Waschmaschinen RatgeberDie Waschmaschine gehört zu
den großen technischen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts. Diese Erfindung erleichterte deutschen Hausfrauen ab den 1950er Jahren auf erhebliche Weise die Hausarbeit. Noch heute kann dies jeder annähernd nachvollziehen, bei dem das heimische Gerät einmal ausgefallen ist.
Inzwischen geht es längst nicht mehr um die grundsätzliche Frage, ob eine Waschmaschine angeschafft werden soll. Vielmehr müssen sich Verbraucher mit den zahlreichen auf dem Markt erhältlichen Modellen auseinandersetzen. Neben den Funktionalitäten der Waschmaschine fließen auch andere Aspekte wie Platzbedarf, Bauart und energetische Komponenten mit in die Entscheidung ein. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Aspekte, auf die Sie beim Waschmaschinenkauf achten sollten.
Wo steht die Waschmaschine?BauartenVor der Wahl eines bestimmten Waschmaschinen-Modells, sollte klar sein, wo das Gerät aufgestellt werden soll. Steht ein separater Hauswirtschaftsraum zur Verfügung oder muss das Gerät in Küche oder Bad untergebracht werden? Wie viel Platz ist bei einer Aufstellung in der Wohnung vorhanden?
Im Handel sind daher unterschiedliche
Bauarten von Waschmaschinen erhältlich, die eine komfortable Aufstellung in jedem Haushalt ermöglichen.

Die meisten Waschmaschinen sind
Frontlader, d.h. die Wäsche wird durch eine Art Bullauge an der Gerätefront in die Trommel der Maschine gegeben. Frontlader werden außerdem unterschieden in
freistehende, unterbaufähige und
einbaufähige Geräte. Einbaufähige Waschmaschinen lassen sich optisch nahtlos in ein vorhandenes Schranksystem in Küche oder Bad integrieren oder verschwinden sogar gänzlich hinter Möbeltüren.
Frontlader haben die Standardmaße ca. 85 cm x 60 cm x 60 cm (H x B x T). Je nach Anzahl der im Haushalt lebenden Personen, sollten Sie auch das Fassungsvermögen Ihrer Waschmaschine dementsprechend größer auswählen. Mittlerweile werden Geräte mit bis zu 12 kg Füllmenge angeboten, sodass auch eine Großfamilie bequem waschen kann. Intelligente Waschautomatik-Programme unterstützen dabei auch bei geringerer Befüllung den sparsamen Wasserverbrauch.

Sogenannte
Toplader bieten besonders bei der Unterbringung in kleinen Räumen eine große Platzersparnis. Sie werden durch eine Klappe an der Geräteoberseite beladen, sodass der Platzverlust durch die frontseitige Tür entfällt. Auf ein großes Fassungsvermögen muss hier dennoch nicht verzichtet werden. Füllmengen bis zu 8 kg sind bei Topladern inzwischen möglich.
Je nach Aufstellungsort, sollten Sie sich außerdem Gedanken über den Geräuschpegel der Waschmaschine machen. Insbesondere bei einer Platzierung innerhalb der Wohnung kann die Lautstärke des Wasch- und Schleudergangs empfindlich stören. Angegeben wird der Pegel in den Gerätedaten in Dezibel (dB). Sehr leise Geräte schleudern mit gerade mal 51 dB und waschen mit 46 dB.
Fazit: Neben der äußeren Bauart der Waschmaschine sind auch Geräuschentwicklung und Fassungsvermögen für die Auswahl wichtig.
Wie oft wird gewaschen?Energieeffizienz und WasserverbrauchFamilien mit Kindern und andere Personenkreise, die große Mengen an Wäsche waschen, sind gut damit beraten, sich nach einem sparsamen Waschmaschinen-Modell umzusehen. Hier lohnt sich der höhere Anschaffungspreis in jedem Fall.
Die einstigen Energieklassifizierungen von A (beste Klasse) bis G (schlechteste Klasse) sind heute praktisch nicht mehr existent. Inzwischen haben sich vier
Energieeffizienzklassen manifestiert: A, A+, A++ und A+++. Die sparsamsten Geräte finden sich dabei in der A+++-Klasse wieder.
Allerdings ist die
Energieeffizienzklasse einer Waschmaschine dadurch nur noch wenig aussagekräftig, weil fast alle modernen Geräte einen niedrigen Energieverbrauch haben. Vergleichen Sie stattdessen die Angaben zum tatsächlichen
Energieverbrauch in Kilowattstunden (kWh) pro Normwaschprogramm. Die zum Teil nur geringen Unterschiede zwischen zwei Geräten mit gleichem Fassungsvermögen können sich auf der Stromrechnung durchaus bemerkbar machen.
Unterschiede gibt es auch beim
Wasserverbrauch: Der Großteil der sparsamen Waschmaschinen verbraucht heute zwischen 45 und 50 Liter Wasser pro Waschgang. Wer also häufig wäscht, kann mit einer verbrauchsarmen Waschmaschine bares Geld sparen.
Sind Sie im Besitz eines Wäschetrockners, sollten Sie außerdem die
Schleuderwirkung des Geräts beachten. Denn je besser die Wäsche geschleudert ist, also je weniger Restfeuchtigkeit sie noch enthält, desto schneller und damit energiesparender kann sie anschließend getrocknet werden. Weil sich hier die meisten Geräte auf die Klassen A (< 45 % Restfeuchtigkeit) und B (45 - 54 % Feuchtigkeit) verteilen, sollten Sie zusätzlich auf die Angabe der maximalen Schleudertouren achten. Als Faustregel gilt: Je mehr Umdrehungen pro Minute, desto besser ist die Schleuderwirkung. Die meisten Geräte erreichen heute zwischen 1200 und 1400 U/min, es gibt aber auch einige Modelle mit 1600 oder mehr U/min.
Die
Waschwirkung gibt Aufschluss darüber, wie effizient die Maschine die Wäsche von Schmutz reinigt. Obwohl es hier offiziell fünf Klassifizierungen von A bis G gibt, werden heute fast alle modernen Geräte in Klasse A eingestuft. Weil der konkrete Waschwirkungsindex nur in den seltensten Fällen im Datenblatt einer Waschmaschine zu finden ist, fällt ein genauerer Vergleich an dieser Stelle schwer.
Fazit: Achten Sie neben der Klasseneinteilung auch auf den genauen Verbrauch der Maschine. Sie schonen nicht nur die Umwelt, sondern auf lange Sicht auch Ihren Geldbeutel.
Wie wichtig ist der Waschkomfort?Waschprogramme und EinstellungenWaschmaschinen verfügen über eine mehr oder weniger vielseitige Auswahl an Programmen und Einstellungsmöglichkeiten, die abhängig von der Textilsorte, dem Verschmutzungsgrad und dem gewünschten Zeitaufwand zum Einsatz kommen. Generell gilt, dass sich eine umfangreiche Ausstattung auch im Preis bemerkbar macht – die nötige Standardausrüstung bekommen Sie aber selbst bei den günstigsten Modellen.

