Kletterausrüstung

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Ratgeber Kletterausrüstung


Ratgeber Kletterausrüstung

Klettergurte


Der Klettergurt ist neben dem Seil das wichtigste Kletterutensil. Selbstverständlich kann ein Klettergurt keinen Sturz verhindern. Dennoch kann das richtige Model ausschlaggebend dafür sein, ob ein Sturz oder eine Pause zu einem problematischen Unterfangen wird.

Damit es bei einem Sturz nicht zu Verletzungen kommt, müssen die enormen Kräfte, die bei einem Fall entstehen, gleichmäßig verteilt werden. Hier kommt der Klettergurt, der genau diese Aufgabe erfolgreich übernimmt, ins Spiel.

Die Konstruktion des Klettergurtes gewährleistet eine adäquate Blutzirkulation. In verschiedenen Situationen, wie beim Routen-Einbohren oder einer ersehnten Pause, muss er sich bewähren.

Es gibt viele Unterschiede, die man beim Kauf von Bergsteigergurte beachten muss. Höchste Priorität sollten Komfort und Sicherheit haben. Wie es viele verschiedene Kletterarten gibt, so gibt es ebenso viele verschiedene Gurte. Das jeweilige Einsatzgebiet sollte die Auswahl des richtigen Klettergurtes bestimmen. Darüber hinaus bestehen noch viele weitere Unterschiede zwischen den angebotenen Klettergurten. Es ist dringend anzuraten, diese bei einem Kauf in Betracht zu ziehen, damit die Auswahl auf das angemessenste Modell fällt. Welche die zu beachtenden Unterschiede zwischen den Klettergurten sind, wird nun im Folgenden erläutert. Ebenso wird ein Überblick mit weiteren wichtigen Informationen dargeboten, um den Kauf des richtigen Klettergurtes zu erleichtern.

Unterschiedliche Modelle von Klettergurten

Es gibt Sportkletterrouten, bei denen es darauf ankommt, dass die Kletterausrüstung ein minimaler Zusatz an Gewicht bedeutet. Hier genügt ein sehr leichter Klettergurt, der aber im Gegensatz zu einem schweren nicht ganz so komfortabel ist. Bei Mehrseillängenrouten sind Pausen und andere Situationen, in denen ein bequemer Gurt unabdingbar ist, an der Tagesordnung. Hier eignen sich Klettergurte mit einer guten Mesh-Polsterung, welche ein zeitweiliges Verharren gemütlicher machen.

Klettert man an Steilwänden, ist es sinnvoll, sich zusätzlich einen Brustgurt zuzulegen. Daneben besteht aber auch eine weitere Möglichkeit darin, eine Einheit aus Brust- und Hüftgurt auszuwählen, den sogenannten Kombigurt.

Wenn es zu einem Sturz kommt, müssen die wirkenden Kräfte vom Klettergurt optimal verteilt werden. Daher ist das Material, aus dem die Bänder eines Klettergurtes hergestellt sind, sehr widerstandsfähig. Hinzu kommt, dass dafür entweder breitere oder stärker gepolsterte Stellen den Klettergurt charakterisieren. Diese sichern den Bereich, in dem die Kraftübertragung vom Gurt in den Körper stattfindet. Mögliche Verletzungen werden dadurch bekämpft.

Hüftgurt & Sitzgurt zum Klettern

Der Hüft- beziehungsweise Sitzgurt gehört bei jeder Kletterart zur standardmäßigen Ausrüstung. Sein Aufbau gestaltet sich wie folgt: Der Gurt besteht aus drei Elementen. Zum einen ist es eine Hüftschlaufe und zum anderen sind es zwei Beinschlaufen. Ein Quersteg verbindet beide Beinschlaufen miteinander. Zwei Gummischlaufen verbinden die Beinschlaufen mit der Hüftschlaufe auf der Rückseite. Die zum Einbinden am Seil oder zur Sicherung des Kletterpartners benötigte Beinschlaufe, befindet sich zwischen Hüftteil und Verbindungssteg. Unabhängig davon, fällt die Polsterung des Hüft- beziehungsweise Sitzgurtes je nach Modell unterschiedlich aus.

Ein weiterer Unterschied bezieht sich auf die Verstell- oder Nichtverstellbarkeit der Beinschlaufen. Hat man den Anspruch nicht nur in der Halle oder bei warmen Wetterverhältnissen zu klettern, sodass festere Kleidung benötigt wird, ist ein Gurt mit verstellbaren Beinschlaufen empfehlenswert.

Andere Utensilien wie Expressen, Friends, Karabiner, Bandschlingen und weiteres, die für einen entsprechenden Klettereinsatz unabdingbar sind, können über die Materialschlaufen befestigt werden. Materialschlaufen befinden sich an der Seite und im Rücken am Hüftteil. Sie können festsitzend und verschiebbar sein. Des Weiteren variiert die Anzahl der Schlaufen mit den verschiedenen Modellen. Je nachdem für welche Kletterart man sich entscheidet, ist also auf die Anordnung, Stabilität, Anzahl und Beschaffenheit zu achten. So hat beispielsweise ein Indoor-Kletterer weitaus weniger Equipment mit sich zuführen als ein Alpinkletterer.

