Kategorien

Lebensmittel & Getränke

Ratgeber

Lebensmittel & Getränke

Ob Fleisch oder Fisch, Gemüse oder Obst, vegetarisch, vegan, Bio oder glutenfrei: Was die Ernährung betrifft, leben wir mittlerweile in einer Gesellschaft, die uns keine Grenzen mehr setzt. Wie wir uns ernähren, ob wir dafür einen hohen Preis zahlen oder höchste Qualität erwarten, ist uns vollkommen freigestellt. Auch gibt es Lebensmittel und Getränke an jeder Straßenecke zu kaufen, wie es scheint. Um es uns schmecken zu lassen oder der Familie ein Festmahl zu bereiten, ist heutzutage nicht mehr viel Aufwand notwendig. Im Gegenteil: Der Trend entwickelt sich immer mehr hin zum Convenient Food. Das begann vor einigen Jahrzehnten mit der Einführung der Konservendose. Hinzu kamen mit der Zeit Fertigprodukte wie die allseits bekannte 5-Minuten-Terrine oder das komplette Gericht für die Mikrowelle.
 

Auch wenn Bequemlichkeit und Schnelligkeit noch immer einen hohen Stellenwert besitzen, legen gerade wir Deutschen in den letzten Jahren Wert auf ausgewählte, hochwertige Lebensmittel. Ein biologischer Anbau, möglichst wenig Zusatzstoffe und wenn es geht nur regionales Obst und Gemüse: Unsere Ansprüche an das tägliche Essen, den Weg, auf dem es zu uns gelangt und den Ort, von dem es stammt, scheinen wieder zu steigen.
 

Derartige Auswahlmöglichkeiten hatten unsere Vorfahren nicht im Geringsten. So setzte sich unser Speiseplan vor gar nicht allzu langer Zeit noch aus den Lebensmitteln zusammen, die entweder selbst angebaut beziehungsweise erzeugt wurden oder die gerade saisonal verfügbar waren. Erdbeeren im Winter, Kürbis im Sommer? An einen solchen Luxus hatte man damals nicht einmal gedacht. Mittlerweile werden Lebensmittel – zumindest in unserer westlichen Welt – das ganze Jahr über eingeführt. Noch dazu aus den unterschiedlichsten Regionen dieser Welt. Mehr als die Hälfte der importierten Nahrungsmittel sind dabei pflanzliche Produkte, die vorwiegend aus den Niederlanden, Spanien oder Italien stammen. Doch auch Getränke gibt es im Vergleich zu damals in Hülle und Fülle: Vom natürlichen Hopfen und Malz über Säfte und Schorlen, Smoothies und Soft-Drinks bis hin zu Kaffee, Tee und einer Vielzahl an Milchsorten.
 

Hier ist definitiv für jeden Geschmack etwas dabei. Allerdings haben Fruchtsäfte und Soft-Drinks in der Regel den Nachteil, dass sie hauptsächlich aus Zucker bestehen. Nicht ohne Grund schmecken sie so süß und erfrischend. Eine figurfreundliche Alternative können Getränke mit Süßungsmittel statt Zucker sein. Die haben meist so gut wie keine Kalorien, stehen dem Original geschmacklich aber beinah in nichts nach.
 

Saisonale Lebensmittel

Saisonal zu essen, das heißt: Lebensmittel nur dann im Supermarkt zu kaufen, wenn sie gerade Saison haben. Das bedeutet nicht zwangsläufig, sich einschränken zu müssen. Und selbst wenn Erdbeeren, Kiwis und Co. nicht zu jeder Jahreszeit auf den Tisch kommen, ist die Vorfreude doch umso größer, wenn sie wieder guten Gewissens genossen werden können.
 

In den Monaten Januar und Februar kommen also gar kein Obst und Gemüse auf den Teller? Falsch. Einheimische Äpfel beispielsweise, die als Lageräpfel überwintern, oder deutsches Wintergemüse wie Kohl, Feldsalat oder Porree haben in den kalten Monaten Saison. Im Frühjahr gibt es bereits den ersten Spargel zu ernten, außerdem schon Erdbeeren, Kartoffeln, verschiedene Salate, Kohlrabi, Radieschen und vieles mehr. Frisches regionales Obst hat in den Sommermonaten Juni und August Saison, im September werden dann die Weintrauben und Pflaumen wieder günstiger.
 

