Objektive

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Ratgeber Objektive


Aktualisiert: 10.04.2018 | Autor: Tereza Kesslerová

Wissen kompakt

Einen Moment der Zeit festzuhalten, gelingt für gewöhnlich nur mittels Kamera. Ein Foto zeigt einen ganz bestimmten Augenblick, der fest auf Film oder einen Datenträger gebannt wurde. Menschen erinnern sich gerne an vergangene Zeiten und so ist auch eine Fotografie ein Artefakt der Zeitgeschichte. Im Laufe der Jahre hat sich die Fotografie stark weiterentwickelt und ist vielfältiger als früher.

Um Erinnerungen noch besser einzufangen, ist eine Fotokamera mit einem Objektiv ausgestattet. Im Grunde ist dieses auch hauptsächlich für die Qualität des Fotos verantwortlich. Passende Modelle finden Sie für jeden Anlass im Handel. 

Bevor Sie also ein Objektiv kaufen, sollten sie darüber nachdenken, wofür Sie es einsetzen möchten.

Bedenken Sie für den Kauf eines idealen Objektivs vor allem folgende Gesichtspunkte:

  • Entscheiden Sie sich, welchen Objektiv-Typ Sie benötigen. 
    Dies ist davon abhängig, welchen Bildausschnitt Sie fotografieren möchten. Ein Standard-Modell ist ideal für Anfänger geeignet. Es entspricht dem natürlichen Sichtfeld des Menschen. Eine Linse mit Weitwinkel hat dagegen einen höheren Bildwinkel. Es ist optimal für Landschafts- und Architekturaufnahmen. Telezoom dagegen hat zwar einen kleinen Bildwinkel, holt dafür aber Motive aus der Ferne nah heran. 
    Mehr zu den Objektiv-Typen
  • Wählen Sie je nach Einsatzbereich die richtige Naheinstellgrenze. 
    Je niedriger die Naheinstellgrenze ist, desto näher kann das Motiv vor die Linse. Gerade wenn Sie Makro-Aufnahmen machen möchten, also maßstabsgetreue Bilder, müssen Sie oft nah an das Objekt heran. Damit die Bilder dann noch scharf werden, ist eine geringe Grenze notwendig. 
    Mehr zur Naheinstellgrenze
  • Achten Sie auf die Kompatibilität mit Ihrer Kamera. 
    Es gibt unterschiedliche Anschluss-Systeme. Nur wenn dieses mit dem ihrer Kamera übereinstimmt, sind beide Geräte kompatibel. 
    Mehr zum Anschluss

Kaufberater

In unserem nachfolgenden Kaufberater informieren wir Sie darüber, was Sie bei der Anschaffung eines Objektivs beachten sollten. 


Objektiv-Typen 

Es gibt unterschiedliche Bauarten von Objektiven. 

Sie werden vor allem in 2 Bauweisen unterschieden:​

Zoom-Objektive

Zoom-Objektive sind nicht auf eine einzelne Brennweite festgelegt, sondern decken bestimmte Brennweiten-Bereiche ab. Möglich ist dies durch die verschiebbaren Linsenelemente im Inneren. Die Brennweite passt sich per Zoomtaste bequem an. Bei hochwertigen Modellen erfolgt das Zoomen stufenlos. Die Brennweite ist ein entscheidender Faktor bei Objektiven. Sie bestimmt, wie groß jeweils der Bildausschnitt ist. Angegeben wird sie in Millimetern (mm). 

Wie weit sich die Brennweite verstellen lässt, ist abhängig von dem sogenannten Zoomfaktor. Dieser definiert sich auf dem Verhältnis von der kürzesten bis hin zur längsten Brennweite. Gerechnet wird also die maximale Brennweite durch die minimale Brennweite. 

Beispiel

Reicht die Brennweite von 30 bis 105 mm, so liegt der Zoomfaktor bei 3,5. Das Objektiv reicht damit von einem leichten Weit-Winkelbereich bis hin zu einem leichten Tele-Bereich.

Ein Zoom-Objektiv hat einige Vorteile. Dazu gehört die Kostenersparnis: Sie müssen nicht für jede Brennweite ein separates Modell kaufen.  

Auch im Urlaub erweist sich dieses als Pluspunkt. Die Fotoausrüstung ist um einiges leichter

Zudem lässt sich binnen kurzer Zeit der Winkelbereich ändern. Gerade bei sich schnell bewegenden Motiven, beispielsweise im Bereich der Natur-Fotografie, ist dies von Vorteil. 

Jedoch verändert das Zoomen nur den Ausschnitt, nicht die eigentliche Aufnahmeperspektive. Gerade Anfänger lassen sich davon leicht täuschen und verzichten darauf, durch Ändern der eigenen Position die ideale Perspektive zu suchen. 

Zoom-Objektive sind in ihrer Konstruktion weitaus komplexer als Festbrennweiten-Objektive. Dies hat Einfluss auf die Lichtstärke. Anders ausgedrückt: Es kommt weniger Licht beim Sensor an als bei Festbrennweiten. Somit sind Sie stärker auf günstige Lichtverhältnisse oder ein Blitzgerät angewiesen. Die nötigen zusätzlichen Linsen brechen das Licht mehrfach, weshalb im Inneren der Kamera weniger ankommt. Außerdem ist die Lichtstärke bei Zoom-Objektiven mit der gewählten Brennweite entscheidend. Sie wird immer geringer, je weiter Sie in den Tele-Bereich vordringen. 

Preislich liegen sie zwischen 20 € bis 21.000 €.

Vorteile
  • Hohe Flexibilität 
  • Kostenersparnis 
  • Geringes Gewicht des Equipments
Nachteile
  • Ungeübte Fotografen erlernen so nicht die notwendigen Techniken 
  • Schlechtere Lichtstärke

Zoom-Modelle werden unterschieden in: 

Standardzoom-Objektive

Standardzoom-Objektive sind die klassischen Kit-Objektive. Viele Händler bieten sie gemeinsam mit der jeweiligen Kamera zu einem besonders günstigen Preis an. Standardzooms decken bei Kleinbildkameras meist einen Bereich von etwa 17 bis 55 mm ab. Sie bieten somit auch die Normalbrennweite, die um die 50 mm liegt. Bei dieser Brennweite entspricht der Aufnahmewinkel in etwa dem natürlichen Sehwinkel des Menschen. Das Motiv, das Sie aufnehmen möchten, erscheint hier genauso groß, wie Sie es von Ihrem Standort aus in Wirklichkeit wahrnehmen. 

Standardzooms gelten als eine Art Multitool der Fotografie, da sie auch den leichten Tele-Bereich abdecken. Da der Zoombereich nicht allzu groß ist, sind auch nicht viele Linsen notwendig. Standardzooms können deshalb noch vergleichsweise lichtstark sein. 

Standardzoom-Objektive sind für vielfältige Motive geeignet: 

  • Gruppen
  • Landschaften
  • Architektur 

Anders als bei den extremen Brennweiten bei Ultra-Weitwinkel oder Telezoom sorgen Sie als Fotograf hier selbst für besondere Effekte: Abstand und Perspektive verändern Sie dadurch, dass Sie Ihren Standort oder Ihren Blickwinkel selbst verändern. Dadurch trainieren Sie die Fähigkeit, interessante Motive zu erkennen und fotografisch in Szene zu setzen. 

Standardzooms sind sehr verbreitet. Deswegen erhalten Sie einige Modelle sehr preisgünstig. Preislich reichen sie von 20 € bis 10.000 €.

Vorteile
  • Natürliche Bildwirkung
  • Problemloses Fotografieren aus der Hand möglich
  • Günstig
Nachteile
  • Keine besonderen Effekte möglich 
Weitwinkelzoom-Objektive

Weitwinkelzoom-Objektive kennzeichnen sich durch eine flache Bauweise und eine starke Wölbung der Linse. Sie vereinen kurze Brennweiten. Diese reichen in der Regel bis 50 mm bei Kleinbildformat. 

Dadurch können Sie einen größeren Bildwinkel abfotografieren. 