Brustgurt zum Klettern

Für die Vermeidung eines Kopfübersturzes sorgt unterstützend ein Brustgurt, der die notwendige Schwerpunktverlagerung auslotet. Es gibt einen breiten Verwendungsbereich für den Brustgurt. Dieser erstreckt sich vom Klettern an stark geneigten Wänden über Eisklettern bishin zum Alpin- oder Expeditionsklettern, wo ein schwerer Rucksack getragen wird. Der Brustgurt ist außerdem bei der Gefahr von weiten Stürzen, den meisten Klettersteigen und bei übergewichtigen Personen ein hilfreiches Kletterzubehör. Optisch ähnelt der Brustgurt einer liegenden Acht. Man schlüpft durch seine Öffnungen wie in einen Rucksack. Der Gurt ist dann auf dem Rücken gekreuzt.

Bei einer Verbindung zwischen Brust- und Hüftgurt, wird ein Verrutschen des Einbindematerials durch zwei weitere an den Armschlaufen eingenähten Schlaufen unmöglich gemacht. Ohne diese Einrichtung, wäre ein Herausrutschen oder nach hinten kippen vorprogrammiert.

Eine wichtige Sache sei an dieser Stelle angemerkt: Ein Brustgurt darf nur in Verbindung mit einem Hüftgurt getragen werden! Kommt es einmal zu einem Sturz, bei dem man nur einen Brustgurt trägt, kann dies tödliche Folgen haben. Aber auch schon beim Hängen im Seil, kann es bei einem fehlenden Hüftgurt zu einem Hängetrauma mit Todesfolge kommen.

Verschlusssysteme

Für Schnallen am Bauchgurt und verstellbare Beinschlaufen der Klettergurte werden verschiedene Verschlusssysteme angeboten. Es gibt Schnallen zum Rückfädeln und ohne Rückfädel-Funktion, Klettsysteme sowie andere Verschlussarten.

Schnallen zum Rückfädeln werden einmal durchgefädelt und wieder zurück. Ein kleiner Hinweis in Form eines kurzes Schriftzugs oder Warnsymbols auf der Schnalle erinnert den Kletterer daran, dass noch zurückgefädelt werden muss.
Schnallen ohne Rückfädeln können in der Regel nicht vollständig geöffnet werden, hingegen nur in der Weite verstellt werden. Diese Schnallenart ist vor allem für Kletter-Einsteiger geeignet, weil eben nicht zurückgefädelt werden muss. Ein Klettverschlusssystem ist aufgrund der Tatsache, dass er nicht aus Metall gefertigt ist, von besonders leicht. Ein unabsichtliches Öffnen wird durch eine besondere Konstruktion verhindert, die eine Belastung des Klettverschluss bei Krafteinwirkung nicht zulässt. Es gibt neben diesen auch andere Verschlusssysteme. So kommt es vor, dass bei Verschlusssystemen zuerst ein Klettverschluss und anschließend weitere Schnallen geschlossen werden müssen. Das ermöglicht ein bequemeres Anziehen des Gurtes.

Wichtig ist hier, dass nicht nur der Klettverschluss, sondern auch die Schnallen fixiert werden!

Die richtige Wahl eines Verschlusssystems liegt letzten Endes im persönlichen Ermessen. Bei richtiger Anwendung ist jedes Verschlusssystem sicher.

Worauf ist beim Kauf zu achten?

Für welche Anseilgurte man sich nun am besten entscheidet, sollte vordergründig vom Einsatzbereich abhängen. Material, Gewicht, Polsterung, Flexibilität und Materialschlaufen sind Faktoren, welche einen Klettergurt wesentlich von anderen Klettergurten unterscheidet. Wichtig ist jetzt nur noch, dass er perfekt sitzt. Er sollte daher mit der Kletterbekleidung zusammen anprobiert und auf den eigenen Körper eingestellt werden. Ein kleiner Trick, zeigt ob der Gurt richtig sitzt: Zwischen Schlaufen und Körpergerade muss eine flache Hand passen. Außerdem muss sichergestellt werden, dass Hüft- und Beinschlaufen nicht einschnüren und nicht schlabbern. Für den Einsteiger ist noch der Hinweis wichtig, dass der Begriff Hüftgurt für Verwirrung sorgen kann. Der Hüftgurt sitzt nämlich auf der Taille und nicht wie suggeriert wird, auf der Hüfte. Sind nun noch die Materialschlaufen in guter Reichweite und ist man mit dem Schnallensystem sowie dem Klettergurt insgesamt zufrieden, dann fehlt nur noch der Hängetest für die richtige Entscheidung. Setzt man sich in den Klettergurt und stellt fest, dass er wirklich passt, nichts abklemmt und die Polsterung den eigenen Wünschen entspricht, dann hat man den richtigen Klettergurt gefunden.

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