Kurzum: Wer sich möglichst saisonal ernähren möchte, hat auch in unseren Breitengraden zahlreiche Möglichkeiten, sich dennoch ausgewogen zu ernähren und es sich dabei schmecken zu lassen. Dabei hat die Fokussierung auf regionale Lebensmittel gleich mehrere Vorteile: Da Obst und Gemüse meist direkt aus der eigenen Region stammen, haben sie auch keine langen Transportwege zurückgelegt. Sie sind dementsprechend frischer und somit nährstoffreicher und schmackhafter. Hohe Energiekosten, die für den Transport und die Lagerung anfallen würden, erübrigen sich durch den regionalen Anbau. Nicht zuletzt profitiert auch die heimische Wirtschaft davon, wenn mehr auf regionale Kost gesetzt wird. Denn wird nicht mehr ein Großteil der Nahrungsmittel aus dem internationalen Ausland importiert, stärkt das die eigene
Region.
 

Nicht zuletzt schont eine saisonale Ernährung auch die eigene Kasse. Warum kosten wohl Trauben im Dezember knapp das Dreifache wie im August? Weil es im Sommer ganz einfach mehr von ihnen gibt. Saisonal essen, das bedeutet nicht nur, abwechslungsreich zu genießen, sondern auch Neues auszuprobieren. Steckrüben, Kohlarten oder anderes heimisches Gemüse, das heutzutage vielleicht ein wenig in Vergessenheit geraten ist, darf nach Lust und Laune ausprobiert werden. 
 

Saisonal ernähren: In Deutschland ein Kinderspiel

Von Januar bis Dezember sind die deutschen Supermarktregale bis oben hin gefüllt. Neben Konserven und Plastikverpackungen bietet jeder Großmarkt und jeder Einzelhandel auch eine Vielzahl an heimischen und exotischen Früchte- und Gemüsesorten. Saisonale Ware ist dabei oftmals frischer und schmackhafter. Lagert eine Paprika nicht bereits über Monate in einem Kühlhaus, ist ihr Geschmack nicht nur intensiver, sie ist auch sehr viel reicher an wichtigen Nährstoffen und Vitaminen. Anders als vielleicht eine Ananas, die eine lange Reise hinter sich hat, unter meist unmenschlichen Arbeitsbedingungen geerntet wurde und ihre Frische längst eingebüßt hat.
 

Qualität ist in

Die Lebensmittelbranche befindet sich in einem ständigen Wandel. Nicht nur in Deutschland, sondern überall auf der Welt. Allerdings gehört Deutschland tatsächlich zu den Ländern mit den niedrigsten Lebensmittelpreisen in ganz Europa. Zwar noch hinter Griechenland, Spanien und Portugal, dennoch sind die Preise für Lebensmittel vor dem Hintergrund einer gesunden Wirtschaft erstaunlich niedrig. Grund dafür ist der scharfe Wettbewerb, der die Preise für Lebensmittel und Getränke hierzulande in Bewegung hält. Unzählige Hersteller, Discounter, Marken und Eigenmarken kämpfen um die Vorreiterrolle auf dem deutschen Markt. Die Auswahl der Produkte reicht von exquisiter Gourmetküche bis hin zu Discountware aus der Aluschale. Es gibt nichts, was es noch nicht gibt, was den Wettbewerb zusätzlich antreibt und die Preise sinken lässt. Gut für den Endverbraucher, der eine riesige Auswahl zu kleinen Preisen genießt.
 

Doch Vorsicht: Je größer die Auswahl an Herstellern und Produkten, desto höher ist auch das Risiko, die falsche Wahl zu treffen. Zu viele Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker machen viele Gerichte oder Fertigprodukte ungenießbar. Doch nicht immer ist schlechte Qualität an einem kleinen Preis erkennbar.
 

Mittlerweile ist nicht mehr alles in, was billig ist und schnell geht. Viel mehr bewegt sich unsere Gesellschaft wieder hin zu einem enormen Qualitätsbewusstsein, das sogar die jüngere Generation längst erfasst hat. Nicht nur Geschmack und Frische der Lebensmittel spielen dabei eine Rolle. Gleichermaßen interessieren wir uns dafür, wo unser Essen herkommt, wie es produziert wurde und vor allem: Wie nachhaltig ist das alles passiert?

Nach oben