Weitwinkel verkleinert im Gegensatz zu den Standardbrennweiten den Bildmaßstab. Dadurch können Sie besonders viel Schärfentiefe erreichen, also Aufnahmen mit durchgehender Schärfe von vorne bis hinten. Bei der Landschaftsfotografie ist dieser Effekt besonders beliebt. Wollen Sie mit Weitwinkel ein Hauptmotiv scharf abbilden, den Rest aber unscharf, so erreichen Sie dies mit Veränderungen an Blende und Entfernungseinstellung. 

Für folgende Motive sind Weitwinkel-Objektive zu empfehlen: 

  • Landschaften 
  • Gebäude 
  • Gruppenbilder 
  • Innenraumaufnahmen 

Weitwinkelzoom-Objektive geben parallele Strukturen verzerrt wieder, was besonders bei Architektur-Aufnahmen auffällt. Gebäude scheinen umso mehr aus dem Bild zu fallen, je höher sie sind. Um die sogenannten stürzenden Linien etwas abzumildern, können Sie die Kamera horizontal halten. 

Manche Eigenschaften werden bei der Weitwinkel-Fotografie als störend empfunden. Motive außerhalb des Bildfokus wirken verzerrt. Diese Verzerrungen können jedoch auch als künstlerischer Effekt empfunden werden. 

Ein weiterer Effekt der Weitwinkelzoom-Fotografie ist die sogenannte Vignettierung. Gemeint ist die Abdunkelung der Bildecken. Auch bei anderen Brennweiten können Sie dies nicht vollständig vermeiden. Mit einem guten Bildbearbeitungsprogramm gleichen Sie dies jedoch weitestgehend aus. 

Zoom-Objektive mit Weitwinkel finden Sie zu Preisen von 40 € bis 8.000 € im Handel. 

Vorteile
  • Größerer Aufnahmewinkel 
  • Hervorhebung von Linien und Fluchtpunkten
  • Hohe Schärfentiefe 
Nachteile
  • Vignettierung
  • Verzerrungen 
  • Stürzende Linien
Telezoom-Objektive 

Telezoom-Geräte weisen meist eine längliche Bauweise auf. Sie besitzen im Vergleich zu herkömmlichen Ausführungen eine längere Brennweite. Sie liegt bei mindestens 70 mm. Üblich ist ein Brennweitenbereich von 135 bis 200 mm.

Damit haben sie einen deutlich kleineren Bildwinkel. Er liegt unter 50 °. 

Mit Telezoom haben Sie die Möglichkeit, Objekte aus der Ferne optisch näher heranzuholen. 

Allerdings ist ein Tele-Objektiv recht schwer und liegt damit auch weniger leicht in der Hand. Verwacklungen sind daher häufiger möglich. 

Tipp

Verwenden Sie ein Stativ, wenn Sie mit einem Telezoom arbeiten.

Telezoom-Objektive weisen charakteristisch eine geringere Schärfentiefe auf. Dies äußert sich in einer Unschärfe des Hintergrundes, dem sogenannten Bokeh. Außerdem wirken Motive im Vordergrund bei stärkerem Heranzoomen deutlich kleiner als der Hintergrund.

Genutzt werden Tele-Objektive vorrangig für folgende Motive: 

  • Event- und Sport-Fotografie 
  • Porträt- und Tier-Fotografie 

Die Lichtstärke ist meist konstruktionsbedingt geringer. Möchten Sie hier bessere Werte, müssen Sie einen höheren Geldbetrag investieren.

Preislich liegen die Modelle bei 70 € bis 21.000 €.

Vorteile
  • Möglichkeit des Heranholens von weit entfernten Objekten
Nachteile
  • Geringe Schärfentiefe 
  • Teils hohes Gewicht
  • Lichtstärke meist geringer
  • Stativ erforderlich 
Festbrennweiten-Objektive

Festbrennweiten-Objektive sind auf eine einzige Brennweite festgelegt. Sie bestechen durch eine höhere Auflösung und eine bessere Randschärfe. Obendrein sind Festbrennweiten-Modelle lichtstärker als solche mit Zoom, denn sie lassen mehr Licht auf den Sensor. Der Vorteil: Sie können auch bei schlechteren Lichtverhältnissen gute Fotos machen.

Für Anfänger sind sie zwar einerseits eine Herausforderung, andererseits schulen Sie Ihren fotografischen Blick. Sie betrachten das Motiv von verschiedenen Seiten, um den gewünschten Bildausschnitt zu erzielen. Auf diese Art denken Sie allgemein mehr über die Bildgestaltung nach.

Eine schnelle Veränderung des Bildausschnitts ist mit einer festen Brennweite nicht möglich. Je nachdem, welche Motive Sie fotografieren möchten, benötigen Sie unter Umständen mehrere Objektive. Damit erhöht sich das Gewicht Ihrer gesamten Fotoausrüstung. In diesem Fall würden sich die Anschaffungskosten ebenfalls auf höhere Summen belaufen.

Für Einsteigermodelle müssen Sie etwa 100 € bis 300 € einkalkulieren. Fortgeschrittene geben 700 € und mehr für ein Festbrennweiten-Objektiv aus.

Vorteile
  • Hochwertige Auflösung 
  • Bessere Randschärfe und Tiefenschärfe
  • Bessere Lichtstärke
Nachteile
  • Höherer Kostenfaktor, wenn mehrere Brennweiten benötigt werden
  • Damit auch höheres Packgewicht des Equipments 
  • Keine schnelle Veränderung des Bildausschnitts möglich 

Im Folgenden finden Sie die Informationen zu den Merkmalen einiger spezieller Ausführungen:

Makro-Objektive

Hier können Sie Fotos mit einem großen Abbildungsmaßstab schießen. Dieses Vorgehen nennt sich auch Makro-Fotografie. Idealerweise reicht der Abbildungsmaßstab bis zu 1:1, d. h. dass das Objekt in Originalgröße abgebildet wird. Jedoch gilt ein Objektiv mit einem Abbildungsmaßstab von bis zu 1:4 als makrofähig.

Der maximale Abbildungsmaßstab kommt bei der Naheinstellgrenze zu tragen. Je weiter das Motiv entfernt ist, desto kleiner auch der Abbildungsmaßstab. 

Die Makrofähigkeit ergibt sich durch eine Veränderung der Brennweite und/oder eine vergrößerte Auszugsverlängerung. Letzteres meint, dass der Abstand zwischen Objektiv und Sensor verlängert wird. Dadurch ist das Bild auch auf nähere Entfernungen scharfgestellt.

Bedenken Sie

Gewöhnliche Modelle sind nicht für die Makro-Fotografie geeignet. 

Hier sinkt bei geringen Aufnahmeentfernungen die Abbildungsleistung. Es kommt zu gängigen Abbildungsfehlern, wie beispielsweise Verzeichnung und Randunschärfen.

Die meisten Makro-Ausführungen liegen in einem Brennweitenbereich von 40 bis 100 mm. Wünschen Sie einen größeren Aufnahmeabstand, finden Sie vereinzelt auch Modelle mit einer Brennweite von 180 bis 200 mm. 

Meist können Sie diese auch für normale Aufnahmeabstände nutzen. Jedoch gibt es in diesem Fall im Vergleich zu gewöhnlichen Objektiven der gleichen Brennweite einige Einschränkungen: Die Lichtstärke ist schwächer, konstruktionsbedingt fällt ferner das Gewicht größer aus und der Autofokus braucht länger, um das Motiv scharfzustellen. 

Preislich liegen Makro-Objektive zwischen 100 € bis 7.500 €.

Vorteile
  • Kleine Motive lassen sich größer und trotzdem scharf ablichten 
  • Fotos mit einem großen Abbildungsmaßstab möglich
Nachteile
  • Geringere Lichtstärke 
  • Großes Gewicht 
  • Langsamer Autofokus
Fisheye-Objektive 

Fisheye-Objektive gehören zu den Spezial-Objektiven. Durch die starke Wölbung der Linse nach außen, besitzt diese Art einen überaus großen Bildwinkel. Dieser reicht bis zu 180 °. 