So haben die meisten Maschinen die üblichen
Universalprogramme für Koch-/Buntwäsche, Pflegeleicht, Feinwäsche und Wolle, jeweils bei verschiedenen Temperaturen. Auch Extra-, Schon- oder Kurz-
Schleuderprogramme, sowie die Standardfunktionen Vorwäsche, Extra-Spülen, Wasser Plus und Spülstopp sind meist vorhanden. In der Regel kann auch die
Schleuderdrehzahl in Stufen reguliert werden. Die Startzeit des Programms lässt sich oft mittels eines Timers einstellen, sodass Sie bequem zu günstigen Nachtstromtarifen waschen können.
Viele Geräte sind außerdem mit einem
Kurzprogramm für leicht verschmutzte Wäsche ausgestattet, und/oder es gibt eine Schnell/Kurz/Express/Zeitspar-Taste, die alle Programme in kürzerer Zeit ablaufen lässt. Auch
Energiesparprogramme (zum Teil nur für bestimmte Wäschesorten) und
Automatik-/Kombi-/Mixprogramme für verschiedene Textilarten in einer Füllung sind gängig.
Wesentliche Unterschiede gibt es dagegen vor allem bei den
Spezialprogrammen, die auf ganz bestimmte Anwendungsbereiche zugeschnitten sind. Das Angebot reicht dabei von besonders schnellen Business/Hemden-Programmen, über Programme für Outdoor-, Mikrofaser- und Sportkleidung, bis hin zu Anti-Flecken-Programmen. Manche Modelle sind stattdessen mit einem speziellen Gardinen-Programm ausgestattet, oder haben ein Programm für Jeans; bei anderen wiederum sorgt ein Sensitiv-Programm für besonders gründlich und schonend gewaschene und gespülte Textilien.
Fazit: Je umfangreicher die Programme, desto höher ist auch der Komfort. Letztendlich muss jeder individuell darüber entscheiden, ob die Spezialprogramme tatsächlich genutzt werden, denn Komfort hat natürlich auch seinen Preis. Der Vergleich lohnt sich aber in jedem Fall.
Welcher Waschmaschinen-Typ sind Sie?Technische Finessen und äußeres DesignReichen Ihnen die Standardprogramme der Waschmaschinen-Grundmodelle aus oder sind Sie eher ein Freund weiterer technischer Finessen? Der Waschmaschinenmarkt hat hier einiges zu bieten. In erster Linie geht es bei den zusätzlichen Spezifikationen darum, den Waschvorgang durch Detailverbesserungen noch komfortabler, schneller und umweltfreundlicher zu machen. Sauber wird die Wäsche freilich auch mit dem Grundmodell. Ein Blick auf die Sonderausstattungen kann sich aber dennoch hinsichtlich der langjährigen Nutzung der Maschine lohnen. Hier einige der wichtigsten weiteren Ausstattungsmerkmale:
Einige Maschinen sind mit einer
Beladungserkennung ausgestattet, die dafür sorgt, dass Flüssigwaschmittel automatisch dosiert wird, oder dass Ihnen eine Dosierungsempfehlung für das Waschmittel angezeigt wird. Außerdem werden der Wasser- und Energieverbrauch der Beladungsmenge automatisch angepasst.
Für gesteigerten Komfort sorgt auch eine besonders kräftige
Spülung des Waschmittelfachs, die verhindern soll, dass Reste von Hand entfernt werden müssen. Und damit Sie Ihre Maschine in Zukunft auch vom Wohnzimmer oder gar Büro aus bedienen können, sind die neuesten Geräte mit einer Schnittstelle für die
Vernetzung des gesamten Haushalts vorgerüstet.

Wer zusätzlich Wert auf das äußere Design seiner Waschmaschine legt, wird auch hier nicht enttäuscht. Egal, ob in Blau, Rot, Schwarz, Silber oder Edelstahl, das Gehäuse soll sich schließlich an den übrigen Wohnstil anpassen. Hinzu kommt die
Gestaltung der Tür, die neben optischen, auch praktische Vorteile mit sich bringt. Größere Bullaugen bei Frontladern sowie ein größerer Öffnungswinkel erleichtern das Be- und Entladen der Maschine.
Fazit: Je ausgefeilter, fortschrittlicher und umfangreicher die Ausstattung, desto teurer wird auch die Maschine. Welches Maß an Ausstattungsluxus Sie sich leisten wollen, ist letztlich nur eine Preisfrage.
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