ein Kabel mit der Bezeichnung „H07RNF“ verwendet. Es handelt sich dabei um eine schwere Schlauchleitung aus Gummi. Diese ist flexibel, beweglich und härtet auch unter direkter Sonneneinstrahlung nicht aus. Zudem kann sie selbst hohen mechanischen Beanspruchungen standhalten.

Im Innenbereich werden je nach Einsatzzweck flexible und feste Kabel unterschieden. Feste Kabel werden vorwiegend für die Verlegung in der Wand verwendet. Typisch sind für diesen Einsatzbereich NYM-Leitungen. Flexible Kabel und Leitungen finden Sie in Form von Kabelanschlussleitungen an den meisten Geräten im Haushalt, ob Mikrowelle, Fernseher oder Spielekonsole. Aber auch Verlängerungskabel sind flexible Stromkabel.

Dreh- oder Wechselstrom?
Im normalen Hausgebrauch werden Sie gewöhnlich kein Drehstromkabel brauchen. Drehstrom wird auch als Kraftstrom bezeichnet und treibt insbesondere Geräte mit einem hohen Leistungsbedarf an. Hierzu zählen beispielsweise leistungsfähige Pumpen, Kompressoren oder Schweißmaschinen. Normale Haushaltsgeräte und Stromanschlüsse nutzen vorrangig Wechselstrom, der häufig auch Lichtstrom genannt wird.

Die Anzahl der Adern
Die Anzahl der Adern Ihres Kabels hängt davon ab, wofür Sie die Leitung benötigen. Drehstromkabel weisen im Regelfall fünf Adern auf. Beim Wechselstrom ist die Anzahl der Adern höchstens durch den Durchmesser des Kabels beschränkt. Bei Anschlusskabeln von normalen Haushaltsgeräten werden Sie im Regelfall auf Kabel mit drei Leitungen treffen. Hierzu zählen auch Verlängerungskabel. Wie viele Adern jedoch konkret benötigt werden, entnehmen Sie bitte der Montageanleitung des zu installierenden Geräts.

Die verfügbaren Arten von Kabeln

Eine Vielzahl von verschiedenen Kabelarten für unterschiedliche Einsatzzwecke können unterschieden werden.
- Erdkabel: Ein Erdkabel ist speziell für den Einsatz unterhalb der Erdoberfläche gedacht. Es wird in einer Tiefe von mindestens 60 cm vergraben, unter Straßen sogar mindestens 80 cm tief. Bei einem Erdkabel sind keine zusätzlichen Schutzmaßnahmen wie beispielsweise eine Verrohrung erforderlich. Sicherheitshalber sollte das Kabel allerdings mit Sand umgeben werden, damit bei der Verdichtung des Kabelgrabens keine Steine Schäden an der Ummantelung des Erdkabels bewirken können.

- Erdungskabel: Ein Erdungskabel dient Ihrer Sicherheit. Sollte ein Gerät von einem Fehler betroffen sein, durch das das Gehäuse unter Strom gesetzt werden kann, bewirkt das Erdungskabel das Auslösen des Fehlerstromschutzschalters (RCD). In Wohnhäusern sind Erdungskabel gemäß der VDE-Richtlinien vorgeschrieben. Das Erdungskabel ist zwingend die gelb-grüne Ader eines Kabels. Es darf nur zu Erdungszwecken verwendet werden. Eine absichtliche Stromführung über dieses Kabel ist nicht zulässig.

- Fernmeldeleitung: Fernmeldeleitung ist der Fachbegriff für die Telefonleitung. Sie dient der Übertragung von Telefonsignalen. Über die Telefonleitung werden Telefongespräche ebenso wie die Internetverbindung abgewickelt.

- Gummileitung: Die Gummileitung wird häufig auch als Schlauchleitung bezeichnet. Es handelt sich dabei um schwere Schlauchleitungen, die mit einem Gummimantel versehen sind. Sie sind außerordentlich flexibel und belastbar und werden vorrangig im Außenbereich genutzt.

- Antennenleitung: Eine Antennenleitung übermittelt das Fernsehsignal ins heimische Wohnzimmer. Sie stellt die Verbindung zwischen einem Kabelhausanschluss und dem Fernsehanschluss bzw. zwischen einer Satellitenschüssel und dem Fernsehanschluss her.

- Steuerleitung: Bei einer Steuerleitung handelt es sich um ein Kabel, das aus mindestens zwei Adern besteht. Ihr wichtigstes Merkmal ist, dass über ein Kabel eine Vielzahl von Signalen gleichzeitig geschickt werden können. Sie werden genutzt, um beispielsweise Motoren, Grenzwertgeber oder Lichtschranken anzusteuern. Über eine Steuerleitung dürfen allerdings niemals verschiedene Spannungen gesendet werden.

- Busleitung: Über eine Busleitung werden sehr viele digitale Signale gleichzeitig übertragen. Sie sind in elektronischen Geräten enthalten und ermöglichen die Kommunikation verschiedener Steuerungen untereinander. Der Vorteil der Busleitung ist, dass mit nur einer Leitung Aufgaben erledigt werden können, für die sonst eine Vielzahl von Adern erforderlich wären. Allerdings sind dafür Endgeräte erforderlich, die mit der entsprechenden Busart kommunizieren können.

- LWL-Leitungen: Die Abkürzung LWL steht für „Lichtwellenleiter“. Diese Technologie verfügt über die Möglichkeit, ein Signal selbst über sehr lange Strecken zu schicken. Gleichzeitig sind Lichtwellenleiter nahezu frei von Störungen und Interferenzen. Auch hier sind entsprechende Geräte erforderlich, die mit der Technologie arbeiten können. Erschwerend kommt hinzu, dass Lichtwellenleiter wesentlich teurer sind als andere Leitungen.

Was Sie bei Verlängerungskabeln beachten sollten

Verlängerungskabel ermöglichen es Ihnen, ein Stromkabel zu verlängern. Hierfür gibt es drei grundsätzliche Formen.

- Verlängerungskabel: Ein Verlängerungskabel hat jeweils nur einen Stecker und Kupplung und stellt eine reine Verlängerung eines Stromanschlusses dar.

- Mehrfachstecker: Ein Mehrfachstecker stellt nur eine relativ kurze Verlängerung dar, bietet aber dafür mindestens zwei Steckeranschlüsse, teilweise jedoch bis zu sieben Stück.

- Kabeltrommel: Eine Kabeltrommel ist eine Trommel, auf der ein Stromkabel mit einer Länge von bis zu 40 Metern und mehr aufgerollt ist. Im Inneren der Trommel befinden sich gewöhnlich drei Steckeranschlüsse. Dadurch lassen sich auch größere Strecken überbrücken. Eine Kabeltrommel sollte immer ganz abgerollt werden, wenn ein Gerät eingesteckt ist, um eine Überhitzung zu vermeiden.
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