Fisheye-Objektive haben einen besonderen künstlerischen Effekt. Die Motivdarstellung ist stets leicht verzerrt. Die Objektebene wird nicht proportional abgebildet. Die Linien außerhalb des Bildzentrums biegen sich. Der Effekt wird zum Bildrand immer deutlicher. 

Reizvoll ist eine Fischaugen-Linse vor allem für Panorama-Aufnahmen. Denn die Technik kommt immer dann besonders zur Geltung, wenn Sie weite Räume aufnehmen. 

Folgende Variationen dieses Typs finden Sie außerdem im Handel:

  • Zirkular-Fisheye
    Diese Modelle entwerfen ein kreisrundes Bild innerhalb des rechteckigen Aufnahmeformats 
  • Vollformat-Fisheye
    Sie brechen das Bild bis zu 180° über der Bilddiagonale. Das komplette Bild wird aufgefüllt.

Möchten Sie neben künstlerischen auch Standard-Aufnahmen anfertigen, benötigen Sie allerdings ein weiteres Objektiv. 

Preislich liegen die Modelle zwischen 70 € und 4.000 €. So erhalten sie bereits für wenig Geld gute Ausführungen. 

Vorteile
  • Besonders künstlerischer Effekt
  • Bereits günstig erhältlich
Nachteile
  • Nicht für herkömmliche Aufnahmen geeignet
  • Ersetzt kein Standard-Modell
Pancake-Objektive 

Pancake-Objektive ähneln durch ihre flache Bauweise einem Pfannkuchen. Wie flach das Modell ausfällt, ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Grundsätzlich ist die Länge jedoch geringer als der Durchmesser. 

Die leichten Geräte sind gerade für das Mitnehmen auf Reisen ideal. Gute Pancake-Objektive können die gleiche Bildqualität liefern wie normale Modelle. 

Sie sind zumeist auf einen Weitwinkel-Bereich ausgelegt. 

Für welche Motive Weitwinkel-Objektive geeignet sind und welche Effekte damit erzielt werden können, erfahren Sie im entsprechenden Kapitel unseres Ratgebers.

Ein interessanter Nebeneffekt der Bauweise ist die deutlich geringere Naheinstellgrenze. Diese definiert sich über den minimalen Abstand, den der Sensor zum Motiv haben muss, damit die Kamera noch fokussieren kann. Bei Pancakes liegt die Naheinstellgrenze nicht selten unter 20 cm. Sie müssen also deutlich näher an Ihr Motiv herangehen.

Preislich liegen Pancake-Objektive in einem Bereich von 60 € bis 500 €.

Vorteile
  • Leichte Modelle
  • Gute Abbildungsqualität
  • Kurze Naheinstellgrenze
Nachteile
  • Nur auf den Weitwinkel-Bereich beschränkt 
Tilt-Shift-Objektive 

Tilt-Shift-Modelle weisen eine spezifische Konstruktion auf. Sie ermöglichen das Shiften bzw. Verschieben und das Tilten bzw. Verschwenken des Linsensystems gegenüber der Filmebene. Die beiden Funktionen sind voneinander unabhängig.

Die Tilt-Funktion kann die Schärfeebene verlagern. Sie lässt sich an die Objektebene anpassen. Damit wird die optische Achse des Bildes geknickt. Dies erfolgt zu unterschiedlichen Zwecken. Meist hat dies bildgestalterische Gründe. Eine selektive Schärfe nutzen Profis, um eine geringe Schärfentiefe vorzutäuschen. Die Aufnahmen weisen dann den sogenannten Miniatur-Effekt auf. 

Panorama-Aufnahmen mit herkömmlichen Objektiven zeigen oft starke perspektivische Verzerrungen. Das bedeutet, dass der Effekt der stürzenden Linien zunimmt. Die Shift-Funktion wirkt dem entgegen. Mithilfe dieser können Sie mehrere Aufnahmen als Panorama problemlos zusammenführen.

Bedenken Sie

Tilt-Shift-Objektive verlangen viel Übung im Umgang. Sie sind für Hobby-Fotografen nur bedingt geeignet. 

Sie kosten zwischen 80 € und 3.500 €. Obwohl es günstige Einsteigermodelle gibt, sind hochwertige Modelle eher im oberen Preisbereich angesiedelt. 

Vorteile
  • Keine fallenden Linien 
  • Keine Verzerrungen
Nachteile
  • Komplizierte Handhabung 
  • Hohe Kosten
Video-Objektiv

Diese Spezialmodelle verfügen über zusätzliche Funktionen für das Aufnehmen von Videos. Sie gestalten das Filmen mit Ihrer Kamera komfortabler. 

Kennzeichnend für diese Geräte ist generell eine hohe Lichtstärke. Dies ist wichtig für das Filmen mit selektiver Schärfe und auch bei wenig Licht. 

Wissenswert

Das Filmen mit einer selektiven Schärfe ist auch bei Spielfilmen oft üblich. Es bedeutet, dass Sie nur bestimmte Bereiche des Bildes scharf stellen können. Der Rest bleibt unscharf.

Video-Objektive gibt es auch als Zoom-Objektive. Doch es gilt: Festbrennweiten zeichnen sich durch eine bessere Lichtstärke aus.

Preislich liegen Video-Objektive in einem Bereich von 100 € bis 3.500 €.

Vorteile
  • Komfortables Filmen möglich
  • Hohe Lichtstärke
Nachteile
3D-Objektive 

Mit 3D-Aufnahmen ist der Betrachter mitten im Geschehen. Die Bilder haben einen stärkeren Tiefeneindruck. 

Jedoch ist ein 3D-Objektiv nicht für alle Motive geeignet. Idealerweise sollten sich die Motive 2 bis 5 m vor der Kamera befinden. Gruppenaufnahmen mit 2 bis 3 Personen sind optimal für eine räumliche Tiefe. Landschaftsaufnahmen mit einem zentralen Motiv im Vordergrund sind ebenfalls gut für den 3D-Effekt geeignet. 

Unpassend hingegen sind Motive mit vielen Details oder auch geometrischen Mustern. Auch weit entfernte Motive liefern keinen sonderlichen 3D-Effekt.

3D-Objektive gibt es in 2 unterschiedlichen Ausführungen: 

  • Modelle mit 2 optischen Systemen 
    Modelle mit 2 optischen Systemen bilden 2 eigenständige, etwas versetzte Aufnahmen auf den Sensor ab. Der horizontale Versatz ermöglicht hier die 3D-Darstellung.Es entstehen echte 3D-Bilder.
  • Modelle mit 2 LCD-Panels 
    Manche Modelle können zwischen 2D- und 3D-Modus wechseln. Im 3D-Modus fahren zwei LCD-Panels in den Strahlengang des Systems. Die Panels sorgen für 2 leicht horizontal versetzte Bilder. Diese Ausführung können Sie auch als Standard-Objektiv einsetzen.

3D-Bilder können Sie nicht auf gewöhnlichen Laptops betrachten. Auch kommt der 3D-Effekt nicht auf herkömmlichem Fotopapier zur Geltung.

Folgende Möglichkeiten gibt es: 

  • 3D-Flachbildfernseher
  • Digitaler Bilderrahmen mit 3D-Funktion 
  • Abzug auf Spezialfolie

Preislich liegen die 3D-Ausführungen zwischen 50 € und 300 €.

Vorteile
  • 3D-Effekt sorgt für eine räumliche Tiefe
  • Günstig 
Nachteile
  • 3D-Effekt nicht für alle Motive geeignet 
  • 3D-Bilder können nicht auf allen Bildschirmen angezeigt werden 

Brennweite 

Die Brennweite ist eine maßgebliche Kenngröße im Bereich der Fotografie. Sie gibt den Abstand der Linse zu ihrem Brennpunkt an, dem Punkt, zu dem die Lichtstrahlen gebündelt werden. Sie hat unmittelbaren Einfluss auf den Bildwinkel. 

Der Bildwinkel ist definiert als der maximale Winkel, in dem sich ein Objekt befinden darf, damit es noch ins Bild aufgenommen wird. Ein großer Bildwinkel ist perspektivisch mit einem Panorama zu vergleichen. Dagegen wirkt ein kleiner Bildwinkel wie ein Fernrohrausschnitt. Er bringt einen kleinen Bildausschnitt näher.

Brennweite und Bildwinkel verhalten sich gegensätzlich zueinander. Je kürzer die Brennweite, desto verkleinernder die Abbildung und desto größer der Bildwinkel. Je länger die Brennweite, desto vergrößernder die Abbildung und desto kleiner der Bildwinkel.

Die Bemessung der Brennweite erfolgt in Millimetern (mm). Sie finden diese Angabe direkt auf dem Objektiv.

Wir haben die wichtigsten Winkelbereiche in einer übersichtlichen Tabelle für Sie zusammengefasst: 

Winkelbereich  Brennweite bei Kleinbildformat  Eigenschaften/ Typische Motive  

Super-Weitwinkel

unter 20 mm

Mehr Schärfentiefe und Räumlichkeit 

Großflächige Landschaftsaufnahmen

Stürzende Linien bei Gebäudeaufnahmen 

Künstlerische Fotografie durch Verzerrungen

Weitwinkel

24 – 50 mm

Landschaftsfotografie dank großer Schärfentiefe

Große Räume

Reportage-Fotografie

Normalwinkel

50 mm

Entspricht etwa dem Blickwinkel des menschlichen Auges 

Universeller Einsatzbereich

Telewinkel

70 – 300 mm

Grafische Wirkung 

Einfaches Heran- und Herauszoomen von Motiven

Porträt-Aufnahmen

Event-Aufnahmen 

Super-Telewinkel

ab 300 mm

Tier- und Sport-Fotografie

Hohes Gewicht  

Es wird zusätzlich ein Stativ benötigt 

Im Zusammenhang mit der Brennweite sollten Sie außerdem Folgendes im Blick haben:

  • Aufnahmeformate
    Die Brennweite wird von den Herstellern für das Kleinbildformat (24 mm × 36 mm) angegeben. Bei diesem liegt die Normalbrennweite bei 50 mm. Bei Mittelformatkameras (60 mm x 60 mm) entsprechen etwa 80 mm der Normalbrennweite. Bei Großbildformat (60 mm x 90 mm) beträgt die Normalbrennweite 105 mm.
  • Formfaktor 
    Der Formatfaktor bzw. Cropfaktor bezeichnet das Verhältnis der zugeschnittenen Bilddiagonale und der eigentlichen Bilddiagonale. Die Sensoren vieler Kameras sind kleiner als das gängige Kleinbildfilmformat von 24 mm x 36 mm. Ein kleinerer Sensor beschneidet das vom Objektiv projizierte Bild. Dadurch verringert sich auch der Bildwinkel. 

Lichtstärke 

Die Lichtstärke gibt an, wie viel von dem Licht, das auf das Objektiv trifft, auch hinten in der Kamera noch ankommt. 

Die Lichtstärke definiert sich durch das Verhältnis des maximalen Durchmessers der Blende und der Brennweite. Je höher der Quotient, desto weniger Licht geht verloren und desto lichtstärker ist das Objektiv. 

Beispiel

Liegt der maximale Blendendurchmesser bei 12 mm und die Brennweite bei 48 mm beträgt die Lichtstärke 1:4. Üblich ist die Schreibweise mit Schrägstrich, also 1 / 4. 

Manchmal wird auch der Kehrwert des Quotienten angegeben, sprich einfach 4 / 1 oder kurz 4. Hier gilt dann, je höher der Kehrwert, desto geringer die Lichtstärke. 

Eine hohe Lichtstärke sorgt für dafür, dass das Bild heller wird. Praktisch bedeutet das, dass die Belichtungszeit kürzer ausfällt. Dies hat zur Folge, dass Sie trotz schlechterer Lichtverhältnisse nicht länger belichten müssen. Damit ist auch die Gefahr, das Bild zu verwackeln, minimiert. Ein lichtstarkes Modell hat maximal ein Verhältnis 1 / 2.8 und besser.

Es punktet außerdem durch kürzere Verschlusszeiten. Bei langen Brennweiten laufen Sie außerdem weniger Gefahr, die Aufnahme zu verwackeln. Ferner arbeitet der Autofokus besser. 

Ein Nachteil ist, dass diese Modelle meist teurer sind. Zudem erfordern sie eine größere Bauweise und sind somit schwerer. 


Naheinstellgrenze 

Die Naheinstellgrenze beschreibt den Mindestabstand, welcher zwischen Linse und Fotomotiv vorliegen muss, damit die Kamera noch fokussieren kann. 

Beispiel

Beträgt die Naheinstellgrenze 20 cm, müssen Sie mindestens 20 cm Abstand zum Motiv halten. Sonst kann die Kamera das gewünschte Objekt nicht scharf abbilden. 

Meist geben Hersteller nicht die reale Naheinstellgrenze an. Die Linse ist gerade bei Makro-Objektiven tief im Modell versenkt. Somit muss die Objektivlänge eigentlich von der Naheinstellgrenze abgezogen werden. 

Bei Tele-Modellen dagegen ist eine kurze Naheinstellgrenze empfehlenswert. Mit abnehmender Entfernung zum Motiv erhöht sich der Abbildungsmaßstab. Je näher Sie dem Motiv kommen, desto größer wird es abgebildet. 


Ausstattung 

Die Ausstattung wirkt sich auf den Bedienkomfort und auch die Bildqualität aus. 

Folgende Ausstattungsaspekte können Sie beachten: 

Anzahl der Linsen

Ein Objektiv besteht aus mehreren Linsen bzw. zu Gliedern zusammengefügten Einzellinsen. Das Licht bricht an diesen. Das Grundprinzip ähnelt dem einer Lupe.

Alle Linsen haben Abbildungsfehler. Diese lassen sich erst durch weitere Linsen mildern oder verhindern. Gute Objektive verfügen daher über mehrere Linsen, die in unterschiedlichen Formen geschliffen sind. Mehrere Linsen können bei einer minderwertigen Vergütung die Lichtstärke mildern. Bei einer hochwertigen Vergütung ist der Einfluss auf die Lichtstärke als gering anzusehen. 

Beschichtungen und Vergütungen 

Es gibt verschiedene Arten der Vergütungen und Beschichtungen bei Linsen. Sie dienen der Minderung von Reflexion und damit dem Erhalt von Lichtstärke. Manche Vergütungen sorgen auch dafür, dass sich keine Fett- und Schmutzablagerungen an der Linse bilden.  

Folgende sind dabei üblich:

  • Anti-Reflex-Beschichtung
    Ohne Anti-Reflex-Beschichtungen geht durch die Linsen viel Licht verloren. Pro Linse würde dies einen Intensitätsverlust von 8% ausmachen. Bei hochwertigen Objektiven sind die Linsen dieser Beschichtung ausgestattet. Sie filtert störende Reflexionen heraus. Hier wird wiederum in Einfach- und Multischichten unterschieden. Letztere reduzieren die Reflektionen stärker, jedoch erhöht sich dadurch auch der Preis.
  • Nano-Beschichtung
    Eine Nano-Beschichtung ist eine Variante der Anti-Reflex-Beschichtung. Während bei der herkömmlichen Variante eine perfekt glatte Oberflächenstruktur angestrebt wird, wird bei dieser Technologie im winzig kleinen Bereich die Oberfläche angeraut. Laut Herstellern halbiert eine Nano-Beschichtung nochmal die Reflexionen gegenüber einer Multischicht-Vergütung. 
  • Rückseitige Vergütung
    Durch die digitale Fotografie sind auch rückseitige Vergütungen notwendig geworden. Denn auch der Sensor reflektiert Licht, während der Film das Licht absorbiert hat. Ohne rückseitige Vergütung kann es zu Geisterbildern oder Streulicht kommen.
  • SP-Vergütung
    Eine SP-Vergütung ist eine spezielle Beschichtung für Frontlinsen. Sie basiert auf einer Fluoridverbindung. Die SP-Vergütung verhindert Verschmutzungen durch Wasser oder Fett. Fingerabdrücke lassen sich viel einfacher entfernen. 
Bildstabilisator

Hier wird die Kamera bzw. das Objektiv stabilisiert, sodass Verwacklungen und somit unscharfe Aufnahmen vermindert werden. Durch einen Bildstabilisator gewinnen Sie zusätzliche Blendstufen. Es finden sich also weitere stabilisierende Elemente, wie Prismen oder Linsen, im Objektiv. Dadurch reduziert sich die benötigte Belichtungszeit. 

Shopping Tipp

Wenn Sie sich für ein Tele-Objektiv interessieren, sollten Sie auf einen integrierten Bildstabilisator achten. Im Weitwinkel-Bereich können Sie hingegen darauf verzichten.

Ein Bildstabilisator innerhalb der Kamera funktioniert nur digital. Im Objektiv hingegen arbeitet dieser optisch. Die Linsen dort werden im Fall einer Bewegung ins Schwingen gebracht und gleichen damit die Unruhe des Fotografen aus. Dieser Mechanismus ist wesentlich effektiver als der digitale Bildstabilisator in der Kamera. 

Dies hat mehrere Gründe:

  • Sofortige Korrektur der Verwacklungen 
    Da die Verwacklungen durch das Objektiv ausgeglichen werden, sehen Sie das Bild bereits scharf im Sucher. Beim digitalen Bildstabilisator wird dieser Ausgleich erst nach der Aufnahme vorgenommen.
  • Optimale Abstimmung auf das Objektiv 
    Dieser Bildstabilisator ist auch speziell auf die Konstruktion des Kamerateils ausgerichtet. 
  • Der optische Bildstabilisator hat einen positiven Effekt auf die automatische Fokussierung. 
    Die Fokussierung funktioniert präziser. 
  • Jedes Objektiv hat je nach Brennweite verschiedene Unschärfen. 
    Ein interner Bildstabilisator ist besser. Sonst werden die Unschärfen mittels digitaler Bearbeitung behoben. 

Funktionen

Der Funktionsumfang hat Einfluss auf die Bedienbarkeit des Modells und die Bildqualität. 

Einen besonderen Wert sollten Sie auf folgende Aspekte legen: 

Automatischer Korrektionsausgleich

Ein automatischer Korrektionsausgleich, auch CRC (Close-Range-Correction), reduziert Abbildungsfehler. Dies wird mittels Änderung des Abstands der Linsen erreicht. Die Abbildungsleistung bleibt daher im Fern- und Nahbereich gleich. 

Bei Modellen ohne verschiebbare Linsen erfolgt die Korrektion durch die Verschiebung des ganzen Objektivs. Dies führt dazu, dass die Abbildungsfehler bei geringer Entfernung zum Motiv zunehmen. Gerade bei Weitwinkel-Objektiven tritt der Fall häufig auf. 

Werden Linsen einzeln bewegt, ergeben sich zusätzliche Freiheitsgrade für die Korrektion. Auch der Abbildungsmaßstab kann im Nahbereich größer bleiben. Die Bildfehler nehmen hier nicht so stark zu. 

Fokus 

Für die Fokussierung bzw. Scharfstellung des Motivs gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Oftmals bieten Objektive alle an und Sie können bequem zwischen diesen wechseln. 

Dabei handelt es sich vor allem um folgende 3 Arten:

Autofokus 

Der Autofokus ermöglicht es Ihnen, Motive automatisch scharfzustellen. In einem Modell mit Autofokus ist immer ein Motor integriert.

Inzwischen wird dem Autofokus mehr Beachtung geschenkt, als es etwa früher der Fall war. Objektive mit Autofokus sind leichter zu handhaben. 

Sie bieten jedoch in manchen Aufnahmesituationen nicht die richtigen Einstellungen an. Denn manchmal ist eine Unschärfe gewollt. Das schätzt der automatische Autofokus falsch ein. 

Shopping Tipp

Wenn Sie gerne bewusst mit Unschärfen arbeiten, achten Sie darauf, dass der Autofokus abschaltbar ist. 

Es gibt einen Unterschied zwischen aktivem und passivem Autofokus. Aktiver Autofokus funktioniert selbst bei Dunkelheit. Er misst die Entfernung zum Objekt mittels Ultraschall. Der passive Autofokus nutzt das vom Motiv ausgehende Licht. Er funktioniert nicht in absolut dunkler Umgebung. Am gängigsten sind passive Autofokussysteme. 

Ein Autofokus zieht viel Energie aus dem Akku. Halten Sie daher am besten immer einen Ersatzakku bereit.

Manueller Fokus 

Das Fokussieren von Hand erfordert zwar viel Übung. 

Doch es bietet auch Vorteile: 

  • Fotografieren im Dunkeln
    Bei Nacht arbeitet gerade der passive Autofokus höchst ungenau und Sie können manuell besser justieren. 
  • Fotografieren bei Nebel 
    Ein Nebelschleier reduziert Kontraste, sodass der Autofokus nicht richtig funktioniert. 
  • Arbeiten mit dem Stativ 
    Sie können jede Ihrer Aufnahmen vom Stativ aus tätigen, ohne dabei eine neue Ausrichtung der Kamera vornehmen zu müssen. Diese Möglichkeit bietet Ihnen der Autofokus nicht. 

Auch bei glatten Oberflächen mit wenigen Strukturen oder bei Motiven mit wenig Kontrast arbeiten Sie manuell besser. Darunter fallen beispielsweise Scheiben oder helle Hausfassaden. 

Achtung!

Viele Objektive lassen sich zwischen Autofokus (AF) und manuellem Fokus (MF) umstellen. Vergessen Sie nicht, auf MF zu stellen. Wenn Sie am Objektiv drehen, aber der Autofokus noch eingestellt ist, kann es schlimmstenfalls zu irreparablen Schäden an der Mechanik kommen

Innenfokussierung

Objektive mit Innenfokussierung (IF) zeichnen sich dadurch aus, dass sich zum Fokussieren die Länge des Objektivs nicht verändert. Alle beweglichen Linsen zum Fokussieren liegen im Inneren. Nur diese Elemente müssen verschoben werden. 

Dies hat mehrere Vorteile: 

  • Die Fokussierung erfolgt schneller
    Hier müssen Sie nicht, wie bei manueller Fokussierung, die Länge des Objektivs ändern, also auch weniger Materialmasse bewegen. Sie stellen Ihr Motiv also schneller scharf. . 
  • Die Gewichtsverlagerung fällt geringer aus.
    Die Kamera kippt beim Fotografieren nicht nach vorne. Sie bleibt auch weiterhin in einer stabilen Position auf dem Stativ.
  • Das Objektiv ist kompakter. 
    Es wird wesentlich weniger Platz für die Konstruktion der Fassung benötigt. 
  • Die Frontlinse und auch das Filtergewinde verändern ihre Position nicht. 
    Das erleichtert Ihnen den Einsatz eines Polfilters, denn Sie müssen nach dem Fokussieren nicht nachjustieren. 

Inzwischen sind die meisten hochwertigen Modelle mit einer Innenfokussierung ausgestattet. Der Nachteil ist, dass sie teurer ausfallen. 

Bei Zoom-Objektiven kommt es zu einer zusätzlichen Einschränkung: Die Innenfokussierung kann bei kurzer Entfernung die maximale Brennweite deutlich reduzieren.

Gesichtserkennung

Selbst bei Autofokus ist es für die Kamera oft schwer zu erkennen, welche Bildbereiche scharf dargestellt werden sollen. Ein Objektiv mit Gesichtserkennung macht es möglich, über bestimmte Bildstrukturen Rückschlüsse auf das Motiv zu ziehen. Oft arbeitet die Technik sehr gut. 

Tipp

Möchten Sie bewusst mit Unschärfen arbeiten, müssen Sie auf manuelle Fokussierungstechniken zurückgreifen.


Motortyp 

Zur Autofokussierung werden verschiedene Antriebsarten eingesetzt. Ein guter Motortyp sollte mit einer schnellen Geschwindigkeit und geringen Lautstärke überzeugen. Die Drehbewegung des Motors versetzt die Linsenelemente in eine lineare Drehbewegung. Hierfür wird meist ein Tubus mit Steuerkurven verwendet. 

Es gibt 4 unterschiedliche Motortypen: 

Gleichstrommotor 

Eine weit verbreitete Variante ist der Gleichstrommotor. Dieser punktet mit einem hohen Wirkungsgrad und einer schnellen Beschleunigung. 

Jedoch führt gerade die hohe Drehzahl zu einem erhöhten Akku-Verbrauch der Kamera. 

Auch ist die Geräuschentwicklung deutlich höher. 

Bei schweren Linsenelementen ist die Fokussierung zudem langsamer. 

Shopping Tipp

Modelle mit Gleichstrommotor sind günstiger und daher für Einsteiger zu empfehlen. Wenn Sie allerdings auch filmen möchten, sollten Sie zu einem anderen Motortyp greifen.

Linearmotor als Direktantrieb

Ein Linearmotor hat den Vorteil, dass die rotierende Bewegung des Motors nichts erst in eine lineare Bewegung übersetzt werden muss. Er erzeugt direkt eine Bewegung der Linsenelemente. Dazu wird an der Linsengruppe eine Spule befestigt, durch die ein Magnetfeld geführt wird. Sobald der Strom fließt, werden die Linsenelemente durch die Lorentzkraft des Magnetfeldes bewegt. 

Für diesen Mechanismus ist daher weder ein Gewindeantrieb noch ein Getriebe nötigt. 

Damit arbeitet der Motortyp quasi geräuschlos. 

Die Motoren punkten mit einer hohen Präzision und Sie können sie leicht regeln. 

Bedenken Sie

Der Linearmotor muss stets aktiviert sein, um die gewünschte Positionierung zu halten.

Schrittmotor mit Gewindeantrieb 

Bei Schrittmotoren treibt eine Gewindestange den Motor an. Sie besitzen bei einer kleinen Drehzahl schon ein hohes Drehmoment, arbeiten also sehr effizient. 

Sie arbeiten folglich sehr leise. 

Ultraschallmotor 

Ultraschallmotoren haben den Vorteil, dass sie auch bei niedriger Drehzahl ein hohes Drehmoment liefern können. Sie arbeiten dabei mit sogenannten Piezoelementen. Diese dehnen sich durch elektrische Spannung aus. Dadurch wird die Bewegung der Linsenelemente erzeugt. 

Es wird weiter zwischen 2 Arten von Ultraschallmotoren unterschieden:

  • Ringmotor  
    Ein Ringmotor besteht aus 2 Ringelementen, 1 Stator (nicht bewegt) und 1 Rotor. Der Stator wird durch die Piezoelemente in Schwingungen versetzt. Die Bewegung wird durch Reibung auf den Rotor übertragen. Die Geräuschfrequenz liegt im Ultraschallbereich. Sie ist daher vom menschlichen Gehör nicht wahrnehmbar. Außerdem ist der Motor sehr präzise steuerbar und reagiert unmittelbar. Sie können hier auch jederzeit manuell fokussieren. Ein Nachteil ist, dass der Ringmotor stark temperaturabhängig ist. Er kann sich bei zu großer Hitze oder Kälte leicht verformen und arbeitet dann bereits weniger präzise. Aufgrund der komplexen Konstruktionen sind Objektive mit Ringmotoren auch relativ teuer. 
  • Mikromotor
    Ultraschallmikromotoren sind dagegen relativ preiswert. Sie sind etwas kleiner als Gleichstrommotoren und funktionieren ähnlich wie Ringmotoren. Sie basieren oft auf einer Wanderwelle. Mikromotoren sind leiser als Gleichstrommotoren und bieten meist eine bessere Leistung. Jedoch ist die Performance im Vergleich zu Ringmototoren meist schlechter. 

Anschluss

Achten Sie darauf, dass der Objektivanschluss mit dem der Kamera kompatibel ist. 

Um eine optimale Abbildungsqualität zu erzielen, sind jedoch noch andere Faktoren relevant: Die Objektivkonstruktion sollte auf die Charakteristika des Aufnahmesensors der Kamera optimiert sein. So können Objektive für analoge Kameras bei Digitalkameras zu Problemen, wie Reflexionen, führen. 

Die Hersteller geben an, ob sich das Modell für (digitale) Spiegelreflexkameras oder (digitale) Systemkameras eignet. Auch gibt es Serien speziell für Kameras mit APS-C-Sensoren. Diese sind kompakter sowie preisgünstiger.

Shopping Tipp

Achten Sie bei den Herstellerangaben darauf, für welche Kameraart, welchen Sensor und welche Anschlussart das Objektiv geeignet ist. 

Es gibt 2 gängige Anschlüsse:

Gewinde 

Die Anzahl an Gewindeverschlüssen ist inzwischen übersichtlich. 

Die gängigsten Systeme mit Drehverschluss sind: 

  • M39 
    Das Leica-Anschlussgewinde kann für diverse Sucherkameras verwendet werden. Das Gewinde hat einen Durchmesser von 39 mm. 
  • M40
    Das Schraubgewinde M40 ist inzwischen nur noch sehr selten in Gebrauch. Einige CCD-Zeilenkameras verwenden den Anschluss noch heute.
  • M42
    Der Anschluss entstand nach dem 2. Weltkrieg und ist heute noch ein beliebter Standard. Der Gewindedurchmesser liegt bei 42 mm. 
  • T/ T2
    Das System wurde von Tamron entwickelt und ist ein in den USA gängiges System für Fremdhersteller-Objektive. Der Gewindedurchmesser liegt bei 42 mm.  
Bajonett 

Bajonettanschlüsse punkten mit einer leichteren Handhabung. Der Drehwinkel hat meist nur 60 bis 90°.

Damit Sie wissen, welche Hersteller mit welchem Bajonettsystem arbeiten, hier eine kleine Übersicht: 

Hersteller  Bajonettsysteme 
Canon EF, EF-S, EF-M, RF
Fujifilm X
Leica S, M, T, L
Nikon F, Z
Olympus Four-Thirds-Standard, Micro Four Thirds
Panasonic Four-Thirds-Standard, Micro Four Thirds
Pentax  K, Q
Samsung NX, NX Mini
Sigma SA
Sony  A, E, FE 

Widerstandsfähigkeit 

Möchten Sie Ihre Kameraausrüstung an verschiedenen Orten zum Einsatz bringen, sollte sie eine gewisse Widerstandsfähigkeit aufweisen.

Achten Sie daher beim Objektivkauf auf folgende Eigenschaften: 

  • Frostbeständig
    Frostbeständige Modelle können Sie aufgrund ihrer Konstruktion auch bei Minusgraden einsetzen, ohne dass Sie eine Beschädigung befürchten müssen. Damit steht der Fotografie von schönen Winterlandschaften nichts im Wege. Allerdings sollten Sie hier nochmals individuell prüfen, bis zu welchen Minusgraden der Hersteller eine Unversehrtheit gewährleistet.
  • Staubdicht 
    Staubdichten Objektiven können selbst kleine Partikel nichts anhaben. Nichtsdestotrotz sollten Sie auch mit diesen sorgfältig umgehen! 
  • Wasserdicht 
    Wasserdichte Modelle können Sie auch bei regnerischem Wetter problemlos einsetzen. Oft können Sie diese sogar zum Tauchen nutzen. Jedoch sollten Sie vorher die Herstellerangaben genau prüfen. Meist ist eine maximale Wassertiefe angegeben, bis zu welcher der Hersteller einwandfreien Betrieb gewährleistet. 

Zubehör 

Im Handel finden Sie umfangreiches Zubehör, das die Handhabung oder auch die Bildqualität optimiert. 

Die gängigsten Zubehörteile sind dabei Folgende:

  • Gegenlichtblende
    Eine Gegenlichtblende bzw. Sonnenblende wird mittels Steckfilter vorne am Objektiv befestigt. Sie vermindert Streulicht und Blendeflecken. Diese entstehen, wenn starke Lichtquellen auf die Frontlinse leuchten. 
  • Schutzdeckel
    Der Schutzdeckel verhindert, dass sich Staub oder Schmutz auf der Linse absetzt. 
  • Stativschelle
    Mit dieser verringern Sie bei längeren und schwereren Objektiven zusätzlich die Gefahr von Verwacklungen. Denn sie fixiert das Objektiv auf dem Stativ, sodass es zusätzlich gesichert ist. So muss das Gewicht nicht allein vom Bajonett bzw. Gewinde getragen werden. 
  • Steckfilter
    Mittels Steckfilter können Sie Zubehör, wie etwa eine Gegenlichtblende, an das Filtergewinde des Objektivs anschließen. Das System bietet eine erhöhte Flexibilität. So haben Sie die Möglichkeit, einen Filter mit unterschiedlichen Objektiven zu nutzen z. Sie benötigen jeweils nur einen Filterhalter und einen Adapterring mit passendem Filterdurchmesser. Der Vorteil ist, dass Sie nicht für jedes Modell das entsprechende Zubehör kaufen müssen. Allerdings sind Steckfiltersysteme im Anschaffungspreis erstmal teuer. 
  • Tasche 
    Eine Tasche ist nicht nur für den Transport praktisch, Sie können Ihre Fotoausrüstung darin auch sicher vor Verschmutzungen verstauen. 
  • Telekonverter
    Dieser kann die Brennweite zusätzlich erweitern. Dadurch wird der Bildwinkel reduziert, während das Motiv bei gleichem Abstand entsprechend vergrößert wird. Telekonverter sind damit eine platzsparende, günstige Alternative zu Wechsel-Objektiven. Ein Nachteil ist, dass Telekonverter die Lichtstärke vermindern. Es kann eher zu Fokussierungsfehlern kommen. 

Häufige Fragen

Was Sie schon immer zur Verwendung von Objektiven wissen wollten, haben wir an dieser Stelle für Sie zusammengefasst. Unsere FAQ-Sammlungen basieren hierbei auf dem Wissensbedarf anderer Käufer dieser Produkte.

APO 

Für was steht die Abkürzung APO?

APO-Linsen werden in vielen Objektiv-Varianten eingesetzt. Ein Apo-Objektiv korrigiert mit besonders geschliffenen Gläsern die 3 Grundfarben. Die 3 Grundfarben fallen alle in eine einzelne Bildebene, wodurch die erzeugten Bilder weitestgehend farbfehlerfrei sind. 

Bei gewöhnlichen Linsen brechen die Lichtstrahlen je nach Wellenlänge unterschiedlich stark. Sie treffen damit nicht auf demselben Bildebenenpunkt auf. So kommt es zu Unschärfen und Farbsäumen, besonders bei längeren Brennweiten. Ein APO-Objektiv korrigiert dies mittels mehrerer Linsen unterschiedlicher Brechung. 

Bildstabilisator 

Braucht ein Objektiv einen Bildstabilisator, wenn die Kamera einen hat? 

Ein Stabilisator im Objektiv hat gegenüber dem digitalen Stabilisator einige Vorteile. Der digitale Stabilisator in einer Kamera bearbeitet das Bild nämlich nur im Nachhinein. 

Die Vorteile kurz zusammengefasst: 

  • Unverwackeltes Bild im Sucher 
  • Stabilisator ideal auf Objektiv abgestimmt 
  • Ein optischer Stabilisator im Objektiv kommt auch dem Autofokus zugute 

Lesen mehr zum Thema Bildstabilisator in unserem gleichnamigen Ratgeber-Kapitel.

Digitale Kamera 

Kann ich ein Objektiv für analoge Kameras auch für eine digitale Kamera verwenden? 

Grundsätzlich können Sie es bei passendem Bajonett oder Gewinde auch für das digitale Modell nutzen. Jedoch wird dies von den Herstellern nicht empfohlen. Das Problem liegt bei der Vergütung der Linsen. Für Film ist keine rückseitige Vergütung notwendig, da das Licht vom Film absorbiert wird. Der Sensor der digitalen Kamera reflektiert das Licht jedoch teilweise. So kann es zu Bildfehlern kommen.

Was Sie beim Thema Kompatibilität beachten müssen, haben wir im obigen Kaufberater unter Anschluss für Sie zusammengefasst. Informieren Sie sich zusätzlich im Kapitel Beschichtungen und Vergütungen über die Problematik der Reflexionen bei Linsen.

Einsteiger 

Was kennzeichnet ein gutes Objektiv für Einsteiger? 

Ein Festbrennweiten-Modell mit 50 mm eignet sich besonders für Einsteiger. Sie können es für die Straßen- und Ganzkörper-Fotografie verwenden. Somit ist es ideal für viele Motive von Hobby-Fotografen. Hinsichtlich des Bildwinkels entspricht es in etwa dem natürlichen Sichtfeld des Menschen. Durch die Festbrennweite schulen Sie als Fotograf zudem Ihre Fähigkeiten, Motive aufzunehmen. Sie müssen sich in der richtigen Position befinden und das Motiv selbstständig erfassen. Ein Heranzoomen ist hier nicht möglich.

Viele Einsteiger bevorzugen jedoch Zoom-Objektive, die alle Brennweiten abdecken. Je nach Bedarf können Sie die Brennweite und damit den Aufnahmewinkel verstellen. So müssen Sie nicht mehrere Modelle auf einmal erwerben.

Ferner sollten Sie als Einsteiger darauf achten, dass Sie ein besonders lichtstarkes Exemplar wählen. Dies beugt eventuellen Verwacklungen und Unschärfen im Bild vor. 

Falls Sie die Scharfstellung lieber einem automatischen Fokus überlassen möchten, achten Sie darauf, dass ein solcher vorhanden ist.

Kompatibilität 

Kann ich für meine neue Kamera die alten Objektive weiterverwenden? 

Ein Objektiv kann für verschiedene Kameras eingesetzt werden. Jedoch passt nicht jedes Objektiv auf jede Kamera. Dies liegt an der Kompatibilität.

Es werden mehrere Objektiv-Anschlüsse unterschieden, zwischen Gewinde und Bajonett. Erstere sind zum Einschrauben, während Letztere durch eine Steck-Dreh-Bewegung eingerenkt werden. 

Weitere Informationen finden Sie im Kapitel Anschluss unseres Kaufberaters.

Millimeter-Angabe 

Was bedeutet bei Objektiven die Angabe 18 – 55 mm?

Wird als Brennweite eine Spanne von 18 – 55 mm angegeben, handelt es sich um ein sogenanntes Zoom-Objektiv. Hier können sie die Brennweite verstellen. Dies bedeutet meist auch, dass Sie in verschiedenen Winkelbereichen fotografieren können. 

Welche Brennweite welchem Winkelbereich entspricht, erfahren Sie in unserem Kaufberater.

Objektiv-Typen 

Welches Zoom-Objektiv ist für welche Zwecke geeignet?

Es gibt 3 verschiedene Zoom-Objektive. Sie haben den Vorteil, dass sie nicht auf einen Winkelbereich festgelegt sind. 

Im Folgenden finden Sie eine Auflistung der gängigsten Einsatzzwecke:

Objektiv-Typ Einsatzzweck 
Standardzoom

Porträt-Fotografie 

Motive in räumlicher Nähe

Sach-Fotografie

Motive mit geringem Umgebungslicht 

Telezoom

Porträt-Fotografie

Tierfotografie

Sport- und Natur-Fotografie

Weitwinkel

Darstellung kleiner Räume 

Architektur- und Landschaftsaufnahmen 

Neben Modellen mit variabler Brennweite, finden Sie auch verschiedene Ausführungen mit Festbrennweite im Handel.

Eine ausführliche Beschreibung beider Arten finden Sie in unserem Kaufratgeber unter dem Kapitel Objektiv-Typen.


Was ist der Unterschied zwischen einem Zoom-Objektiv und einem Telezoom-Objektiv? 

Ein Zoom-Objektiv kennzeichnet sich dadurch, dass sich die Brennweiten verändern lassen. Dies bedeutet, dass Sie in unterschiedlichen Bildwinkeln fotografieren können. 

Telezoom-Modelle gehören zu den Zoom-Objektiven. Mit diesen können Sie nur im Tele-Bereich von ca. 60 bis 210 mm oder mehr fotografieren. Das bedeutet, dass der Bildwinkel kleiner ist, während das Motiv näher herangeholt wird. Mit diesen Modellen arbeiten v.a. Sport- und Event-Fotografen. 


Was ist besser – ein Festbrennweiten- oder ein Zoom-Objektiv? 

Ein Festbrennweiten-Objektiv und ein Zoom-Objektiv unterscheiden dich dahingehend, dass ein Zoom-Objektiv die Brennweite verstellen kann. 

Zoom- und Festbrennweiten-Modelle sind sich vom Aufbau sehr ähnlich. Allerdings werden bei Zoom-Modellen die Linsen im Gehäuse verschoben. Bei Festbrennweiten sind die Linsen hingegen fest verbaut. 

Die unterschiedliche Bauweise hat einen Einfluss auf das Gewicht, die Bildqualität und die Lichtstärke. Festbrennweiten bieten hinsichtlich ihrer Qualität viele Vorteile. 


Was ist ein Reise-Objektiv?

Diese, auch Supertelezoom-Objektive genannten Geräte, verfügen über eine Brennweite von über 200 mm. Sie sind gerade in der Tier- und Sport-Fotografie sehr beliebt. Sie können damit Motive aus weiter Ferne ablichten. 

Die hohe Brennweite gleicht Verwacklungen weniger aus. Außerdem weisen die Objektive ein erhöhtes Gewicht auf. Experten empfehlen daher die zusätzliche Nutzung eines Stativs. 


Woran erkenne ich ein Weitwinkel-Objektiv? 

Es hat eine kürzere Brennweite als ein Standard-Objektiv. Das bedeutet, die Brennweite liegt unter 50 mm. Der Bildwinkel ist damit größer als der des natürlichen Sichtfeldes des Menschen. Weitwinkel-Ausführungen weisen ferner mehr Schärfentiefe auf. 

Es gibt verschiedene Sonderformen: 

  • Reportage-Objektiv
    Diese weisen eine leichte bzw. mittlere Weitwinkelwirkung auf. Die Brennweite liegt in einem Bereich von 28 mm bis 38 mm. Mit diesen Modellen wird ein guter Kompromiss erreicht. So profitiert der Fotograf von einem größeren Aufnahmewinkel und der erhöhten Schärfentiefe. Zeitgleich sind die negativen Aspekte, wie Verzerrungen, in der leichten Weitwinkelwirkung weit weniger problematisch. 
  • Superweitwinkel-Objektiv
    Diese Modelle besitzen eine Brennweite von unter 24 mm. Sie spielen vor allem in der Kunst- oder Natur-Fotografie eine Rolle. Hier wird dann der für die Brennweite typische Verzerrungseffekt gezielt eingesetzt. Für Anfänger sind sie weniger zu empfehlen. 

Erfahren Sie mehr zum Thema Weitwinkel-Objektive im gleichnamigen Kapitel unseres Ratgebers.


Woran erkenne ich ein gutes Makro-Objektiv?

Achten Sie beim Kauf auf die Angabe des Maßstabs. Er sollte 1:1 betragen. Die Hersteller deklarieren allerdings oft auch schon Modelle mit einem Abbildungsmaßstab von 1:4 als makrofähig 

Makro-Objektive sind so konzipiert, dass Sie aus kurzer Entfernung von Hand scharfe Bilder aufnehmen können. Einen Autofokus benötigen Sie daher hier nicht. 

Auch die Brennweite ist hier ein entscheidendes Kriterium. 60 mm sind in diesem Bereich gängig und Sie erhalten sie zu einem recht günstigen Preis. 

Der Nachteil ist jedoch eine geringe Objektentfernung. Sie müssen also mit der Kamera sehr nah an Ihr Motiv heran. So kann es passieren, dass Sie den Lichteinfall beeinflussen und Schatten auf Ihr Objekt werfen.

Bei 100 mm Brennweite hingegen ist eine mögliche Abschattung weniger ein Problem. Jedoch fallen die Modelle meist teurer aus. Auch haben sie oft ein höheres Gewicht. 

Preis 

Wodurch kommen bei Objektiven die hohen Preisunterschiede zustande? 

Preisunterschiede sind hier durchaus gerechtfertigt. Sie hängen meist mit der Abbildungsqualität des Modells zusammen. 

Die Qualität lässt sich u.a. nach folgenden Gesichtspunkten bemessen: 

  • Beleuchtungsstärke 
    Eine gute Beleuchtungsstärke bedeutet, dass der Helligkeitsabfall zum Rand nicht so stark ausfällt. Dies wird durch zusätzliche Abblenden verringert.  
  • Verzeichnung
    Bei minderwertigen Fertigungen kann es zu Abbildungsfehlern in Form von Verzeichnungen kommen. Rechteckige Formen werden beispielsweise kissenförmig abgebildet. Bei hochwertigen Modellen werden diese Effekte größtenteils minimiert. 
  • Spektrale Transmission
    Durch Restreflexionen an Linsen kommt es zu Lichtverlust. Dies mindert die Bildschärfe und Abbildungsqualität. Bei einem Objektiv mit geeigneter Vergütung wird dieser Effekt vermindert. 
Shopping Tipp

Berücksichtigen Sie beim Kauf auch Nutzer-Bewertungen und Testergebnisse. Diese helfen Ihnen zusätzlich, die Modelle besser einzuschätzen.

Reinigung

Wie säubere ich mein Objektiv? 

Auf den Linsen kann sich schnell mal ein Fettfilm bilden. Oder bei längerer Lagerung im Schrank kann sich Staub absetzen. 

Das Gehäuse sollten Sie regelmäßig mit einem feuchten Tuch reinigen. Die Glasaußenfläche säubern Sie idealerweise alle paar Monate. 

Geeignete Reinigungsmittel finden Sie auch von den Herstellern. Es gibt sowohl spezielle Pinsel wie auch Reinigungsstäbchen. Halten Sie sich an sämtliche Hinweise des Herstellers. 

Erst nachdem die ganze Oberfläche von Schmutz befreit ist, können Sie auch mit leichtem Druck über die Linse wischen. 

Achtung!

Vorsicht bei innenliegenden Fettflecken!

Sollten Sie kein Fachmann für Feinmechanik sein, wenden Sie sich bei einer Verschmutzung innerhalb des Objektivs am besten an einen Profi.

Sport-Fotografie 

Welches Objektiv ist für Sport-Fotografie geeignet? 

Für die Sport-Fotografie ist es wichtig, dass Objekte aus der Ferne ganz einfach nah herangeholt werden können. Hierfür benötigen Sie eine große Brennweite. Diese sorgt dafür, dass der Bildwinkel kleiner als das natürliche Sichtfeld ausfällt. Dafür wird das Bildmotiv vergrößert. Der Effekt ist in etwa mit dem eines Fernrohrs vergleichbar. 

Modelle mit großer Brennweite werden auch als Telezoom-Objektive bezeichnet. Finden Sie in der gleichnamigen Rubrik unseres Kaufberaters alle Informationen hierzu.


Aus Begeisterung fürs Online-Shopping unterstütze ich die billiger.de-Redaktion neben meinem Studium beim Verfassen von Ratgebern. Meine Interessen reichen dabei von Unterhaltungselektronik über Haushaltsthemen bis hin zu Mode. Dabei ist es mir immer wichtig, für Sie die wichtigsten Informationen zum Kauf und Tipps zur Anwendung zusammenzutragen. 


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